Leistungssportler aus RüsselsheimOpel lässt es mit Corsa OPC krachen
Sportliche Derivate sind das Aushängeschild eines jeden Herstellers. So hat auch Opel sein ganz spezielles Sportprogramm unter dem Kürzel OPC am Start. Den sportlichen Ritterschlag gibt es jetzt auch für den Corsa. Und der kann sich sehen und hören lassen.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis Opel den neuen Corsa in seiner sportlichsten Form als OPC auf die Piste schickt. Das Versprechen aus Rüsselsheim: kompromisslose Sportlichkeit mit bester Alltagstauglichkeit. Und damit auch keine Verwechslungen zur "schnöden" Serie aufkommen, hat Opel das vier Meter lange Kraftpaket auch optisch verschärft.
Großflächige Lufteinlässe prägen die Front und vor der stark ausgeformten Motorhaube befindet sich eine schmale Hutze, die dem Bug noch einen Schuss mehr Sportlichkeit gibt. Kräftige Schweller-Leisten schaffen eine dynamische Verbindung zum Heck, wo entweder der zurückhaltende Serien-Heckspoiler oder die auffällige Erweiterung eines Luftleitwerkes dafür sorgen, dass bei hohen Geschwindigkeiten die Hinterachse auf dem Asphalt bleibt. Für optische und tonale Präsenz sorgt unter dem Stoßfänger eine zweiflutige Abgasanlage.
Mehr als Polo GTI und Fiesta ST
Aber was ist der beste Sound wert, wenn es unter der Haube nicht wirklich kracht? Beim Opel Corsa OPC sorgt ein 1,6-Liter-Turbobenziner mit 207 PS für den entsprechenden Vortrieb. Das sind 15 PS mehr als der VW Polo GTI hat und sogar 25 PS mehr als beim Ford Fiesta ST. Zwischen 1900 und 5800 Umdrehungen drücken 245 Newtonmeter auf die Vorderachse. Greift bei Bedarf der Overboost, sind es sogar satte 280 Newtonmeter. Gekoppelt ist das Triebwerk an ein Sechsgang-Getriebe, für das Opel "knackig-kurze Schaltwege" verspricht. So bestückt, rennt der Corsa aus dem Stand in 6,9 Sekunden auf Tempo 100. In der Spitze sollen 230 km/h erreicht werden. Und was schluckt so ein Rennzwerg? Im Datenblatt vermerken die Rüsselsheimer kombiniert 7,5 Liter auf 100 Kilometer. Ein Traumwert bei dieser Motorisierung, der natürlich von Leistungsorientierten Fahrern im Leben nicht zu erreichen ist.
[kein Linktext vorhanden]Denn nicht nur das Triebwerk verspricht Fahrfreude, auch das gemeinsam mit Koni entwickelte Fahrwerk mit frequenzieller Dämpfung dürfte für extremen Spaß auf der Piste und vor allem in Kurven sorgen. Die sogenannte FSD-Technologie ermöglicht nämlich eine Anpassung der Dämpfkräfte an die Bewegungsfrequenz des Fahrzeugs, was darauf hindeutet, dass Opel im OPC den Spagat zwischen kompromissloser Sportlichkeit und einem annehmbaren Maß an Komfort sucht. Und das tut auch not, denn der Corsa ist gegenüber seinen zahmen Brüdern dem Asphalt einen Zentimeter näher. Das sorgt für eine satte Straßenlage und erhöht die Lust auf scharfe Kehren. Zudem hat der Pilot die Möglichkeit, über verschiedene Fahrprogramme das ESP und die Traktionskontrolle an die lange Leine zu nehmen oder aber gänzlich zu deaktivieren.
Performance pur
Optimiert wurden für die Kurvenhatz auch die Lenkabstimmung und die Bereifung. Serienmäßig fährt der Sport-Corsa auf 215er Performance-Reifen, die auf 17-Zoll-Felgen gespannt sind. Aus der Bewegung in den Stand beißen innenbelüftete Scheibenbremsen, die an der Vorderachse ordentliche 308 Millimeter messen. Also auch hier wird ein deutlicher Abstand zur Serie gehalten. Wer das alles noch potenzieren möchte, der kann mit dem Performance-Paket nachrüsten. Hier enthalten sind eine mechanische Lamellen-Differenzialsperre, 18-Zöller und eine noch sportlichere Fahrwerksabstimmung. Das verlangt dann aber auf der normalen Strecke sehr viel Langmut der Insassen, denn das dürfte richtig hart werden und eher für den Nürburgring denn für den Alltagsbetrieb taugen.
Über die Preise schweigt Opel noch. Nimmt man aber den Fiesta ST, der ab 20.190 Euro startet und den Polo GTI der ab 22.275 Euro zu haben ist, dürfte sich der Corsa OPC ebenfalls in diesem Bereich bewegen.