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Sohn und Manager bestätigten ihren Tod: Joy Fleming.
Sohn und Manager bestätigten ihren Tod: Joy Fleming.(Foto: imago stock&people)
Donnerstag, 28. September 2017

Von Schlager bis Jazz: Joy Fleming stirbt mit 72 Jahren

Den Höhepunkt ihrer Karriere erlebt Joy Fleming 1975: Mit dem Song "Ein Lied kann eine Brücke sein" vertritt sie Deutschland beim ESC. Doch die stimmgewaltige Sängerin kann neben Schlager auch Blues und Jazz. Nun ist Fleming gestorben.

Sängerin Joy Fleming ist tot. Ihr Manager Bernd Liebenow und ihr Sohn bestätigten einen entsprechenden Bericht des Südwestrundfunks (SWR). Demnach starb Fleming am Mittwochabend im Alter von 72 Jahren auf ihrem Bauernhof in Hilsbach bei Sinsheim. "Sie ist auf der Couch friedlich eingeschlafen", sagte Liebenow. Flemings Lebensgefährte habe zwar den Notdienst verständigt, jede Hilfe sei aber zu spät gekommen.

"Mit ihr verlieren wir eine großartige Sängerin, eine aufopferungsvolle Mutter und eine liebevolle Lebensgefährtin, welche voll im Leben stand", hieß es in der offiziellen Mitteilung, die Liebenow und Flemings Sohn herausgaben. Die Sängerin solle am kommenden Montag in kleinem Kreis in Hilsbach beigesetzt werden.

Die im November 1944 geborene und aus Rheinland-Pfalz stammende Musikerin versuchte sich bereits als Jugendliche als Sängerin. Ein Auftritt in der Fernsehsendung "Talentschuppen" bescherte ihr 1968 den Durchbruch. 1975 vertrat Fleming Deutschland beim Eurovision Song Contest (ESC) in Stockholm. Zwar belegte sie dort von 19 Startern nur den 17. Platz. Ihr Song "Ein Lied kann eine Brücke sein" ist jedoch bis heute nicht nur ESC-Fans noch immer im Ohr.

Bei Raab in der Jury

Später versuchte Fleming noch drei weitere Male, das ESC-Ticket für Deutschland zu lösen. Sie scheiterte jedoch jedes Mal im Vorentscheid. Wenngleich viele in erster Linie eine Schlagersängerin in Fleming sehen, blieb die Musikerin doch stets auch Jazz und Blues verbunden. Schon als Teenager sang sie in Bars und Kneipen amerikanische Klassiker für die in ihrer Heimat stationierten Soldaten.

Ein jüngeres Publikum kam mit Fleming 2004 im Rahmen der TV-Show "Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star" (SSDSGPS) in Kontakt. Bei der von Stefan Raab initiierten Sendung wurde der deutsche Teilnehmer für den ESC 2004 gesucht. Das Rennen machte am Ende Max Mutzke. Fleming saß in der Sendung in der Jury.

Bis zuletzt tourte sie international, nahm Platten auf, arbeitete täglich an ihren Kompositionen im Studio. Regelmäßig war sie im TV zu sehen, arbeitete mit der Mannheimer Popakademie, gab Gesangsunterricht und trat mit Songs im Kurpfälzer Dialekt im Rhein-Neckar-Raum auf. Viel Zeit verbrachte Joy Fleming, die eigentlich Erna Raad hieß, zudem mit ihrem kleinen Zoo mit zwei Hunden, einer Katze, einem Papagei und vielen Fischen.

Die Sängerin war zweimal verheiratet. Ihr zweiter Ehemann war ihr Manager Bernd Liebenow. Aus den beiden Ehen hinterlässt sie insgesamt vier Kinder. Zuletzt lebte sie mit dem französischen Komponisten und Musiker Bruno Masselon zusammen - ohne Trauschein. "Es ist viel schöner so. Man hat mehr Achtung und Respekt und man schätzt sich mehr. Wenn man verheiratet ist, wird doch alles so selbstverständlich mit der Zeit. Es ist mehr sexy so", sagte sie dazu in einem Interview kurz vor ihrem 70. Geburtstag.

Quelle: n-tv.de

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