Ratgeber

Mehrere hundert Euro sparen: Die besten Kfz-Versicherungen

Freie Werkstattwahl, zusätzlicher Schutz bei Marderbiss oder persönliche Beratung vor Ort – wer auf diese Extras verzichtet, kann bei Abschluss der richtigen Autoversicherung ordentlich sparen. Doch welcher Kfz-Versicherer bietet neben günstigen Preisen auch einen guten Service? Dies hat das Deutsche Institut für Service-Qualität im Auftrag von n-tv getestet.

Die Analyse der Tarife von je vier verschiedenen Fahrzeugkategorien und drei unterschiedlichen Kundenprofilen ergab erhebliche Preisunterschiede zwischen den Versicherern. Bei Verzicht auf einige Vertragsleistungen fiel das Einsparpotential enorm aus.

Hohes Sparpotential

Bei den Direktversicherern lag die maximale Ersparnis für das Kundenprofil "Familie mit VW Golf" bei mehr als 800 Euro pro Jahr. Bei den Filialversicherern konnten im Testfall "Single mit 5er BMW" fast 3.000 Euro gespart werden, wenn statt des teuersten Komfort-Tarifs der günstigste Basis-Tarif gewählt wurde. Und selbst bei annähernd gleichem Leistungsumfang waren Einsparungen von bis zu 60 Prozent möglich.

Angebote genau vergleichen

Doch Vorsicht ist geboten: "Jeder Verbraucher sollte die Jahresbeiträge bei mehreren Anbietern vergleichen, denn ein und derselbe Tarif konnte für das eine Kundenprofil günstig ausfallen und für ein anderes wiederum teuer sein", warnt Bianca Möller, Geschäftsführerin des Marktforschungsinstituts.

Unterschiede beim Service

Bei der Analyse der Servicequalität per Telefon, E-Mail und Internet erreichten die Direktversicherer ein gutes Ergebnis und schnitten damit besser ab als die Filialversicherer, die nur ein befriedigendes Qualitätsurteil erzielten. Eine Stärke der Online-Anbieter lag vor allem in der schnellen Bearbeitung von E-Mail-Anfragen. Kunden erhielten hier durchschnittlich innerhalb von weniger als 17 Stunden eine Antwort, bei Filialversicherern musste ganze 54 Stunden gewartet werden.

"Ein gutes Drittel der E-Mails an Versicherer mit Vermittlernetz blieb während des Testzeitraumes sogar völlig unbeantwortet", kritisiert Serviceexpertin Möller. Am Telefon antworteten die Mitarbeiter der Versicherungsbranche zwar kompetent, doch zeigten sie sich weniger freundlich und auch die Gesprächsatmosphäre stellte sich als verbesserungswürdig dar.

Bei den Direktversicherern erreichte das durchschnittliche Serviceniveau einen befriedigenden Wert. Sehr gut (100-80 Punkte)schnitten zwei Anbieter und gut (79,9-70 Punkte) acht weitere ab. Die Qualitätsurteile befriedigend (69,9-60 Punkte) und ausreichend (59,9-40 Punkte) wurden jeweils einmal vergeben. Einen mangelhaften Service (39,9-0 Punkte) zeigten zwei Versicherer.

Die Filialversicherer befanden sich im Durchschnitt auf einem befriedigenden Serviceniveau. Ein Unternehmen erzielte eine sehr gute, zwei weitere eine gute Bewertung. Für sechs Anbieter gab es eine befriedigende, für die neun übrigen eine ausreichende Beurteilung.

Produktanalyse im Überblick

Gegenstand der Produktanalyse waren die Höhe der Tarife (die Preise) und die Ausstattung der Produkte (die Vertragsleistungen). Daraus ergab sich das Testurteil für die Versicherungsprodukte mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis.

