Ratgeber

Mangelhafte Beratungsprotokolle: Bafin verhängt Bußgelder

Seit gut zwei Jahren müssen Banker ein Protokoll anfertigen, wenn sie Kunden zur Geldanlage beraten. In der Praxis scheint das noch nicht so gut zu funktionieren, erst kürzlich kritisierten Verbraucherschützer die Protokolle als zu schwammig und zu ungenau. Jetzt greift die Bafin durch.

Das Beratungsprotokoll soll auch als Beweismittel bei Falschberatungen dienen.
Das Beratungsprotokoll soll auch als Beweismittel bei Falschberatungen dienen.

Die Finanzaufsicht Bafin hat wegen möglicher Verstöße gegen die Vorschriften bei Anlage-Beratungsprotokollen zehn Bußgeldverfahren eingeleitet. Dabei wurden in zwei Fällen Bußgelder von 18.000 und 26.000 Euro verhängt. Das sagte eine Bafin-Sprecherin und bestätigte einen entsprechenden "Handelsblatt"-Bericht. In beiden Fällen haben die betroffenen Banken Einspruch eingelegt. Das maximale Bußgeld in solchen Fällen beträgt 50.000 Euro.

Seit der Finanzkrise 2010 sind Kreditinstitute verpflichtet, die Anlageberatung bei Wertpapierverkäufen zu protokollieren und diese Protokolle dem Kunden auszuhändigen. Das ist auch dann vorgeschrieben, wenn das Geschäft nicht zustande kommt.
Die Protokolle müssen Aufschluss geben über Anlass und Dauer der Beratung, über Risiken und Gewinnmöglichkeiten. Dabei müssen auch die private Situation des Kunden, seine finanziellen Verhältnisse, seine Kenntnisse des Anlagemarktes und seine Risikobereitschaft dargelegt werden. Unterzeichnet wird das Protokoll vom Berater, nicht vom Kunden.

Nicht immer gibt es Protokolle

Jeder Kunde kann sich an die Bafin wenden, wenn er sich falsch oder unzureichend beraten fühlt. 2011 gab es nach Angaben der Sprecherin 252 Fälle, in denen Kunden angaben, durch falsche Beratung Geld verloren zu haben. Zusätzlich erfasst die Bafin auch bei der Jahresprüfung der Unternehmen nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WPHG), ob sie den gesetzlichen Pflichten nachkommen.

Verbraucherschützer hatten erst in der vergangenen Woche die Anlageprotokolle als unzuverlässig kritisiert. Trotz der gesetzlichen Pflicht seien teilweise überhaupt keine Aufzeichnungen ausgehändigt worden, monierte der Verbraucherzentrale Bundesverband. In einer Stichprobe von 50 Gesprächen in 50 Geldinstituten war dies acht Mal passiert. In 40 Prozent der Fälle hätten Kunden unterschreiben sollen, obwohl dies nur der Berater muss.

Quelle: n-tv.de

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