Auto
Freitag, 24. Februar 2012

Experte moniert falsche Zielgruppe: Verfehlen Blitzer ihren Zweck?

Vielen sind sie ein Dorn im Auge, Autofahrer sind häufig genervt von Radarkontrollen. Die Polizei blitzt die 25- bis 44-Jährigen wesentlich häufiger als andere - doch eben diese Gruppe weist das geringste Unfallrisiko auf. Verkehrsexperte Voss fordert ein Umdenken.

Radarkontrollen verfehlen nach Ansicht des Hannoveraners Verkehrsexperten Karl-Friedrich Voss oft ihren eigentlichen Zweck. Gerade Fahranfänger würden einer Studie zufolge viel zu selten kontrolliert. "Stattdessen trifft es Leute, die mitten im Leben stehen", sagte Voss.

Die Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen würde besonders häufig kontrolliert. Sie wurde pro Jahrgang mehr als doppelt so oft geblitzt wie die jungen Fahrer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Verkehrspsychologen, die dem "Spiegel" vorliegt und sich unter anderem auf Zahlen des Statistischen Bundesamts stützt.

Demnach weist die Gruppe der 25- bis 44-Jährigen mit 729 Unfällen pro Jahrgang das geringste Unfallrisiko auf. Fahranfänger im Alter von 18 bis 20 Jahren verursachen dagegen fast viermal so viele Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit.

Sorge um "Disco-Springer"

Fahranfänger seien vor allem nachts und an Wochenenden im Auto unterwegs, erklärte Voss. Er fordere deshalb, dass die Kontrollen auch verstärkt zu diesen Zeiten stattfinden. "Die sogenannten Disco-Springer, die nachts innerhalb von kürzester Zeit von Disco zu Disco fahren, werden oft zu wenig kontrolliert", sagte Voss, der auch Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Niedergelassener Verkehrspsychologen (BNV) ist. Zudem sollten die Blitzer seiner Ansicht nach viel öfter an Unfallschwerpunkten aufgestellt werden.

Für seine Studie hat Voss zwei Datensätze aus dem Jahr 2008 analysiert und die Auflistung der Tempoverstöße und die Zahl der Unfälle wegen zu schnellen Fahrens miteinander verglichen.

Quelle: n-tv.de

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