Der Analyse der Prämien (Versicherungsbeiträge) lag eine Erhebung für zwölf verschiedene Kundenprofile mit vier Automobilklassen und drei Kundentypen zugrunde. Die Bewertung führten die Experten vom Deutschen Institut für Servicequalität getrennt nach Direkt- und Filialversicherern durch. Stand auf den Websites der Unternehmen ein Tarifrechner zur Verfügung, wurden die Tarife darüber online erhoben. Daran schloss sich eine Anfrage an die Pressestellen der Versicherer zur Validierung der Ergebnisse mit dem Stand 1. August 2012 an. Da HDI Direkt, HDI24, LVM, Westfälische Provinzial und Württembergische nicht auf diese Anfrage antworteten, war in diesem Fall keine Bewertung der Tarife möglich.

Um eine Vergleichbarkeit der Daten zu gewährleisten, wurden die Anfrageprofile bei allen ausgewählten Versicherern identisch eingesetzt. Die Einordnung der Tarife erfolgte anhand einer Benchmarkbewertung. Das bedeutet, dass dem jeweils günstigsten Tarif in einem Profil der Wert 100 zugewiesen wurde und dem teuersten der Wert 0. Die übrigen Tarife erhielten entsprechende Werte dazwischen.

Der gewünschte Versicherungsschutz war Vollkasko und sollte eine Selbstbeteiligung von 300 Euro für die Voll- und 150 Euro für die enthaltene Teilkasko einschließen. Wenn möglich sollte in der Haftpflicht für den günstigsten Tarif die gesetzliche Mindestdeckung enthalten sein. Rabatte bei Online-Abschluss wurden berücksichtigt.

Zum Einsatz kamen die folgenden drei Kundenprofile:

Profil A: Single, Großstadt, hohe Regionalklasseneinstufung, 25 Jahre, weiblich, SF3, 8.000 km, Mietwohnung
Profil B: Paar, kleine Stadt, mittlere Regionalklasseneinstufung, 40 Jahre, männlich (+ Partnerin, zusammenlebend), SF9, 36.000 km, Eigentumswohnung
Profil C: Familie mit fahrberechtigtem Kind, ländlich, niedrige Regionalklasseneinstufung, 60 Jahre, männlich (+ Frau und Sohn, 19 Jahre), SF15, 19.000 km, eigenes Haus

Für die zwölf Kombinationen aus Kundenprofil und Fahrzeugklasse gab es keinen durchgängig preiswertesten Tarifanbieter bei den Direktversicherern. Für die jeweils unterschiedlichen Kombinationen waren sechs verschiedene Anbieter am günstigsten. Insgesamt erwies sich der Basis-Tarif von AdmiralDirekt als der günstigste unter allen von den Direktversicherern angebotenen Tarifen. Für die drei Kundenprofile in Kombination mit VW Golf war der Versicherungsbeitrag hier am niedrigsten.

Der Basis-Tarif mit Kasko Select (Verzicht auf die freie Werkstattwahl im Schadensfall) von HUK24 lag knapp dahinter auf Rang zwei. Für die Kundenprofile Single und Familie bot der Tarif günstige Jahresprämien. Im Kundenprofil Single ergab sich bei drei Fahrzeugtypen sogar das günstigste Angebot unter den analysierten Tarifen. Auf Rang drei folgte der Tarif Basis von Allsecur. Dieser lohnte sich besonders in zwei Fällen für Paare mit größerem Auto (Audi A4 und BMW 5er). Der teuerste Tarif im Vergleich war der Komfort normal von Europa. Ein Angebot konnte in diesem Tarif zudem nur für ein Drittel der Kombinationen erstellt werden. Grund waren unter anderem Einschränkungen bezüglich Schadenfreiheits- und Wagenklasse.

Zwischen den verschiedenen Direkt-Anbietern zeigten sich große Preisunterschiede. Sogar ein und derselbe Tarif konnte für einen Kunden eher günstig und für einen anderen teuer sein. Dies verdeutlicht, wie wichtig der individuelle Vergleich bei der Kfz-Versicherung ist. Vor allem bei Familien mit fahrberechtigtem Kind lohnte sich das genaue Hinsehen. Das maximale Einsparpotenzial beim Umstieg vom teuersten Komfort-Produkt zum günstigsten Basis-Produkt (mit eingeschränkter Produktausstattung) lag bei 58 Prozent für das Kundenprofil Familie mit VW Golf. Der Tarif Komfort von Allsecur kostete jährlich 1.435,43 Euro, während der Basis Tarif von AdmiralDirekt bereits für 597,65 Euro abzuschließen war. Das entsprach einer Ersparnis von 837,78 Euro.

