Unterhaltung
Wo er ist, ist Kreischalarm. Wo er ist, ist Erfolg. Wo er ist, ist aber auch Ruhe.
Wo er ist, ist Kreischalarm. Wo er ist, ist Erfolg. Wo er ist, ist aber auch Ruhe.(Foto: dpa)

Am süßen, äh, am seidenen Faden: Die Story geht weiter

Von Sabine Oelmann

Ganz ehrlich? Als er nur mal kurz die Welt retten wollte, da war die Bendzkoisierung der Welt so hartnäckig, dass wir abgewunken haben, weil es einfach zu viel war. Jetzt, wo die Welt am seidenen Faden hängt und wir diesen jungen Mann sehr lieb gewonnen haben, nehmen wir das Angebot sehr gerne an.

"Am seidenen Faden" ist ein herrliches Lied, es ist gefühlig, es drückt Dinge aus, die man so auf deutsch nicht oft hört, und sie werden gesungen von dem Mann, der die Welt gerettet hat. Dabei ist er ohne jede James-Bond-Allüre, eher wirkt er wie der nette Junge von nebenan, aber das ist natürlich total subjektiv, wenn man den Kreischalarm bedenkt, der jeden seiner Auftritte begleitet. Auf der Straße wird er noch nicht immer und noch nicht sofort erkannt, aber wenn, dann gibt es - fast - kein Entkommen mehr. "Neulich sind mir Leute gefolgt, Erwachsene, und die haben Fotos geschossen und mit dem Finger auf mich gezeigt, das ist wirklich absurd. Die haben mich an einer Ampel entdeckt und sind dann hinter mir hergefahren, irgendwann hab' ich sie abgehängt", erzählt der 28-Jährige verwundert, als wir ihn im "Politbüro" des Soho-House treffen.

Er wird auch weiterhin für die Welt da sein. Tim Bendzko.
Er wird auch weiterhin für die Welt da sein. Tim Bendzko.

Da sitzt er, erzählt, was für großartige Fotos er schon in dem verspiegelten Tisch geschossen hat, scheint immer noch erstaunt zu sein um den Hype, der um ihn herrscht, und geht so lässig damit um, dass man sich schon fragen muss, wie er das hinkriegt: Er ist ein Genießer. Ganz einfach. "Ich liebe es, wenn die Leute meine Songs mitsingen. Auch bei "Nur mal kurz die Welt retten" ist das so, dass ich es mir einfach noch nicht überhört habe."

Dann dürfte ein Termin, der dieses Jahr noch ansteht, ja ein ganz besonderer sein: Sein Konzert in der Berliner Waldbühne am 3. August. "Ja, Wahnsinn, ich kann es kaum glauben. Ich war da mal Support von Joe Cocker, vor gar nicht allzu langer Zeit, und jetzt habe ich das ganze Ding für mich." Man nimmt ihm ab, dass er das kaum selbst glauben kann (süüüüüß, quietsch), so locker und leicht nimmt er den Erfolg und gleichzeitig arbeit er hart daran: "Wenn ich arbeite, dann richtig, dann schließ' ich mich ein, und dann gib es nichts anderes für eine Weile. Und ich kann das nur zu Hause." War der Druck denn groß nach dem ersten Erfolg? "Geht so, ich habe versucht, das nicht so an mich heran zu lassen." 

Am Seidenen Faden - Die Single ist ein weiterer Ohrwurm.
Am Seidenen Faden - Die Single ist ein weiterer Ohrwurm.

Seine Arbeit in der Jury von "The Voice Kids", wie hat er das erlebt? "Es war toll, die Kinder zu sehen. Es ist manchmal nicht so toll, die zu ehrgeizigen Eltern dazu zu sehen, aber die, die letztendlich in den Shows waren, waren alle okay und standen einfach nur total hinter ihren Kindern. Da sind so irre Talente dabei, dass es einem die Sprache verschlägt." Wäre so eine Casting-Show auch was für ihn gewesen als junger Typ? "Ja, klar, das könnte schon sein, dass ich da hingegangen wäre. Immerhin hab' ich ja auch bei einem Talentwettbewerb der Söhne Mannheims mitgemacht."

Es gibt ja auch noch anderes

Was ist denn sein nächstes Ziel, nachdem er die Welt gerettet hat, Juror bei "The Voice Of Germany Kids" war und die ganze ESC-Kiste überstanden hat? "Ich will einfach nur gute Musik machen." Mit seinem neuen Album ist er auf dem besten Weg: Die erste Single-Auskopplung gibt viel preis, und die Text-Zeile "Ich will keine Winter mehr" ist mehr, als nur ein Seitenhieb auf das noch immer nicht frühlingshafte Wetter, sondern eine Metapher auf das, was in den Herzen der Menschen vor sich geht, also auch in seinem, wenn die Gefühlskälte schier nicht mehr auszuhalten ist. "Amerikanische Künstler machen das doch ständig", findet Bendzko, "aber auf Deutsch ist das immer so eine große Sache." Will er mal einen Song in Englisch aufnehmen? "Eher nicht, das ist nicht die Sprache, in der ich mich hundertprozentig zu Hause fühle, und das brauche ich zum Texten."

Der Berliner hat dieses Wochenende jedoch etwas ganz anderes im Kopf als Musik: Fußball. Er war auf einem Sportgymnasium, und gerne wird behauptet, dass er auch Fußballer hätte werden können, "aber es ist wirklich besser, dass ich singe", lacht er. "Ich hoffe, dass ich noch irgendwie nach London ins Stadion komme", aber viel Hoffnung macht er sich nicht, sein Terminkalender ist voll. Die Schonfrist ist vorbei, jetzt muss er zeigen, dass er durchhält. Bei so viel Lässigkeit, die er ausstrahlt, bei dem Erfolg, der ihn nicht arrogant gemacht hat, bei so viel Bodenhaftung sollte ihm das nicht schwer fallen. 

Tim Bendzko und Band auf Tour:

03.08.2013          Berlin, Waldbühne
06.02.2014          Köln, Palladium
07.02.2014          Münster, Halle Münsterland
09.02.2014          Braunschweig, Stadthalle
10.02.2014          Rostock, Stadthalle
12.02.2014          Bremen, Pier 2
13.02.2014          Magdeburg, Stadthalle
15.02.2014          Lingen, Emsland Arena
16.02.2014          Göttingen, Lokhalle
18.02.2014          Frankfurt, Jahrhunderthalle
19.02.2014          Nürnberg, Frankenhalle
21.02.2014          Erfurt, Thüringenhalle
22.02.2014          Emden, Nordseehalle
24.02.2014          Hamburg, Sporthalle
25.02.2014          Oberhausen, Köpi-Arena
26.02.2014          Hannover, Swiss Life Hall
28.02.2014          Salzburg, Arena
01.03.2014          Wien, Gasometer
02.03.2014          Graz, Helmut-List-Halle
04.03.2014          Freiburg, Rothaus-Arena
05.03.2014          Zürich, Maag-Halle
07.03.2014          Luxemburg, Rockhal
08.03.2014          Stuttgart, Porsche-Arena
10.03.2014          München, Kesselhaus
11.03.2014          Ravensburg, Oberschwabenhalle
13.03.2014          Leipzig, Haus Auensee

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen