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Eigentlich fehlt nur noch, dass der Quant e mit seinen Flügeltüren abhebt, denn 600 Kilometer schafft er bereits rein elektrisch.
Eigentlich fehlt nur noch, dass der Quant e mit seinen Flügeltüren abhebt, denn 600 Kilometer schafft er bereits rein elektrisch.

Ist der Bann gebrochen?: Quant e - 600 Kilometer rein elektrisch

Wenn man der Liechtensteiner Nano Flowcell glaubt, dann bricht mit dem Quant e in Genf ein neues Zeitalter der E-Mobilität an. Der dort präsentierte Renner soll batteriegetrieben 600 Kilometer zurücklegen und das bei Spitze 380 km/h. Da werden Porsche und Tesla blass vor Neid.

In Genf steht nicht zum ersten Mal ein Quant. Bereits 2009 gab es ein gemeinsames Projekt mit Koenigsegg.
In Genf steht nicht zum ersten Mal ein Quant. Bereits 2009 gab es ein gemeinsames Projekt mit Koenigsegg.

Der Name Quant e ist Programm, wenigstens aus Sicht seiner Entwickler. Von der Sportlimousine aus Liechtenstein, die auf dem Genfer Automobilsalon direkt neben dem Stand des Elektropioniers Tesla parkt, verspricht sich der nicht unumstrittene Schweizer Künstler und Entwicklungschef Nunzio La Vecchia nichts weniger als einen "Quantensprung in der elektrischen Mobilität".

600 Kilometer mit der Flusszelle

Dank der von La Vecchias Unternehmen Nano Flowcell entwickelten Speichertechnik erreicht der Quant e nach offiziellen Angaben eine rein elektrische Reichweite von rund 600 Kilometern. Das System nutzt als Basis das bereits in den 70er Jahren von der Nasa entwickelte Flowcell-Prinzip, das sich in der aktuellen Version allerdings durch eine verbesserte Energiedichte von der damaligen Entwicklung abhebt. Bisher galt die Technik aber als zu sperrig, um in einem Automobil montiert zu werden. Die ersten Anlagen arbeiten deshalb heute im stationären Betrieb, um Solarenergie oder Windstrom zu speichern und nach Bedarf ins Netz einzuspeisen.

Als chemische Zelle stellt die Flusszelle eine Art Zwitter aus Akkumulator und Brennstoffzelle dar. In ihr läuft eine "kalte Verbrennung" ab, bei der die Prozesse Reduktion und Oxidation parallel stattfinden, sodass man auch von einer Redox-Batterie spricht. Die Elektrolyt-Flüssigkeit, zumeist Metallsalze in einer wässrigen Lösung, wird hierzu vom Tank aus durch die Zelle gepumpt. Je größer der Tank, desto größer wird die verfügbare Energiemenge. Im Quant e liegt die Kapazität bei insgesamt 400 Litern.

Gigantische Leistungsausbeute

Optisch dürfte mancher Sportwagenhersteller beim Quant neidisch werden.
Optisch dürfte mancher Sportwagenhersteller beim Quant neidisch werden.

Das hat allerdings sein Gewicht. Der Quant e wiegt satte 2,3 Tonnen die vier Elektromotoren in Bewegung setzen. Nach den Angaben des Herstellers benötigt der Elektrorenner von Null auf Tempo 100 lediglich 2,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 380 km/h liegen. Maximal mobilisiert der Antrieb 680 kW also 925 PS - als Dauerleistung gibt Nano Flowcell 480 kW (653 PS) an.

Im Vergleich zu Lithium-Ionen-Akkus soll die Technik im Quant e aber eine fünffach größere Reichweite ermöglichen. Dank der Ladungsträger innerhalb der Trägerflüssigkeit wird die Ladungsdichte - und damit die Menge an gespeicherter Energie - deutlich erhöht. Die Ladungsbewegung innerhalb der Zelle gelingt mittlerweile beinahe ohne Verluste. Der innere Wirkungsgrad liegt bei mehr als 80 Prozent.

Den Quant gibt's nicht zum ersten Mal

Beim Quant e fördert die Flusszelle die elektrische Energie zu einem zentralen Speicher, der aus zwei großen Super-Cap-Kondensatoren besteht. Diese Kondensator-Einheiten nehmen elektrische Energie verlustfrei auf und setzen sie bei Bedarf impulsiv wieder frei - eine für die Fahrleistungen einer Sportlimousine höchst willkommene Eigenschaft. Beim Bremsen oder Bergabfahren werden die vier Antriebsmotoren zum Generator, der die Supercaps mit Energie auflädt.

Nano Flowcell stellt seine Technik nicht zum ersten Mal in Genf vor. Bereits 2009 tauchte der Name Quant auf, als der schwedische Sportwagenbauer Koenigsegg und die Schweizer NLV Solar AG einen Ökosportler mit Solarzellen präsentierten. Um die Entwicklung des Quant e und dessen Homologation voranzutreiben, hat sich Nano Flowcell mit Bosch Engineering verbandelt. Gemeinsam mit dem deutschen Zulieferer soll in den nächsten Jahren die Entwicklung der Sportlimousine vorangetrieben werden.

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Quelle: n-tv.de

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