Unterhaltung
Darf man als Campmutti die anderen schuften lassen?
Darf man als Campmutti die anderen schuften lassen?

Gefühlszombie Dagobert muss raus: Olivia Jones, die sackfaule Transe

Von Thomas E. Schmitt

Beginnt der Sturz der Top-Favoritin mit einer ersten flapsigen Bemerkung von Läster-Zicke Fiona Erdmann? Hanseaten-Transe Olivia Jones muss erstmals einstecken, ihr Image als Campmutti ist angekratzt. Unterdessen heißt es Abschied nehmen für Arno Funke. Für wen? Genau, das war sein Problem.

Tageswertung

Held:
Georgina Fleur, weil sie locker wegsteckt, dass Joey Heindle in "ihrer" Prüfung sieben Sterne holt

Nervensäge:
Iris Klein

Most sexy:
Georgina Fleur im blauen Bikini

Bester Spruch:
Joey Heindle über die Reaktion der Camper auf seine Prüfung mit "Wenn es einen dummen Spruch gibt, stopfe ich denen eine Kakerlake ins Auge"

Höchster Wahrheitsgehalt:
Joey Heindle mit "Das Camp geht mir so auf die Eier!"

Zurzeit Favorit:
Olivia Jones (nur noch knapp)

Härteste Konkurrenz:
Fiona Erdmann, Georgina Fleur

Total unauffällig:
Patrick Nuo, Arno Funke

Rausgeflogen:
Arno Funke

Zu öde und zu langweilig: Arno Funke, der als Erpresser "Dagobert" einst die Republik erstaunte, muss raus aus dem RTL-Dschungelcamp. Die Zuschauer bleiben mit der Wahl konsequent: Wer nur herumliegt, in die Baumwipfel guckt und als einzige Aktivität morgens kurz ein paar Streckübungen macht, kann kein Dschungelkönig werden. Der Gefühlszombie wirkt bei der Verkündung erwartungsgemäß unberührt wie eine Wiese nach dem Schneefall. Innerlich könnte er sich ein bisschen ärgern. Schließlich hatte das Land ihm leckere Vorschusslorbeeren mitgegeben. Dieser Dagobert, der muss doch einfach pfiffig sein, so die Meinung. Doch nichts da. Er erfindet eine dämliche "Mückenuhr", das war es. Bis heute weiß eigentlich niemand, was das ist und wie es funktioniert. Und nun will es auch keiner mehr erfahren.

Der dicke Klaus macht unterdessen schon die Biege. Ihn und seinen toten Hängeklöten wollte nun wirklich niemand mehr sehen. Auch sein schwabbeliger, schwitziger Pöter, gepresst in Opas alten Feinrippschlüpfer, konnte nicht mehr überzeugen. Die Dschungel-Kumpels verabschieden sich mit Floskeln, die so gesagt werden, wenn insgeheim riesige Freude herrscht, dass eine Nervensäge endlich abhaut. Sowas wie: "Du bist ja nicht aus der Welt, wir sehen uns ja wieder" oder "Hat echt Spaß gemacht mit Dir". Dazu Schulterklopfen, Händeschütteln, schräg gestellte Köpfe und Hundeblicke. Ja, nee, ist klar. Als der abgewirtschaftete Alleinunterhalter mit seinen offenen Beinen und der Hoffnung auf ein "schönes Scheißhaus" Richtung Ausgang schnauft und wankt, freut er sich wohl in erster Linie, dass er sechs Kilo abgenommen hat. Jetzt sind es nur noch 170. Noch 15 Mal Dschungel bis zum Normalgewicht.

Das kommunikative Leben am Camp-Campus ist am zehnten Tag von dem dominiert, was Frauen besonders schätzen: strategisches Zicken und hammerhartes Lästern. Welcher  Schädel-Hirn-Verletzte hat eigentlich die Behauptung in die Welt gesetzt, Frauen seien sensibel, zart und nicht aggressiv? Ihm gehört aber mal ganz kräftig mit einem glühenden Kohlehaken der Hosenboden versohlt! Jedenfalls beweisen die Frutten im Camp natürlich das Gegenteil.

Joey in der Kloakenröhre - er trifft auf Schlangen.
Joey in der Kloakenröhre - er trifft auf Schlangen.

