Ratgeber

Doppelte Haushaltsführung: Auch Garage absetzbar

Miete und Fahrtkosten lassen sich bei beruflich bedingter doppelter Haushaltsführung von der Steuer absetzen. Aber wie sieht es aus, wenn man neben der Zweitwohnung auch noch eine Garage anmietet? Der Bundesfinanzhof schafft Klarheit.

Garagenkosten lassen sich aber nur dann absetzen, wenn es ohne privaten Stellplatz nicht geht.
Garagenkosten lassen sich aber nur dann absetzen, wenn es ohne privaten Stellplatz nicht geht.(Foto: segovax, pixelio.de)

Wer aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung unterhält, kann nicht nur die Wohnungsmiete als Werbungskosten geltend machen. Auch Stellplatz- und Garagenkosten können gegebenenfalls im Rahmen der doppelten Haushaltsführung berücksichtigt werden. Das hat jetzt der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden.

Der Kläger hatte in seiner Steuererklärung sowohl die Kosten für seine Unterkunft angegeben als für den separat angemieteten PKW-Stellplatz. Außerdem machte er Fahrtkosten für die Heimfahrten per Bahn und Pkw geltend. Das Finanzamt wollte zwar die Reisekosten und die Wohnungsmiete anerkennen, aber nicht die Garagenmiete von 720 Euro im Jahr. Das zuständige Finanzgericht wies die Klage ab. Schließlich handle es sich nicht um notwendige Kosten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung. Zudem zähle der Stellplatz nicht zu den Wohnkosten, sondern sei - wie alle anderen Unterhaltskosten für den PKW – schon mit der Entfernungspauschale abgegolten.

Der Bundesfinanzhof (BFH) bewertet die Sache nun aber anders: Wenn Arbeitnehmer für ihren Job eine Zweitwohnung nehmen müssen, dürfen sie auch andere notwendige Mehraufwendungen absetzen, etwa für die Wohnungseinrichtung. Zu diesen Mehraufwendungen könne auch der Garagenstellplatz gehören, etwa wenn die Parksituation am Beschäftigungsort angespannt sei, fanden die Richter. Ob der Arbeitnehmer das Auto für den Arbeitsweg oder Heimfahrten nutzt oder nur in seiner Freizeit, ist demnach unerheblich.  Im konkreten Fall muss sich jetzt nochmal das Finanzgericht mit der Sache befassen und prüfen, ob der private Stellplatz tatsächlich notwendig war.  

Quelle: n-tv.de

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