Ratgeber

Aber nicht für alleBald mehr Durchblick bei der Stromrechnung

17.07.2014, 18:04 Uhr

Woran liegt es, wenn der Strompreis steigt? In Zukunft sollen Verbraucher leichter nachvollziehen können, wie sich ihre Rechnung zusammensetzt. Die Änderung gilt aber nicht flächendeckend.

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Der Grundversorger soll künftig genau erklären, wie sich der Strompreis zusammensetzt. (Foto: dpa)

Millionen Verbraucher sollen künftig eine genauere Auflistung der Kosten in ihren Strom- und Gasrechnungen erhalten. Das geht aus einem Referentenentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium hervor. In bestimmten Fällen sollen Energielieferanten in Zukunft Steuern, gesetzliche Aufschläge und Netzentgelte detailliert ausweisen. Verbraucher sollen dadurch besser erkennen, wer für mögliche Preissteigerungen bei Strom und Gas verantwortlich ist. Diese detaillierte Aufschlüsselung soll es aber nur in der Grundversorgung geben.

Die Grundversorgung ist ein Tarif, in den jeder Strom- oder Gaskunde automatisch eingestuft wird, wenn er sich nicht aktiv für einen anderen Tarif oder Anbieter entscheidet. Das soll sicherstellen, dass jeder Haushalt mit Energie versorgt wird, auch wenn ein Mieter nicht gezielt einen Vertrag abschließt. Meistens sind die Grundversorgungstarife teurer als andere, dennoch werden sie von Millionen Bürgern genutzt – insbesondere von jenen, die noch nie ihren Stromversorger gewechselt haben. In jeder Kommune gibt es einen Energielieferanten, der diie Grundversorgung bereitstellt.

19 Millionen Haushalte sind beim Grundversorger

Bislang sind die Energieversorger nicht verpflichtet, Kosten kenntlich zu machen, die bei der Berechnung der Grundversorgung durch gesetzliche Vorgaben oder den Netzzugang entstehen. Ohne nähere Nachforschungen könne der Kunde daher nicht nachvollziehen, wie sich die Kalkulationen genau zusammensetzen, heißt es in dem Entwurf aus dem Wirtschaftsressort. Das soll sich nun ändern.

Laut "Bild"-Zeitung wären von der Änderung bis zu 19 Millionen Haushalte betroffen - all jene, die jetzt Grundversorgung beziehen. Für alle anderen Verträge greift die Neuerung nicht.

In das Vorhaben ist auch das Bundesverbraucherschutzministerium involviert. Ressortchef Heiko Maas (SPD) sagte, es werde nun mehr Transparenz bei den Energiekosten geben. "Die Kunden können so besser erkennen, ob Preiserhöhungen tatsächlich gerechtfertigt sind", sagte Maas. "Unnötige und unverhältnismäßige Erhöhungen der Stromrechnungen werden Energieunternehmen in Zukunft nur noch schwer durchsetzen können."

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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