Doch auch zwischen den unterschiedlichen Komfort-Produkten mit umfangreicher Leistungsausstattung offenbarten sich enorme Differenzen. So konnte die Familie mit Opel Corsa bei einem Wechsel von Allsecur (1.165,33 Euro) zu Ergo Direkt (582,78 Euro) bei annähernd vergleichbarer Ausstattung die Hälfte der Jahresprämie einsparen. Bei den Basis-Tarifen zeigten sich etwas weniger stark ausgeprägte Unterschiede.Einsparungen von bis zu 47 Prozent waren aber auch hier möglich. So konnte die Familie mit Opel Corsa ihren Versicherungsbeitrag von jährlich 948,80 Euro (Direct Line Basis) auf 500,89 Euro (Ergo Direkt Kfz-Schutz) reduzieren.

Auch bei den Filialversicherern zeigten sich große Preisunterschiede. Wie bei den Direktversicherern waren häufig auch Tarife für das eine Kundenprofil günstig und gleichzeitig für ein anderes teuer. Während die PKW-Versicherung mit Top-Schutz von Gothaer beispielsweise für das Profil Single mit Audi A4 kostengünstig ausfiel, war das Profil Paar mit dem Opel Corsa hier vergleichsweise teuer.

Die jeweils günstigsten Tarife in den zwölf Kombinationen aus Automobil und Kundenprofil verteilten sich auf insgesamt vier verschiedene Filialversicherer. Im Durchschnitt am günstigsten war der Basis Tarif mit Kasko Select von HUK-Coburg. Für fünf der zwölf Profile fanden sich hier die niedrigsten Versicherungsprämien. In dem Profil Single fielen die Tarife von HUK-Coburg immer am günstigsten aus. Der Tarif AutoBasis mit ServiceKasko von Provinzial Rheinland belegte den zweiten Rang und war für drei Kombinationen die preiswerteste Wahl. Dahinter folgte der Tarif Aktiv mit Kasko-Mobil von DEVK. Für den Tarif verlangte der Anbieter zwar in keinem Fall die niedrigste Jahresprämie, insgesamt war das Preisniveau jedoch niedrig. Das teuerste Produkt im Durchschnitt bot Versicherungskammer Bayern mit dem Tarif Optimal. In fünf der zwölf abgefragten Kombinationen wurde hier der höchste Versicherungsbeitrag fällig.

Die Unterschiede in den Jahresprämien waren ähnlich stark ausgeprägt wie bei den Direktversicherern. In der Spitze fielen die Differenzen sogar noch höher aus. Das größtmögliche Einsparpotenzial ergab sich für des Profil Single mit 5er BMW bei einem Wechsel von Versicherungskammer Bayern (Tarif Optimal) zu HUK-Coburg (Basis Tarif, Kasko Select). Hier konnten mit fast 3.000 EUR mehr als 63 Prozent der Jahresprämieeingespart werden, wenn auch bei verringertem Leistungsumfang.

Auch bei ähnlichem Leistungspaket waren die Unterschiede mitunter beträchtlich. An zwei Beispielen lässt sich dies nachvollziehen: Bei einem Versicherungswechsel der Familie mit VW Golf im Basis-Tarif betrug die Einsparung etwa 60 Prozent (Allianz, Auto Online Service, Kasko Direkt: 1.481,06 Euro gegenüber DEVK, Aktiv mit Kasko-Mobil (582,19 Euro). Eine fast 52 Prozent niedrigere Jahresprämie bei den Komfort-Tarifenkonnte der Single mit BMW 5er zahlen (Versicherungskammer Bayern, Tarif Optimal: 4.627,77 Euro gegenüber Gothaer, Pkw-Versicherung Top-Schutz: 2.233,45 Euro).

