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Elizabeth Taylor und Richard Burton - Hollywoods wohl bekanntestes Skandalpaar - heiratete gleich zweimal.
Elizabeth Taylor und Richard Burton - Hollywoods wohl bekanntestes Skandalpaar - heiratete gleich zweimal.(Foto: picture-alliance / dpa)
Sonntag, 19. Mai 2013

Legendäre Filmpaare von Pickfair bis Brangelina: Sie küssten und sie schlugen sich

Von Markus Lippold

Brad Pitt und Angelina Jolie sind nicht das erste Hollywood-Paar, dessen Namen verschmelzen. So etwas gab es bereits in der Stummfilmära. Ein Buch stellt die glamourösesten Paare der Filmgeschichte vor. Dabei wird auch so manches pikante Detail gelüftet, etwa über den "Nähkreis" weiblicher Filmstars.

Hollywoods derzeit bekanntestes Glamour-Paar: Angelina Jolie und Brad Pitt.
Hollywoods derzeit bekanntestes Glamour-Paar: Angelina Jolie und Brad Pitt.(Foto: dpa)

Liebe am Arbeitsplatz - das ist alltäglich. Schließlich sieht man sich jeden Tag, lernt sich kennen und teilt Freud und Leid und oft auch Stress miteinander. Diese Liebe trifft aber nicht nur Büroangestellte, sondern auch Berühmtheiten, seien es nun Sportler oder Schauspieler. Bei Letzteren ist es allerdings oft komplizierter als beim Ottonormalverbraucher. Einerseits, weil die Schauspieler ohnehin schon im Licht der Öffentlichkeit stehen. Eine Affäre, eine Liebesbeziehung oder eine Ehe muss deshalb die zusätzliche Belastung durch Paparazzis und aufdringliche Reporter aushalten. Andererseits verschwimmt bei Schauspielern aber auch berufsbedingt die Grenze zwischen Realität und Fiktion. Vor allem, wenn sie mit dem Partner gemeinsam vor der Kamera stehen, etwa in einem Liebesfilm.

"Wo endet die Rolle, wo beginnt das wahre Leben?", hat sich auch Joachim Kurz gefragt. In seinem Band "Liebe am Set" (Knesebeck) geht der Autor dem nach und stellt die berühmtesten Leinwandpaare Hollywoods vor, von der Stummfilmzeit bis in die 3D-Gegenwart. Dabei hat er sein Buch in vier Abschnitte geteilt: Sie behandeln klassische, heute legendäre Paare, das Liebesleben der Diven, die Paare, die sich vor und hinter der Kamera einen Krieg der Geschlechter lieferten und Paare der Gegenwart.

Eine ganz ungewöhnliche Beziehung führten Katharine Hepburn und Spencer Tracy.
Eine ganz ungewöhnliche Beziehung führten Katharine Hepburn und Spencer Tracy.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Darunter sind natürlich bekannte Schauspieler-Verbindungen wie Humphrey Bogart und Lauren Bacall, Ava Gardner und Frank Sinatra, Elizabeth Taylor und Richard Burton oder Angelina Jolie und Brad Pitt. Doch auch eher unbekannte Paare stellt Kurz vor. So waren die Stummfilmschauspieler Mary Pickford und Douglas Fairbanks sen. - zusammen oft "Pickfair" genannt - zu ihrer Zeit ein äußerst populäres Paar. Heute dagegen sind beide wohl nur noch Cineasten ein Begriff. Und auch Rita Hayworth und Orson Welles oder die Beziehung von Marlene Dietrich und Josef von Sternberg sind heute weniger bekannt.

Hollywoods "Nähkreis"

16 Paare werden auf je sechs bis acht Seiten vorgestellt, garniert mit jeweils einer Handvoll Fotos. In den Texten umreißt Kurz die Karrieren der Protagonisten, beschreibt, wie sie sich kennenlernten und wie die Beziehung verlief - oder verläuft. Das ist deshalb interessant, weil er angesichts der herausgehobenen Stellung der Schauspieler auf Medienberichte der jeweiligen Zeit zurückgreifen kann, auf Biografien und Aussagen von Freunden und Bekannten, teils auch auf Gerüchte.

