Ratgeber

Telefon-Warteschleifen: Abzocke hört nicht auf

Neun Euro für sieben Minuten telefonieren - solche Preise gibt es nicht nur bei Telefonsex-Hotlines, sondern auch beim Kundenservice von GMX. Dass seit letztem Jahr strengere Regeln für Warteschleifen gelten, ist da kein Hindernis.

Die derzeitige Regelung gilt nur übergangsweise. Ab Juni dürfen Warteschleifen nur noch bei Gratis-Nummern oder bei Anschlüssen mit Ortsvorwahl geschaltet werden.
Die derzeitige Regelung gilt nur übergangsweise. Ab Juni dürfen Warteschleifen nur noch bei Gratis-Nummern oder bei Anschlüssen mit Ortsvorwahl geschaltet werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Im letzten Jahr wurden die Regeln für Telefon-Warteschleifen deutlich verschärft. Billiger kommen Anrufer jetzt aber nicht unbedingt weg. Laut einer Untersuchung der Grünen-Bundestagsfraktion haben viele Betreiber immer noch ein Interesse daran, Anrufer möglichst lange in der sogenannten nachgelagerten Warteschleife zu halten. "Der Schaden für die Verbraucher dürfte in die Millionen gehen", erklärten die Grünen-Abgeordneten Bärbel Höhn und Nicole Maisch. Die gesetzliche Neuregelung, wonach die ersten zwei Minuten der Warteschleife kostenfrei sein müssen, laufe "völlig ins Leere".

Seit dem 1. September 2012 müssen ab dem Rufaufbau die ersten zwei Minuten in der Warteschleife einer Sonderrufnummer kostenlos sein. Dabei ist es egal, ob der Kunde aus dem Festnetz oder vom Mobiltelefon aus anruft. Sobald der Anruf entgegengenommen und bearbeitet wird, kann er ganz normal abgerechnet werden. Sogenannte nachgelagerte Warteschleifen dürfen aber auch weiterhin vollständig abgerechnet werden. Um in einer solchen Warteschleife zu landen, reicht es, wenn der Kunde zunächst eine automatische Abfrage beantworten muss und zum Beispiel durch die Eingabe von Ziffern sein Anliegen konkretisiert.

Nach 20 Sekunden verbunden

Mit der teuersten Warteschleife fiel in der Grünen-Untersuchung der E-Mail-Anbieter GMX auf, der für fast sieben Minuten 9,00 Euro in Rechnung stellte. Die längste Warteschleife gab es demnach beim Telefonhersteller Gigaset mit zehn Minuten; wegen eines Minutenpreises von nur 14 Cent hätten sich die Kosten aber in Grenzen gehalten. Positiv fielen bei der Untersuchung Air Berlin, die Hotline der Deutschen Post und der Reiseanbieter tuifly.de auf, wo die Warteschleifen nur rund 20 Sekunden dauerten.

Für die Untersuchung der Grünen wurden 50 Service-Hotlines jeweils zweimal angewählt. Ausgewählt wurden 25 Unternehmen mit 0180-Nummern und 25 mit 0900-Nummern. Der Schwerpunkt lag bei Fluggesellschaften, Handy- und Kommunikationsanbietern, Reiseportalen, Computerreparaturdiensten und Mailanbietern. Bei 0180-Nummern kostete die Minute 0,14 Cent, bei den 0900-Nummern bis zu 3,00 Euro.

Quelle: n-tv.de

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