Unterhaltung

Dschungelcamp Tag 3: "Nur doofe Männer stehen auf große Brüste"

Von Verena Maria Dittrich

Rolf ist schon in anderen Sphären, "Darwin" Ortega philosophiert über Evolutionstheorie und Gunter kommt mit Sophias Möpsen nicht klar. Für "Balsam auf der Seele" sorgt an Tag 3 im Dschungel erneut die personifizierte Gutmütigkeit.

"Mein Leben ist im Grunde 'ne einzige Katastrophe", sagt Gunter und blickt melancholisch ins Lagerfeuer. Er hat Glück, sein Gesprächspartner ist kein Geringerer als Diplom-Psychologe Dr. Ortega. "Ich finde es schön, dass du immer so philosophisch bist", versucht er dem Country-Sänger gut zuzureden. Problem: Gunter will sich von dem Mann, "an dem die komplette Evolution vorbeigegangen ist" (Hartwich) nichts sagen lassen und stellt fest: "Ach, der Kleine da, der hat ganz schöne Defizite."

"Wie heißt'n die Veranstaltung hier?"

Die machen sich vor allem im täglichen Miteinander bemerkbar, zum Beispiel dabei, wie sich Berts Frau bei Rambos Ex ausheult: "Der David regt mich auf, das ist ein Mann, der will über mich verfügen und ich hasse Männer, die über mich verfügen. Weißte, da hab ich ne Allergie". Weil sie Brigittes Feedback nur wenig befriedigt, entschließt sie sich, "The Brain" direkt auf seine "Zuhältermentalität" (Hartwich) anzusprechen: "Du, David, ich mag dich wirklich gerne, aber du bist so laut!" Davids verständnisvolle Antwort auf Sophias "Konfro": Ja, verstehe ich, aber meine Weisheit kann nur in eine Richtung gehen."

Was man natürlich vollkommen versteht, wenn man seinen darwinistischen Ausführungen über "Brückentiere" lauscht: "Vögel sind wie Dinosaurier. Ich find Vögel unsympathisch, die haben Scheiße gebaut, deswegen esse ich die jetzt".

Das war der dritte Tag im Dschungelcamp

Held des Tages: Menderes, der die Herzen Deutschlands erweicht.

Lacher des Tages: Der verwirrte Rolf Zacher, der fragt, wo er ist.

Lacher des Tages 2: "Darwin" Ortega und die Brückentiere

Zitat des Tages: "Nur doofe Männer stehen auf sowas!" (Gunter über Sophias Globen)

Apropos Essen: Das bleibt bei den "Snake Rockern" eher bescheiden. Weil die zauselige Hartz IV-Medusa Helena ihre vierte Prüfung vergeigt, müssen sich ihre Kompagnons weiter mit Reis und Bohnen begnügen - in der aktuellen Situation ist das nicht so dufte, denn Rolf leidet bereits an einer besonders heimtückischen Flatulenz! Natürlich gebietet es die meditative Lehre dem Guru nicht, vor hundert Millionen Zuschauern unentwegt zu pupsen. Deswegen versucht er auch, als der Wind mal wieder übel in seine Richtung dreht, von sich abzulenken und fragt Jürgen: "Sach ma', haste gerade ne Bohne weggeschossen?" Auch sonst zeigt die Schmalspurkost erste Anzeichen von Verwirrung. Im Dschungeltelefon fragt Rolf: "Wie heißt'n die Veranstaltung hier?"

Defekte im Kopf

Bei dem einen sind durch den harten Dschungelalltag Defekte im Oberstübchen vorprogrammiert, bei dem anderen sind sie bereits vorhanden. Zum Beispiel bei Sophia. Gunter kann nicht verstehen, warum sie zwei Erdbälle vor sich herträgt und kann mit ihrer Begründung, sich die Hupen primär wegen ihrer Minderwertigkeitskomplexe aufgepumpt zu haben, nur wenig anfangen. "Ich finde so große Brüste schrecklich. Nur die doofen Männer stehen auf so was! Da sind Defekte bei dir im Kopf - von der Auffassung her."

Was die Dschungelprüfungen angehen, so verkommen sie beinahe zum Beiwerk. Als "Höllena" und Ortega in die "Katakomben der Verzweiflung" eingesargt werden, ist zwar viel Geschrei zu hören, als ihnen putzige Krabbeltierchen auf ihre Astralleiber geschüttet werden, ansonsten ist die Szene aber eher was für die Pinkelpause. Während die Fürstin der Finsternis mit der Empathie eines Fußpilzes um ihre Sterne kämpft, redet Ortega mindestens genauso viel wie Peter Altmaier zur gleichen Zeit bei Anne Will, ohne auch nur das Geringste zu sagen.

Nicht alle Tassen im Schrank

Glücklicherweise kann man das von Menderes nicht behaupten. Der sorgt nämlich an Tag Drei, als er von seinem Leben erzählt und davon, dass er ausgelacht wird, für den emotionalsten Moment: "Die meisten nehmen mich ja eh nicht für voll. Die denken, ich bin ein Spinner, der nicht alle Tassen im Schrank hat. Aber wenn du nie den festen Halt hast, in der Familie, dann ist es schwierig". Als Menderes von seinem Vater erzählt, bricht auch das Eis bei Wandschrank Legat: "Mein Vater hat sich an mir missbraucht!", packt er aus und berichtet, wie er seinen Alten, der seinen Schilderungen nach zu urteilen, ungefähr so freundlich wie Klaus Kinski war, zusammengeschlagen hat. "Das war mit 15!" "Mensch, Kleener", bietet Opi Rolf seine Hilfe an: "Weeßte, wat da hilft? Meditieren!"

Das machen anscheinend auch Nathalie, Ricky und Jenny. Von denen bekommt man nämlich so gut wie gar nichts mit! Auch Brigidde ist zur Komparsin geschrumpft. Der Glanz von einst - scheinbar verflogen. Wenigstens darf Jenny sich für ihr Team zur nächsten Prüfung bemühen. Für Team "Snake Rock" - Deutschland scheint diese Lady zu lieben - darf erneut die Frau mit dem Körper, "wie man ihn sonst nur in einem Bodensee-Tatort zu sehen bekommt" (Hartwich), zeigen, was sie noch so auf dem Kerbholz hat. Ob die Millionen krabbelnden Dschungeltierscheißerchen, die sich in ihren Haaren derweil häuslich einrichten, einen Wohngeldatrag stellen müssen?

Schöne Info zum Schluss: Am vierten Tag hat Gott entschieden, beide Camps zusammenzulegen. Wenn das mal nicht jede Menge Zeter und Mordio gibt!

Dschungelcamp Tag 2 - Klötze in der Buxe

Dschungelcamp Tag 1 - Die Eichel und der Backenzahn

Quelle: n-tv.de

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