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Sicherheit in Krisenzeiten?: Deutsche horten Gold

Die Deutschen horten laut einer Studie Gold im Wert von 393 Milliarden Euro. Jeder Erwachsene besitzt demnach im Schnitt 55 Gramm Goldschmuck und 62 Gramm Barren und Münzen. Daneben geht das Gold noch über Wertpapiere in die private Eigentumsbilanz ein.

Knapp sieben Prozent des weltweiten Goldbestandes von 171.300 Tonnen entfallen auf die deutschen Privathaushalte und die Bundesbank.
Knapp sieben Prozent des weltweiten Goldbestandes von 171.300 Tonnen entfallen auf die deutschen Privathaushalte und die Bundesbank.(Foto: REUTERS)

Die deutschen Privathaushalte besitzen fast 8000 Tonnen Gold im Wert von rund 393 Milliarden Euro. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Berliner Steinbeis-Hochschule hervor. Deutsche haben demnach inzwischen mehr Geld in Gold als in direkten Aktienanlagen investiert; die Anleger erwarten vom Goldkauf vor allem einen langfristigen Werterhalt.

Für die repräsentative Studie der Steinbeis-Hochschule für den Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus wurden im Sommer 2012 insgesamt 2000 Bürger ab 18 Jahren befragt. Jeder Erwachsene besitzt demnach im Schnitt 55 Gramm Goldschmuck und 62 Gramm Barren und Münzen im Gesamtwert von 5065 Euro. Dazu kommen goldbezogene Wertpapiere im Wert von durchschnittlich 685 Euro. Gold habe damit einen Anteil von 3,9 Prozent am Gesamtvermögen.

Mehr als die Hälfte ist Goldschmuck

Der Anteil der Goldbesitzer an der deutschen Bevölkerung beträgt laut Steinbeis-Hochschule etwa 69 Prozent. Mehr als die Hälfte davon verfügt allerdings ausschließlich über Goldschmuck. Knapp 30 Prozent der Deutschen besitzen Goldmünzen oder -barren.

Überrascht zeigte sich Heraeus-Geschäftsführer Hans-Günter Ritter darüber, dass etwa die Hälfte der befragten Privatpersonen Goldbesitz zu Hause aufbewahrt. Nur jeder zweite Goldbesitzer deponiert das Edelmetall demnach bei einer Bank oder einem spezialisierten Anbieter. Künftige Gold-Ankäufe planen in erster Linie Vermögende mit einem Netto-Einkommen von mehr als 4000 Euro monatlich.

Hauptargument für den Golderwerb ist der Studie zufolge Sicherheit in Krisenzeiten. Kurzfristige Spekulation spiele dagegen nur eine geringe Rolle. "Kunden stehen den Maßnahmen der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank Fed sowie dem Geschehen an den Kapitalmärkten zunehmend skeptisch gegenüber und möchten ihr Erspartes durch Gold langfristig sichern", erklärte Ritter. Dabei kauften die meisten Privatkunden Gold am liebsten persönlich vor Ort und zahlten bevorzugt in bar. Der Internethandel spiele dagegen nur eine geringe Rolle.

Knapp sieben Prozent des Goldbestandes

"Der Aspekt des physischen Besitzes ist für viele Privatkunden wichtig", erklärte Ritter. Dies erhöhe zum einen das Sicherheitsgefühl bei der Anlage, zum anderen sei der direkte Kauf von physischem Gold transparent und durch eine einfache Abwicklung gekennzeichnet. Mit der Entscheidung für den Goldkauf sind der Studie zufolge die meisten Anleger zufrieden. Nur acht Prozent denken demnach daran, es wieder zu verkaufen. Dagegen planten 85 Prozent für die Zukunft weitere Goldkäufe.

Insgesamt entfielen der Steinbeis-Studie zufolge Ende 2011 knapp sieben Prozent des weltweiten Goldbestandes von 171.300 Tonnen auf die deutschen Privathaushalte und die Bundesbank. Von dem physischen Goldbesitz der Privatanleger von insgesamt 7994 Tonnen entfielen 4236 Tonnen auf Goldbarren- und münzen und 3758 Tonnen auf Goldschmuck. Dazu kamen goldbezogene Wertpapiere in Höhe von 47 Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de

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