Ratgeber

Effizienter Feuern: Ein Kamin fürs ganze Haus

Kamine stehen bei den Deutschen hoch im Kurs. Doch die klassischen Feuerstätten sind allenfalls eine gelegentliche Ergänzung zur normalen Heizung. Wasserführende Öfen können mehr: Sie heizen nicht nur das Wohnzimmer, sondern im besten Fall das ganze Haus. Wer sich für das System interessiert, sollte die heizfreie Periode nutzen und jetzt aktiv werden.

Im Moment denkt man bei Feuerstätten eher an den Würstchengrill als an Kamine. Doch der nächste Winter kommt bestimmt.
Im Moment denkt man bei Feuerstätten eher an den Würstchengrill als an Kamine. Doch der nächste Winter kommt bestimmt.(Foto: Claudia Hautumm, pixelio.de)

Ein Kaminofen im Wohnzimmer ist der Inbegriff von Gemütlichkeit. Effizient sind sie allerdings nicht gerade.  Klassische Öfen geben ihre Wärme nur an diesen einen Raum ab. Und für den produzieren sie meist mehr Energie als notwendig. Eine Alternative sind wasserführende Öfen. Sie werden in den Heizkreislauf integriert, so dass die überschüssige Energie genutzt werden kann. Wer umrüsten will, sollte die kommenden Monate zwischen den Heizperioden nutzen.

In einem Passivhaus kann ein automatisch beschickter wasserführender Ofen als Zentralheizung dienen. Ansonsten ergänzt er eine Gas-, Öl- oder Brennwertheizung. "Als ein Element in einem multivalenten Heizsystem ist ein wasserführender Ofen prinzipiell in den meisten Häusern vorstellbar", erklärt Hanno Lang-Berens, Energieberater bei der Verbraucherzentrale Bayern. Dadurch kann ein Teil der fossilen Energieträger durch Biomasse ersetzt werden.

Nur ein  Teil der Strahlungswärme heizt den Aufstellraum. Der andere Teil wird über einen Wasserwärmetauscher entzogen, über einen Pufferspeicher in das Zentralheizsystem eingespeist und dort zum Heizen weiterer Räume oder zur Warmwasserbereitung genutzt.

Holz ist nur zweite Wahl

Es gibt wasserführende Öfen, die Scheitholz verbrennen. Sie sind jedoch nicht für den Dauerbetrieb geeignet und müssen für den Fall eines Stromausfalls mit einer Wassernotkühlung gesichert sein. Eine Alternative sind Pelletöfen. "Sie sind deutlich teurer und vom Volumen etwas größer. Sie haben den Vorteil, dass sie automatisch beschickt werden und keine Notkühlung erfordern", sagt Lang-Berens.

Neben dem Ofen selbst sind der Pufferspeicher, eine Rücklaufanhebung, eine Umwälzpumpe und eine Steuerungseinheit nötig. "Für einen Holzofen kann man etwa 3500 Euro veranschlagen, für einen Pelletzimmerofen 5000 bis 6000 Euro. Die Anpassung an das Heizungssystem samt den übrigen Elementen kostet noch mal rund 6000 Euro", weiß der Heizungsbauer Helmut Sauter vor.

Ob sich die Investition in ein solches Heizsystems lohnt, sollte gut durchgerechnet werden. "Für die Gelegenheitsnutzung ist es denkbar ungeeignet, erst recht, wenn es mit Holz betrieben wird, das man erst kaufen muss", urteilt Sauter. Gibt es jedoch einen ausreichend großen Pufferspeicher durch eine Solaranlage, reduziere das die Kosten. Besonders effizient sind Pelletöfen, die ihre Wärmeabgabe an den Raum anpassen.

Diese Fachleute helfen

Ansprechpartner bei der Planung ist der Schornsteinfeger. Er kann beurteilen, ob am geplanten Standort alle Brandschutzvorschriften eingehalten werden. Außerdem prüft er, ob eventuell ein zusätzlicher zweiter Schornstein benötigt wird. Auch bei der Berechnung der Dimensionierung des Ofens ist der Schornsteinfeger unverzichtbar: Denn vom Schornsteinquerschnitt hängt es ab, welche Ofengröße und -leistung mit dem vorhandenen Schornsteinquerschnitt realisiert werden kann. Das sind wichtige Kenngrößen für die Auswahl eines konkreten Produktes. Ein Ofenbauer oder ein Kaminstudio berechnet mit Hilfe eines Grundrisses den Wärmebedarf. Spätestens jetzt sollte ein Installateur mit ins Boot geholt werden. Er muss in Abhängigkeit von der Ofengröße den Pufferspeicher dimensionieren.

Genau wie bei der Einstellung der zentralen Steuerung kann man dabei viel falsch machen. "Nicht jeder Installateur kann Erfahrungen mit multivalenten Heizsystemen vorweisen", betont Lang-Berens. Er rät daher, sich Referenzen geben zu lassen und die genannten Kunden zu kontaktieren. Beim Aufstellen und Anschließen des Ofens schließlich arbeiten Ofenbauer und Installateur Hand in Hand.

Quelle: n-tv.de

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