Die Testsieger im Überblick

Testsieger und damit "Bester Kfz-Versicherer 2012" wurde bei den Filialversicherern DEVK. Das Unternehmen verdankte das hervorragende Abscheiden vor allem den sehr guten Ergebnissen in der Serviceanalyse. E-Mail-Anfragen wurden besonders schnell, vollständig und individuell beantwortet. Auch am Telefon berieten die Mitarbeiter sehr kompetent. Die informative Website gehörte ebenfalls zu den Stärken des Versicherers. Bei den Produkten fiel der Basis-Tarif fast immer sehr günstig aus, während der Komfort-Tarif umfangreich ausgestattet war.

Auf dem zweiten Rang platzierte sich VHV. Der Basis-Tarif war günstig und gleichzeitig umfangreich ausgestattet. Damit erzielte dieser Tarif die höchste Bewertung unter den analysierten Basis-Produkten. Im Service erhielt das Unternehmen eine gute Bewertung bei den Kontaktbereichen Internet und E-Mail.

Auf Rang drei folgte HUK-Coburg vor allem aufgrund eines starken Angebots. In der Produktanalyse erreichten sowohl der Basis- als auch der Komfort-Tarif den zweiten Rang. Auf das Ergebnis der Serviceanalyse wirkte sich positiv aus, dass das Unternehmen E-Mail-Anfragen besonders gut bearbeitete.

 

HUK24 ging als Testsieger bei den Direktversicherern aus der Studie hervor und überzeugte mit seinen Produkten. Der Basis-Tarif war sehr günstig und zeigte unter den Online-Anbietern das zweitbeste Preis-Leistungsverhältnis. Der Komfort-Tarif punktete mit der umfangreichsten Leistungsausstattung. Das gute Resultat in der Serviceanalyse rundete das positive Ergebnis von HUK24 ab. Hier punktete das Unternehmen insbesondere mit einer schnellen Bearbeitung von E-Mail-Anfragen.

Rang zwei im Gesamtergebnis erreichte DA Direkt. In allen getesteten Servicebereichen erzielte das Unternehmen ein gutes Ergebnis. Bei den Tarifen punktete das Basis-Produkt

Standard mit Kasko Spezial – speziell in dem vorgegebenen Kundenprofil Paar.

Den dritten Rang nahm Hannoversche ein. In der Serviceanalyse überzeugte die sehr gute Bearbeitung der Anfragen per Telefon und E-Mail. Auch das Basis-Produkt trug mit überdurchschnittlich günstigen Preisen zum positiven Ergebnis bei.

Die Sparkassen Direktversicherung bot den besten Service bei den Direktversicherern. Fragen per Telefon und E-Mail wurden bereits nach kurzen Warte- und Bearbeitungszeiten kompetent beantwortet. In der Produktanalyse fiel der Komfort-Tarif durch seine sehr umfassenden Vertragsleistungen positiv auf.

Admiral Direkt bot im Produkttest der Direktversicherer den Tarif mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis (Komfort Tarif) und den günstigsten Tarif (Basis Tarif) an. In der Serviceanalyse punktete das Unternehmen mit einem guten Internetauftritt, der über sehr umfangreiche Informationen zur Kfz-Versicherung verfügte.

AachenMünchener positionierte sich mit dem Komfort-Tarif Optimal bei der Bewertung des Preis-Leistungsverhältnisses auf dem ersten Rang unter den Filialversicherern. Der Tarif glänzte mit sehr umfangreichen Vertragsleistungen zu einem vergleichsweise günstigen Preis. Auch der Basis-Tarif konnte preislich überzeugen.

Insgesamt wurden die Tarif- und Service-Leistungen von 32 Anbietern bewertet – getrennt nach Filial- und Direktversicherern. Neben der Analyse der Tarifhöhe auf Basis von mehr als 600 Preisdaten gehörte eine Prüfung und Bewertung der Vertragsleistungen der jeweiligen Produkte zum Untersuchungsumfang. Darüber hinaus analysierten die Marktforscher anhand von 972 verdeckten Kontakten den Kundenservice am Telefon, per E-Mail und im Internet.

Quelle: n-tv.de

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