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Einbrecher kennen die einschlägigen Verstecke. Wertsachen sollten deshalb im Tresor lagern. Am besten in einem guten.
Einbrecher kennen die einschlägigen Verstecke. Wertsachen sollten deshalb im Tresor lagern. Am besten in einem guten.(Foto: imago/Westend61)
Mittwoch, 25. Oktober 2017

Da lacht der Einbrecher: Billig-Tresore bringen nichts

Tresore für zu Hause sollen Einbrechern das Leben schwer machen. Doch von der massiven Optik sollte man sich nicht täuschen lassen. Manche Modelle lassen sich in Nullkommanix knacken, wie ein Test zeigt.

Klar, Wertsachen und wichtige Unterlagen lässt man besser nicht offen in der Wohnung herumliegen. Aber sind Wäscheschrank, Gefrierfach, Blumentopf oder Kaffeekanne die bessere Alternative? Wohl kaum. Erfahrene Einbrecher kennen auch kreativere Verstecke und bei der Suche sind sie normalerweise nicht zimperlich. Wer ein wirklich sicheres Plätzchen für Familienschmuck und Co sucht, mietet sich am besten ein Bankschließfach. Die Alternative ist der Tresor für zu Hause. Für den sollte man dann aber auch ein paar 100 Euro investieren. Billigmodelle taugen nichts, wie die Stiftung Warentest festgestellt hat.

Zehn Heim-Tresore hat die Stiftung einem Härtetest unterzogen. Sechs von ihnen trugen das Sicherheitslabel S2. Hausratversicherer setzen diese Sicherheitsstufe voraus, wenn sie Wertsachen bis zu 30.000 Euro versichern. Zu Recht, wie sich bei der Überprüfung herausstellte. Die vier Safes ohne Sicherheitszertifikat fielen alle durch. Das lag nicht nur daran, dass sie nicht robust genug gewesen wären. Viele versagten schon bei der Montage.

Nach fünf Minuten durften die Test-Knacker auch Brechstangen zum Einsatz bringen.
Nach fünf Minuten durften die Test-Knacker auch Brechstangen zum Einsatz bringen.

Dabei nützt der beste Tresor nichts, wenn er nicht fest verankert ist. Erfahrungsgemäß versuchen Einbrecher nämlich meist gar nicht, Panzerschränke vor Ort zu öffnen, sondern tragen sie einfach weg. Dumm, wenn die Käufer es den Dieben zu einfach machen, weil sie den Safe nicht richtig montieren. Bei zwei Billig-Modellen lag weder entsprechendes Material bei, noch eine Anleitung. Doch auch der Atlas-Tresor für 400 Euro, den die Stiftung Warentest für "gut" befand", ließ viele Fragen offen. Er kam zwar mit Wandankern, aber ohne Anleitung. Beim "ausreichend" bewerteten Hartmann HPKT war es umgekehrt. Weil die Prüfer nicht genau wussten, welche Dübel und Schrauben sie verwenden sollen, blieb ihnen nur das Trial-and-Error-Verfahren.

Die besten halten zehn Minuten dicht

Wenn Einbrecher den Tresor doch schon vor Ort aufhebeln wollen, haben sie dafür nicht ewig Zeit. In der Warentest-Untersuchung sollten sie den Angriffen bis zu zehn Minuten standhalten. Dabei versuchten es die fachkundigen Panzerknacker zunächst fünf Minuten lang mit einfachem Werkzeug wie Schraubendrehern sowie Hammer und Meißel. Danach durften sie auch schwereres Gerät wie eine Brechstange zum Einsatz bringen. Ließ sich auch damit nichts ausrichten, kam nach zweieinhalb Minuten in einer letzten Phase ein Winkelschneider zum Einsatz. Die beiden besten Modelle, der Combiline von Burg-Wächter und der TA S22 von Atlas, überstanden auch die brachialsten Attacken. Der Powersafe von Rottner forderte den Testknackern zumindest recht viel Einsatz ab. Die anderen Modelle waren bei der Aufbruchsicherheit bestenfalls "befriedigend" - wenn überhaupt.

Die günstigen Tresore von Hellweg und Pearl für 100 beziehungsweise 70 Euro gingen schon nach weniger als zwei Minuten auf. Zum Teil brauchten die Tester bei den Billigtresoren noch nicht einmal Werkzeug. Sie öffneten sich schon durch einen kräftigen Schlag, wenn gleichzeitig der Drehgriff betätigt wurde. Dabei hätten sie die Einbrecher bei Bedarf auch einfach wegtragen können. Das Hellweg-Modell wiegt 17 Kilo, das von Pearl gerade mal 9. Zum Vergleich: Der Testsieger von Burg-Wächter bringt 56 Kilo auf die Waage, das zweitplatzierte Atlas-Modell fast genauso viel. Beide sind mit einem Durchschnittspreis von 400 Euro aber auch etwas kostspieliger.  

Sowohl die besten als auch die schlechtesten Tresore im Test ließen sich per Code entriegeln. Das Zahlensystem ist also nicht per se besser oder schlechter als die Variante mit Doppelbartschlüssel. Wichtig ist natürlich, dass man keine allzu naheliegenden Zahlenkombination wie etwa Geburtsdaten verwendet. Schlüssel können allerdings problematisch sein, wenn Einbrecher sie in der Wohnung vermuten. Auf der Suche richten sie dann womöglich ein ähnliches Chaos an, wie wenn sie den Familienschmuck zwischen Matratzen und Küchengeschirr suchen.

Quelle: n-tv.de

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