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Im "Aston Martin Volante" auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt: Kate und William nach der Trauung im April 2011.
Im "Aston Martin Volante" auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt: Kate und William nach der Trauung im April 2011.

Kate und William auf Namenssuche: Die königliche Qual der Wahl

Von Martin Morcinek

Dieses Schicksal bleibt auch Kate und William nicht erspart: Wie bei allen werdenden Eltern erschwert eine Flut wohlgemeinter Vorschläge die Suche nach einem Kindesnamen. Aus allen Winkeln der Welt kommen mehr oder weniger originelle Ratschläge.

Victoria und David Beckham als Taufpaten für "Fergie"? Auf eine solche Idee kann man wohl nur Downunder kommen.
Victoria und David Beckham als Taufpaten für "Fergie"? Auf eine solche Idee kann man wohl nur Downunder kommen.(Foto: REUTERS)

"Ihre Königliche Hoheiten der Herzog und die Herzogin von Cambridge sind sehr erfreut, bekannt zu geben, dass die Herzogin von Cambridge ein Baby erwartet" - lautet die königlich steife Mitteilung. Kate ist schwanger. Das freudige Ereignis macht nicht nur Prinz William zum werdenden Vater und Prinz Harry zum Onkel, sondern auch Prinz Charles, derzeit die Nummer 1 in der Thronfolge und damit das künftige Staatsoberhaupt im Vereinigten Königreich, zum Opa in spe. Großbritannien jubelt.

Ein enormer Druck lastet auf dem jungen Paar: Am 29. April 2011 hatten Catherine und William in der Londoner Westminster Abbey geheiratet. Schon wenige Monate später begannen Boulevardblätter über eine mögliche Schwangerschaft zu spekulieren. Ein einzelnes Glas Wasser reichte mitunter aus, um die Gerüchteküche voll unter Dampf zu setzen. Die Frage, ob die schöne Herzogin bei Galaempfängen auf Alkohol verzichtet, wurde sofort als klares Indiz gedeutet. Bei öffentlichen Auftritten stand Kate fortan unter verschärfter Beobachtung. Wie steht es um die körperliche Verfassung? Was ist da mit der Taille? Wie sitzt die Garderobe? Blasse Wangen? Müde Augen? Auffällige Anzeichen unköniglicher Gereiztheit?

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Noch ist unklar, ob Kate und William einen Sohn oder eine Tochter erwarten - eine Frage, die im Vereinigten Königreich auch eine gewisse politische Dimension beinhaltet. Die Schwangerschaft befinde sich "in einer sehr frühen Phase", heißt es im königlichen Bulletin. Dennoch reicht die offizielle Bestätigung aus, um unter Kennern und Fans des britischen Hochadels - und nicht nur da - einen typischen Reflex auszulösen, mit dem alle werdenden Eltern früher oder später zu kämpfen haben: Freudig erregt mischen sich Außenstehende vollkommen ungefragt - und wie immer wenig hilfreich - in die Namenswahl ein.

Es kommt, wie es kommen musste: Kaum befindet sich die Duchess of Cambridge offiziell in anderen Umständen, schon gehen aus allen Winkeln der Welt wohlgemeinte Vorschläge ein. Welchen Namen sollen Kate und William ihrem Nachwuchs geben? Englische Buchmacher nehmen längst Einsätze wettbegeisterter Untertanen an. Die Nachricht war im Nu das heißeste Thema in den englischen Wettbüros. Mit einer Quote von 9:1 gesetzte Favoriten waren zunächst John und der Mädchenname Frances.

Neueinsteiger auf Platz 3

Wie wäre es mit "Philip"? Oder vielleicht "Albert"?
Wie wäre es mit "Philip"? Oder vielleicht "Albert"?(Foto: REUTERS)

In den Klatschspalten gelten Kate und William ohnehin bereits als die neuen Lieblinge der Nation. Sicher ist: Das Kind in Kates Mutterleib wird einmal König oder Königin von Großbritannien und Nordirland werden. Kaum gezeugt, rangiert das ungeborene Kind schon auf Platz 3 der britischen Thronfolgerliste, nach seinem künftigen Opa Prinz Charles und seinem Vater Prinz William.

