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Einen Schönheitspreis wird der Mitsubishi Space Star nicht gewinnen, aber die Farben sind ausgefallen.
Einen Schönheitspreis wird der Mitsubishi Space Star nicht gewinnen, aber die Farben sind ausgefallen.

Klein und ein wenig Chuzpe: Space Star löst Mitsubishi Colt ab

Einen Schönheitspreis gewinnt der Mitsubishi Space Star nicht. Doch als Stadtflitzer will der Kleinwagen mit gutem Platzgefühl, sparsamen Motoren und einem gewissen Mut zur Farbe punkten. Doch reicht das, um potenzielle Kunden zu überzeugen?

Kurz geraten, aber nicht zu kurz gekommen – so könnte man den neuen Mitsubishi Space Star in wenigen Worten charakterisieren. Der Kleinwagen steht ab Mitte April bei den deutschen Händlern. Der ausschließlich als Fünftürer erhältliche, 3,71 Meter von Stoßstange zu Stoßstange messende Fronttriebler ist rund 25 Zentimeter kürzer als der Colt, den der Space Star  nun als Einstiegsvariante bei Mitsubishi ablöst. Der Neuzugang rollt in Thailand von den Montagebändern und wird hierzulande ab rund 9700 Euro angeboten werden.

Im Stadtverkehr ist der Kleine ganz groß.
Im Stadtverkehr ist der Kleine ganz groß.

Auffällig ist zunächst der beherzte Griff in die bunte Farbenwelt der Karosserielacke. Was dem als Weltauto konzipierten und sehr konventionell gezeichneten Fahrzeug an Designermut fehlt, dürfte ein giftgrüner, ein intensivblauer oder weinroter Farbton ein wenig ausgleichen. Da der Space Star in möglichst vielen Ländern - wenn schon nicht auf freudige Zustimmung, so zumindest nicht auf vehemente Ablehnung stoßen soll – wurde dem Kleinen ein Allerweltsdesign verpasst. Es mischen sich Stilelemente von Toyota Yaris, Opel Corsa, Nissan Micra und vom Mitsubishi Colt. So richtig begeistert das Blechkleid am Ende aber nicht. Wirklich hässlich ist es aber auch nicht. Immerhin ist es windschlüpfrig. Mitsubishi gibt einen cW-Wert von 0,27 an, sehr gut für einen Kleinwagen.

Es zählen die inneren Werte

Was bei einem Fahrzeug dieser Längen- und Preisklasse wirklich zählt, sind die inneren Werte. Hinsichtlich seiner Sicherheitsausstattung hält der Space Star einen ordentlichen Standard ein. Sechs Airbags, ESP auch Tagfahrlicht gehören zum Serienumfang. Wie in dieser Klasse üblich, ist die Basisversion aber eher etwas für Puristen, die mit dem Wort Komfort nur wenig anfangen können. Klimaanlage, Radio oder ein Drehzahlmesser sind nicht vorhanden, der Fahrersitz lässt sich auch nicht in der Höhe verstellen, eine Gepäckraumabdeckung fehlt ebenfalls. Ab der zweiten, Light genannten Ausstattungslinie legt Mitsubishi aber nach. Die oben genannten Features sind an Bord und für die hinteren Plätze gibt es jetzt sogar Kopfstützen.

Der Innenraum des Space Star ist etwas für Puristen.
Der Innenraum des Space Star ist etwas für Puristen.

In den zwei höheren Niveaus (shine, shine+) sind Klimaautomatik, elektrisch verstellbare Außenspiegel, elektrische vordere und hintere Fensterheber sowie einen Start-Stopp-Automatik Standard, in der Topversion kommen unter anderem ein Navigationssystem, Bluetooth und Leder dazu. Mitsubishis Neuzugang lässt sich jedoch nicht unbegrenzt aufrüsten. Außer Leichtmetallfelgen und Metallicfarben stehen keine Extras auf der Optionsliste. Highend-Musikanlagen oder Fahrerassistenzsysteme sind nicht erhältlich.

Extra-Wohlfühlpunkte sammelt der Space Star nicht durch sein Interieur. Positiv kann man vermerken, dass das Innenleben schnörkellos, übersichtlich und funktionell gestaltet wurde. Die Auflagen der Sitze könnten indes länger sein; der Einsatz von Hartplastik wird durch klavieroptikähnliche Applikationen nicht wirklich kaschiert. Die 60:40 geteilte Rückbank (Serie) lässt sich zwar umlegen, aber der Gepäckraumboden weist eine unpraktische Stufe auf. So ist das bis zu 912 Liter fassende Gepäckteil nur schlecht zum Beladen vom sperrigen Gut nutzbar. In der Grundstellung fasst es 235 Liter. Das Platzangebot für die Insassen ist indes nicht übel. Selbst im Fond sitzen zumindest zwei Erwachsene mit ein wenig Kooperationssinn der Vorderleute recht ordentlich.

Bereitschaft zum Schalten ist gefragt

Recht ordentlich gehen auch die zwei angebotenen Dreizylinder-Triebwerke zugange. Natürlich darf man hier keine Durchzugswunder erwarten. Am spitzigsten ist noch das stärkere 1,2-Liter-Aggregat mit 80 PS und dürfte für alle, die jenseits von Kurzstrecken und nicht nur allein unterwegs sein wollen, die bessere Wahl sein. Es mobilisiert immerhin 106 Nm, schafft den Standardspurt in 11,7 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Wichtig – wie auch beim Basismotor mit 71 PS – ist die Bereitschaft zum Schalten. Spätestens, wenn es lauter dröhnt, heißt es, die Gänge neu zu sortieren. Beim Thema Verbrauch kann der Kleine, der je nach Ausstattung nur zwischen 920 und 940 Kilogramm wiegt, durchaus überzeugen. Durchschnittlich fließen nach Herstellerangaben beim 1.0 mit Start-Stopp 4,0 Liter durch die Leitungen, beim 1.2er sind es 0,3 Liter mehr. Das sind, wenigstens auf dem Datenblatt, auch für einen Kleinwagen respektable Werte. Mitsubishi verspricht zudem geringe Reparaturkosten und hofft auf günstige Einstufungen in den Versicherungsklassen.

Genug Chuzpe gegen die Großen

Im engen Stadtgewirr von Monaco konnte der Space Star aber seine beste Eigenschaft unter Beweis stellen. Zwischen den Luxusautos dieser Welt wuselte der Kleine zwischen Rolls Royce-, Bentley-, Lamborghini- und Ferrari-Karossen in Kreisverkehren und bei Ampelstarts respektlos herum und hängte sie ab, indem man schmale Lücken zwischen Baustellenfahrzeugen und Straßenrand zum Durchkommen nutzen konnte. Dass man von manchen Fahrern der oben genannten mobilen Prestigeobjekte mitleidig belächelt wurde, lässt sich verschmerzen, besonders wenn man bei der Nutzung der knappen Parkflächen eindeutig die Vorteile auf seiner Seite hat.

Mitsubishi will in diesem Jahr noch 6000 Einheiten des Space Star in Deutschland verkaufen. Das Erreichen dieses Ziels dürfte aber ganz entscheidend von der preislichen Positionierung abhängen. Schließlich ist der Wettbewerb sehr gut aufgestellt und farbenfrohe Lackierungen gibt es auch woanders.

Quelle: n-tv.de

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