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15 Euro für zweiten Kontoauszug: Commerzbank muss Preis senken

Wenn ein Kontoauszug verloren gegangen ist, kann man bei der Bank nach einem Duplikat fragen. Das hat aber seinen Preis: 15 Euro verlangt etwa die Commerzbank für die Neuanfertigung. Das will ihr ein Gericht nun verbieten.

Selbst die Deutsche Bank kalkuliert die Gebühr bescheidener.
Selbst die Deutsche Bank kalkuliert die Gebühr bescheidener.(Foto: picture alliance / dpa)

15 Euro für die Nacherstellung eines Kontoauszugs sind zu viel. Das hat das Oberlandesgericht Frankfurt entschieden und damit den entsprechenden Posten im Preisverzeichnis der Commerzbank für ungültig erklärt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hatte gegen die Gebühr geklagt, weil sie Kunden unangemessen beachteilige.

Generell müssen Banken den ersten Kontoauszug kostenlos zur Verfügung stellen, auf ein Duplikat hat man keinen Anspruch. Für die Nacherstellung von Kontoauszügen dürfen Banken deshalb ein Entgelt verlangen, das sich allerdings an ihren tatsächlichen Kosten orientieren muss. Ein Gewinn durch die Erhebung des Entgelts sei zu vermeiden, betonte das Gericht. Die Commerzbank hatte bei ihrer Kalkulation einen Stundensatz knapp 77 Euro zugrundegelegt – zu viel, fanden Verbraucherschützer und auch die Richter. Auch im Vergleich mit anderen Banken seien 15 Euro unangemessen. So setzt etwa die Deutsche Bank für die gleiche Leistung knapp zehn Euro an.

Gegen das Urteil kann die Commerzbank noch in Revision gehen. Im vergangenen Jahr hat der vzbv bereits vorm Landgericht Dortmund ein ähnliches Urteil erwirkt, das inzwischen rechtskräftig ist. Die Sparkasse Paderborn hatte die Nacherstellung von Kontoauszügen "nach Aufwand" mit einem Stundensatz von 40 Euro abgerechnet, wenn ein Kunde den Auszug mehr als sechs Monate nach der Ersterstellung verlangte. In den Stundensatz rechnete die Sparkasse unter anderem Kosten für die Geschäftsführung, Gebäudekosten, Werbeausgaben und sogar Umlagen für den Sparkassenverband ein. Dem setzten die Richter eine Grenze: Die Bank dürfe nur die Kosten berechnen, die konkret für die Erstellung des Duplikats anfielen. Die allgemeinen Betriebs- und Geschäftskosten gehörten nicht dazu.

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Quelle: n-tv.de

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