Traditionalisten werden vor diesem Hintergrund auf ganz andere Symbolbeziehungen pochen: Naheliegender wäre aus ihrer Sicht wohl das Anknüpfen an ruhmreiche Vorbilder. Das Haus Windsor bietet in seiner Familiengeschichte einen reichhaltigen Fundus an großen Namen. Die Briten könnten sich zum Beispiel an Königin Victoria (1819 - 1901) erinnern, die der Blütezeit des britischen Empire, dem viktorianischen Zeitalter, ihren Namen lieh und unter anderem auch als "Großmutter Europas" in die Geschichte einging.

Was wird Pippa dazu sagen?
Was wird Pippa dazu sagen?(Foto: REUTERS)

Wenn es ein Junge wird, dürfte damit auch der Name Albert recht weit oben auf der Agenda stehen. Kenner des Königshauses werden sich sofort an Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha erinnern, den früh verstorbenen, innig geliebten Mann von Königin Victoria, dem sie den Rest ihres Lebens nachtrauerte und nach dem unzählige ihrer Enkel und Urenkel überall im weit verzweigten europäischen Hochadel benannt sind.

Ein "Baby der Herzen"?

Den Taufnamen Albert trug übrigens auch der Vater von Queen Elizabeth, II., bevor er nach dem skandalumwitterten Abdanken seines älteren Bruders Edward VIII. als King Georg VI. den britischen Thron bestieg. Fündig werden könnten Namenssucher übrigens auch in der Reihe seiner Beinamen: In voller Länge hieß Elizabeths Vater Prinz Albert Frederick Arthur George, Duke of York. Weniger Symbolkraft, aber durchaus nicht ungewöhnlich wäre eine Entscheidung für Philip - und damit für den Vornamen des derzeitigen Prinzgemahls der Queen, Philip Mountbatten, dem Herzog von Edinburgh.

Das Volk beschäftigt sich unterdessen mit ganz anderen Vorschlägen. Eine ganz eigene Richtung schlägt naturgemäß die britische Boulevardpresse ein: Wenn es ein Mädchen werden sollte, kann es für schwärmerische Naturen eigentlich keinen anderen Namen geben als Diana. Spekuliert wird dabei, dass die Royals damit an die 1997 tödlich verunglückte Prinzessin von Wales, die Frau von Prinz Charles und Mutter von William und Harry erinnern könnten - an die legendäre Lady Di, die "Königin der Herzen".

Pippa und die Beckhams

Im ebenfalls für neue Wettideen sehr empfänglichen Australien standen Stunden nach der Bekanntgabe der Schwangerschaft Namen wie Mary, Victoria und John ganz oben auf den Tipplisten. Wer einen Dollar einsetzt, würde in dem Fall, dass das britische Thronfolger-Baby tatsächlich einen dieser Namen erhält, bei einem Wettanbieter acht Dollar Gewinn einstreichen.

Sollte das Kind Brynne oder Fergie getauft werden, wäre in Australien ein echter Reibach zu erwarten: Im Fall von Brynne gäbe es für den 1-Dollar-Einsatz 150 Dollar Gewinn, bei dem recht unwahrscheinlichen Fergie stehen die Quoten sogar bei 1:250. Als wahrscheinlichste Taufpaten werden Prinz Harry und Kates Schwester Pippa Middleton gehandelt, aber auch David und Victoria Beckham liegen - zumindest in Australien - gut im Rennen.

Harry oder Amelia?

Wenn es nach der Statistik ginge, dann müssten sich Kate und William bei der Namenswahl mit recht klaren Vorgaben auseinandersetzen. Laut einer Veröffentlichung der britischen Statistikbehörde Office for National Statistics verdrängten Harry und Amelia zuletzt Oliver und Olivia von den Spitzenplätzen in der offiziellen Rangliste der beliebtesten Vornamen in England und Wales.

Bei den Jungsnamen waren außerdem besonders beliebt: Jack, Alfie, Charlie, Thomas, Jacob, James, Joshua und William. Bei den Mädchen waren es im vergangenen Jahr Vornamen wie Lily, Jessica, Emily, Ruby, Grace, Ava und Isabella.

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Quelle: n-tv.de

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