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Affe, Hund und Katze tabu: Deutsche dürfen fast alles essen

Spätestens seit dem Dschungelcamp ist klar, essbar ist fast alles. Ob Stierhoden, Froschenkel oder Maden, kulinarisch ist je nach Gusto fast alles erlaubt. Doch was ist gesetzlich untersagt?

Affe, Katze, Döner oder Dogge?
Affe, Katze, Döner oder Dogge?(Foto: picture-alliance / dpa)

Andere Länder andere Sitten. Was mancherorts als Delikatesse gilt, stößt in Deutschland auf Unverständnis und Ekel. So ist Hundefleisch im asiatischen Raum durchaus verbreitet – hierzulande ist das Schlachten der Vierbeiner gesetzlich verboten.

Doch wie verhält es sich mit Pferdefleisch in Tiefkühlgerichten? Damit haben deutsche Verbraucherschützer kein Problem: "Wenn drauf steht, was drin ist, darf hier alles Fleisch in den Handel, das nicht verboten ist, auch Pferdefleisch", sagt Edwin Ernst, Leiter des Referats für tierische Lebensmittel im Stuttgarter Verbraucherschutzministerium. Einzige Ausnahmen: Unsere Verwandten, die Affen, sowie Hunde und Katzen und deren Verwandte dürfen hier nicht geschlachtet und ihr Fleisch auch nicht importiert werden. Importverbote gelten zudem für geschützte Arten wie etwa Meeresschildkröten.

Paragraph 22 der Tierlebensmittel-Verordnung regelt, dass das Fleisch aller Haustiere vom Pferd bis zum Huhn sowie von Farmtieren wie Strauß oder Damwild in den Handel gebracht werden darf, wenn die Tiere durch "Schlachten" also durch "Blutentzug" getötet wurden. Wildtiere wie Hirsch, Dachs oder Höckerschwan müssen jagdlich "erlegt" worden sein. Bei Autounfällen getötete Tiere dürfen deshalb nicht in den Handel.

Für den Gesetzgeber zählen heimische Füchse zu den Hunden und Luchse zu den Katzen. Sie dürfen ebenfalls nicht geschlachtet werden. Das Schlachtverbot für Hunde und Katzen gilt übrigens erst seit 1986. Ihr Verzehr, etwa die Katze als sogenannter Dachhase, war bis in die 60er Jahre noch üblich.

Pferde werden auch in Deutschland für den Verzehr als Steak oder "Original Rheinischer Sauerbraten" geschlachtet. In Baden-Württemberg etwa bringt es allein eine Pferdeschlachterei auf etwa 20 Tiere in der Woche. Weil Pferd und andere sogenannte Einhufer (Equiden) wie der Esel in der Europäischen Union als Schlachttiere gelten, tragen sie zumeist einen Chip, den Equidenpass, der bei der Schlachtung Auskunft über alle erfolgten medizinischen Behandlungen gibt. Verbraucher sollen so vor den Auswirkungen womöglich gefährlicher Medikamente geschützt werden.

Derweil hat die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann wegen des Pferdefleisch-Skandals in Großbritannien und Frankreich vorsorglich ihre Tiefkühl-Lasagne der Eigenmarke A&P aus dem Verkauf genommen. Der Inhalt wird nun untersucht, wie eine Sprecherin des Unternehmens bestätigte. Demnach wurde die Lasagne bereits am Mittwoch vergangener Woche aus dem Handel genommen, und zwar laut Sprecherin "aus Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes". Bislang liege kein Nachweis vor, dass Pferdefleisch verarbeitet sein könnte, sagte sie "Spiegel Online".

Die Frage, von welchem Lieferanten die Lasagne stammte, beantwortete die Firmensprecherin nicht. Für Nachfragen war Kaiser's Tengelmann zunächst nicht erreichbar. Das Verbraucherschutzministerium in Berlin hatte am Montag erklärt, es gebe derzeit "keine Hinweise", dass solche Produkte auch hierzulande auf den Markt gekommen seien.

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Quelle: n-tv.de

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