Zunächst geht es um das Thema Schönheitsoperationen. Georgina, frech und frei wie ein Lausemädchen nunmal ist, plaudert offen von ihren 100 Gramm in den Hupen. Das findet Neurosen-Fiona, die kaum mehr wiegt als das, natürlich wieder ganz schrecklich ungesund. "Wo kommen wir denn da hin, wenn sich alle Frauen die Brüste machen lassen?", fragt sie in die leeren Gesichter. Leider fällt ihr die Antwort nicht ein, nämlich: ins Paradies. Als dann aber Plumpsack Iris Klein unter Berufung auf ihr abgesaugtes Bauchfett die Rettungsringe von Allegra  anprangert, geht das Beischlafprodukt aus Tony Curtis und Christine Kaufmann hoch wie ein HB-Männchen. Dass ausgerechnet die moppelige, aus Pfannkuchenresten bestehende Iris sich das herausnimmt, ist allerdings auch ein guter Grund dafür. "Fuck her! Hör auf, so über meinen Bauch zu reden! Ich nehme das so persönlich", keift sie. Um sich dann allerdings sofort in eine Hollywood-Märchenwelt zu flüchten. Bald werde sie Sport machen und wieder einen Waschbrettbauch haben. Außerdem habe sie noch nie etwas machen lassen an sich. Kein Botox, kein Skalpell, nichts. Die Welt ist halt immer so, wie man sie sich macht.

Attacke auf die Campmutti

Zum ersten Mal seit Eröffnung der australischen Lästerfestspiele muss dann auch Top-Favoritin Olivia Jones gut gezielte Giftpfeile einstecken. Brechbohne Fiona und Nippel-Model Claudelle Deckert packen beim Entleeren der seit Klaus Baumgarts Verschwinden nicht mehr so schweren Jauchegrube die Gelegenheit beim Schopf, über die Arbeitsmoral der Multifunktionstranse herzuziehen. "Sie ist super, ich lieb sie und sie ist megalustig", lügt Fiona. Dann kommt sie zum Kern: "Aber sie macht ja eigentlich nix." Noch nie gekocht, noch nie am Feuer. "Und dann reißt sie immer die Blätter ab für ihre Haare und wir haben keine für den Klodeckel." Dem geneigten Zuschauer purzelt da glatt die Himbeere aus der Colorado-Tüte hinters Sofa. Ein Zwergenaufstand? Gar ein Revolutionsversuch? Zumindest eine zarte Andeutung, was in Kürze bevorsteht: blutiger Zickenkrieg um die Dschungelkrone. Jones scheint nun etwas angeschlagen. Sie wirkt jedenfalls so souverän wie ein beim Klauen erwischtes Kleinkind, als Läster-Profi Fiona zuschlägt.

Joey Heindle, die Definition für Hysterie auf zwei Beinen, darf sich in der Prüfung beweisen. Wieder geht es in die "Dschungelkloake". Wie fies ist das denn?, murmelt die RTL-Meute und verputzt satt bis zum Anschlag auch noch den kalten Rand einer Pizza. Das rothaarige Leckerchen Georgina verflennte die Prüfung - und jetzt darf ausgerechnet die dauerlabernde DSDS-Nudel ihr einen vorsetzen?! Und so kommt es dann auch. Joey fischt sieben Sterne aus dem Abflusssystem.

Er kann zwar keine Zahlen lesen, selbst, wenn sie drei Meter groß sind, zwängt sich aber wie ein Bergmannslehrling an Teppichpythons vorbei und lässt laut jaulend glitschige Kröten hinter sich. Von Mehlwürmern und Schlammkrabben bleibt die Flitzpiepe weitgehend unbeeindruckt. Nur in der Rattenröhre lässt er aus Zeitgründen Sterne liegen. Draußen brüllt er noch euphorisch "Let's getty to rumbo", was etwas spät ist, dann knickt er kurz zusammen wie ein Strohhalm - er hat Kreislauf.  Dr. Bob muss helfen.

Im Camp dann aber reibt er seinen Erfolg Bachelor-Verführerin Georgina schon wieder brühwarm unter das niedliche Näschen: "Es war deine Prüfung, und ich hab sieben Sterne geholt", gräbt der 19-Jährige Georginas Desaster wieder aus. Und doch: Insgesamt, das erkennt der Fachmann leicht, war die Prüfung, die Joey als "krass" und "wie in dem Film Saw" ausschmückt, eher was für einen einarmigen, halbblinden Grundschüler mit Plattfüßen. Manche behaupten sogar, selbst ein Wackel-Dackel aus einem Rentner-Mercedes hätte sie geschafft.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen