Ratgeber

Steuererklärung für 2013: Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Von Michael Bormann

Der Countdown läuft. Bis zum 2. Juni müssen alle Unterlagen für die Steuererklärung 2013 beim Finanzamt vorliegen. Die gute Nachricht: Es gibt neue Möglichkeiten, die Steuererstattung zu erhöhen.

Lohnt sich fast immer: Die Steuererklärung.
Lohnt sich fast immer: Die Steuererklärung.(Foto: imago/Christian Ohde)

Eine Neuerung gilt für alle Steuerpflichtigen: Der Grundfreibetrag wurde für das Jahr 2013 von 8004 auf 8130 Euro erhöht. Im kommenden Jahr steigt der Freibetrag um weitere 224 auf dann 8354 Euro. Für Ehepaare gilt der doppelte Satz. Bei Ledigen führt der höhere Grundfreibetrag für 2013 zu einer Steuererstattung von maximal 25,32 Euro. Ehepaare bekommen im Höchstfall 50,64 Euro mehr heraus.

Gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften

Im vergangenen Jahr hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass der Fiskus gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften und Ehen steuerlich gleichbehandeln muss. Die Entscheidung gilt rückwirkend bis zum Jahr 2001. Eingetragene Lebenspartner profitieren damit vom sogenannten Splitting (vormals Ehegattensplitting). In der Steuererklärung für 2013 können erstmals nicht nur die "Ehefrau" und der "Ehemann", sondern auch "Lebenspartner A" und "Lebenspartner B" aufgeführt werden.

Trainer und Sanitäter

Den Freibetrag für Übungsleiter in Sportvereinen und Rettungssanitäter erhöhte der Gesetzgeber von 2100 auf 2400 Euro. Vereine können seit dem vergangenen Jahr bis zu dieser Obergrenze ihre Übungsleiter, Ausbilder und Betreuer entlohnen, ohne dass diese Steuern oder Sozialabgaben abführen müssen. Dieser erhöhte Übungsleiterfreibetrag gilt auch für Rettungssanitäter. Gleichzeitig können Vereine und andere gemeinnützige Organisationen ihren ehrenamtlichen Helfern wie Kassen- oder Platzwarten bis zu 720 Euro steuerfrei zahlen. Bislang galt ein Freibetrag von 500 Euro pro Jahr.

Aufwendungen für Altersvorsorge

Dr. Michael Bormann ist Gründungspartner und Steuerexperte der Sozietät bdp Bormann Demant & Partner.
Dr. Michael Bormann ist Gründungspartner und Steuerexperte der Sozietät bdp Bormann Demant & Partner.

Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung, für berufsständische Versorgungskassen oder die private "Rürup-Rente" sind bis zu 20.000 Euro pro Jahr steuerfrei – für Ehegatten gilt hier wieder der doppelte Betrag. Die Steuerbefreiung gilt für 2013 aber nur für 76 Prozent der gezahlten Beiträge, also für maximal 15.200 Euro bei Ledigen und 30.400 Euro bei Verheirateten. Das sind aber immerhin zwei Prozentpunkte mehr als 2012. Erst im Jahr 2025 werden die Finanzämter die entsprechenden Beiträge voll anerkennen.

Elektrofahrzeuge

Mit der Steuererklärung für 2013 werden Hybrid- und Elektrofahrzeuge als Dienstwagen bessergestellt. Bislang mussten Arbeitnehmer, die einen Dienstwagen auch privat nutzen, ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Da Hybrid- und vor allem reine Elektrofahrzeuge aufgrund der hohen Kosten für die Batterie teurer als vergleichbare Benziner sind, kamen sie unter steuerlichen Gesichtspunkten schlecht weg. Jetzt können vom Listenpreis die Batteriekosten abgezogen werden – und zwar 500 Euro pro Kilowattstunde bis maximal 10.000 Euro.

Scheidungskosten

Neben den aufgeführten Verbesserungen gibt es für Geschiedene eine Verschlechterung. Denn die Kosten der Scheidung werden von der Finanzverwaltung nicht mehr als außergewöhnliche Belastung anerkannt. Die Kosten sind nur noch dann absetzbar, wenn bei der Scheidung die wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel steht. Diese Neuregelung ist aber rechtlich umstritten. Deshalb empfehlen wir, Scheidungskosten weiterhin als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend zu machen und gegebenenfalls gegen den Steuerbescheid später Einspruch zu erheben.

Steuerpflichtigen, denen die Abgabefrist bis zum 2. Juni zu knapp ist, bleibt noch ein Schlupfloch: Bei der Unterstützung durch einen Steuerberater bleibt bis zum 31. Dezember 2014 Zeit, um die Steuererklärung für 2013 beim Finanzamt abzugeben.

Quelle: n-tv.de

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