Eine innige Beziehung verband auch Romy Schneider und Alain Delon.
Eine innige Beziehung verband auch Romy Schneider und Alain Delon.(Foto: picture alliance / Keystone)

Nur haben die Texte leider einen Schönheitsfehler: Sie sind viel zu kurz. Auf acht Seiten die Geschichten von Bogart und Bacall oder Taylor und Burton zu erzählen, ist eine Herausforderung. Da bleibt nicht viel mehr Platz, als die wichtigsten Stationen der Beziehungen zu nennen. Das freilich gelingt Kurz: Die Texte sind prägnant geschrieben. Aber gerade, wenn man sich in das Auf und Ab eines Paares vertieft hat, kommt bereits der Sprung zur nächsten Beziehung.

Das ist vor allem an den Stellen ärgerlich, die tatsächlich einen Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik gewähren würden. Bei der Beschreibung der Beziehung von Katharine Hepburn und Spencer Tracy etwa erwähnt Kurz den "Sewing circle" (übersetzt: Nähkreis), eine Gruppe von homo- und bisexuellen Frauen in Hollywood, der auch Marlene Dietrich, Greta Garbo und Joan Crawford angehört haben sollen. Für eine Vertiefung der Thematik ist jedoch kein Platz. So wird die Gelegenheit vergeben, auf eine Seite Hollywoods hinzuweisen, die lange eisern totgeschwiegen wurde. Denn die großen Studios machten den Schauspielerinnen sehr strenge moralische Vorgaben, um jeden Anschein von Homosexualität zu vermeiden.

"Liebe am Set" ist bei Knesebeck erschienen, hat 128 gebundene Seiten mit vielen Abbildungen und kostet 24,95 Euro (D).
"Liebe am Set" ist bei Knesebeck erschienen, hat 128 gebundene Seiten mit vielen Abbildungen und kostet 24,95 Euro (D).

Auch die Skandale, die viele der Beziehungen begleiteten, werden zwar allesamt abgearbeitet, aber kaum vertieft. Das gilt etwa für die damals ausufernde Berichterstattung der Affäre von Ingrid Bergman mit Roberto Rosselini. Und das Liebesleben von Marilyn Monroe auf fünf Textseiten abzuhandeln, ist auch etwas wenig.

Stattdessen hätte man lieber auf das letzte Kapitel "Modern Love" verzichten können. Denn die Beziehungen dieser gegenwärtigen Paare - etwa Brangelina und Helena Bonham Carter und Tim Burton - sind allesamt noch nicht abgeschlossen und somit noch nicht zu Ende geschrieben. Zumal die Erwähnung von Anna Loos und Jan Josef Liefers neben all den Hollywood-Paaren etwas merkwürdig wirkt.

Privataufnahmen und Promofotos

Das soll freilich nicht heißen, dass sich das Buch nicht lohnen würde. "Liebe am Set" ist sehr kurzweilig geschrieben. Angenehm fällt auch auf, dass der Autor darauf verzichtet, allerlei Gerüchte zu streuen und sich weitgehend an Fakten hält. Ein Pluspunkt ist außerdem die schöne Gestaltung des Bandes, der private und Promofotos der Protagonisten mischt.

Vor allem Neulinge, die erstmals in die längst vergangene Welt der Traumfabrik eintauchen, werden so bei der Lektüre viel Spaß haben und Lust bekommen, sich weiter mit den Hintergründen Hollywoods zu beschäftigen. Dafür bietet das Buch viele interessante Ansatzpunkte. Aber auch wer schon so einiges über die Filmwelt der USA gelesen hat, findet angesichts der ungewöhnlichen Perspektive noch den einen oder anderen bisher unbekannten Aspekt.

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Quelle: n-tv.de

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