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Das Serienauto wird vom hier abgebildeten Prototyp des Model X doch noch ein wenig abweichen.
Das Serienauto wird vom hier abgebildeten Prototyp des Model X doch noch ein wenig abweichen.

Elektro-SUV mit Flügeltüren: Teslas Model X wird Frauenversteher

Von Holger Preiss

Das von Tesla geplante Model X lässt noch ein wenig auf sich warten. Der Grund: Man möchte es in jeder Hinsicht den Bedürfnissen weiblicher Kunden anpassen. Wird das Elektro-SUV jetzt ein echter Frauenversteher?

Auf die Falcon Wings will man bei Tesla auch im Serienmodell nicht verzichten.
Auf die Falcon Wings will man bei Tesla auch im Serienmodell nicht verzichten.

Es wäre übertrieben, zu behaupten, dass die Fans von Tesla sich nach dem Model X verzehren. Dennoch ist das Interesse an den Elektrofahrzeugen der Amerikaner groß. Schließlich sind ihre Akkumulatoren, bestehend aus Tausenden zusammengesetzten Smartphone-Batterien, zurzeit als einzige in der Lage, die Insassen mit einer Ladung knapp 500 Kilometer zu tragen. Allerdings hat Tesla-Chef Elon Musk den Produktionsstart bei der Aktionärsversammlung vor zwei Tagen definitiv in das Jahr 2015 verschoben. Wer jetzt bestellt, der soll im August kommenden Jahres sein Model X bekommen.

Nicht dass die technischen Grundlagen ins Wanken geraten sind. Es ist vielmehr der Wunsch, das Fahrzeug tatsächlich mit den zwei Fond-Flügeltüren und einem ausgeklügelten Sitzsystem in Serie gehen zu lassen. "Wir wollen, dass der Sitz sich anfühlt wie ein Kunstwerk, etwas, das man in einem Museum haben könnte", so Musk. Was der Mastermind der sportiven Elektromobile damit meint, ist nicht ganz klar. Allerdings betont er, dass gerade die Flügeltür auf der rechten Seite in der Serienproduktion eine echte Herausforderung ist. Eine absolut nachvollziehbare Aussage.

Model X wird der Frauenschwarm

Aber die sogenannten Falcon Wings Türen bedienen noch einen anderen Aspekt. Vor allem Frauen sollen mit dem Model X angesprochen werden. "Wir haben uns beim Modell S wahrscheinlich etwas zu sehr auf eine männliche Sicht eingelassen", so Musk. "Wir hoffen, das mit dem Modell X etwas korrigiert zu haben." Insofern wird das Model X vom Band dann wohl doch nicht mehr ganz so aussehen wie die Prototypen. Nach Musks Aussage "sieht es besser aus" als die bisherige Idee, ist aber auch ein wenig länger geworden, als es ursprünglich geplant war. Der Grund könnte darin liegen, dass der Platz in der zweiten und dritten Reihe im Prototyp doch eher bescheiden ausgefallen ist.

Letztlich soll das Model X eine Mischung aus Kleinbus und SUV sein.
Letztlich soll das Model X eine Mischung aus Kleinbus und SUV sein.

Jetzt soll der Zugang auf die zweite und vor allem die dritte Reihe absolut problemlos möglich sein. Die Sitze der zweiten Reihe können ganz nach vorn geschoben werden und dank der Falcon-Wings-Türen gelangen Personen fast aufrecht auf die Sitzbänke. Vor allem Kinder müssen nicht mehr über die Polster steigen, um ihre Plätze zu entern. Tesla verspricht für das Model X nicht mehr und nicht weniger, als dass hier ein "SUV mit den Vorzügen eines Kleinbusses" kombiniert wurde.

Der grüne "Way of life"

Aber mal ehrlich: Wenn wir alle Klischees über Frauen und Autos zusammenpacken und mit Analysen des Marketing verquirlen, dann müsste Musk mit dem Model X alles richtig machen. Hier gibt es sieben Sitzplätze, die durch Kinder und Erwachsene auf einfachste Art und Weise einzunehmen sind. Immer mehr Frauen stehen, wie ihre männlichen Kollegen, auf SUVs. Schließlich vermittelt die höhere Sitzposition ein Gefühl der Sicherheit im Straßenverkehr, wie in einschlägigen Fachbeiträgen betont wird.

Und last but not least ist das Model X ein Elektroauto, das den Besitzer den "Way of life" genießen lässt, ohne sich als Umweltsünder fühlen zu müssen. Außerdem hängt man nicht an der Zapfsäule, wie Tesla betont, sondern muss erst, ist der 85-kWh-Akku verbaut, nach 300 Kilometern an die Steckdose.

Technisch ruht das Model X auf der Basis des Model S. In rund fünf Sekunden soll das über zwei Tonnen schwere SUV die 100-km/h-Marke geknackt haben. Wie im Model S dominiert der riesige 17-Zoll-Monitor die Mittelkonsole. Über den Touchscreen lassen sich nicht nur alle Fahrzeugfunktionen steuern, es können auch aktuelle Navigationsdaten und Software-Updates für den Antrieb aus dem Internet heruntergeladen werden.

Bereits im April dieses Jahres sollen für das Model X laut Berechnungen des Tesla Motor Club 12.000 Bestellungen in Kalifornien vorgelegen haben. Die Rede ist von über 9000 Bestellungen in den USA, knapp 2000 sollen es in Europa sein und etwa 750 in China. Ob diese Angaben gesichert sind, kann nicht gesagt werden, aber unglaubwürdig klingt es nicht. Wurden doch allein vom Model S im Jahr 2013 mehr als 20.000 Exemplare verkauft.

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Quelle: n-tv.de

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