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120.000 Wohngebäudepolicen betroffen: Ergo droht Versicherten mit Kündigung

"Die Ergo-Wohngebäudeversicherung bietet Ihnen finanziellen Schutz für Ihr Wohngebäude". Klingt gut, oder? Dumm nur, dass die Assekuranz günstige Verträge kündigt, um deutlich teurere Verträge an den Mann zu bringen.

Versicherungen können Verträge mit einer dreimonatigen Frist zum Ende des Versicherungsjahres kündigen.
Versicherungen können Verträge mit einer dreimonatigen Frist zum Ende des Versicherungsjahres kündigen.(Foto: picture alliance / dpa)

Es läuft nicht gut für die Ergo-Versicherungsgruppe und ihre Gebäudesparte. Auf knapp 40 Millionen Euro beläuft sich der Verlust im Jahr 2012. Also Zeit zu handeln und Post für die Versicherten. Die Besitzer von Wohngebäudeversicherungen sollen neue, teurere Verträge abschließen. Diese sind im Schnitt rund 14 Prozent teurer als die Alt-Verträge, in Einzelfällen können sich die Prämien sogar verdoppeln. Die alten, günstigen Verträge werden ihnen gekündigt, wie zunächst die "Süddeutsche Zeitung" berichtete und eine Ergo-Sprecherin bestätigte.

Doch auch andere Gesellschaften kündigen unrentable Wohngebäudeversicherungen, die sich als unattraktiv herausgestellt haben, wie der Bund der Versicherten (BDV) zu berichten weiß. Allerdings bescheinigt der BDV der Ergo-Versicherungsgruppe in seinem drastischen Vorgehen eine Vorreiterrolle.

Etwaige Vorwürfe werden von der Ergo-Sprecherin naturgemäß ­zurückgewiesen. Demnach wolle man nicht den Bestand kündigen, sondern die Verträge zu aktuellen und zeitgemäßen Konditionen fortführen. Zudem würden viele der Altverträge hinsichtlich der Konditionen von Verbraucherschützern mittlerweile als unzureichend eingestuft werden. Deshalb werde den Kunden angeboten, auf die aktuellen Konditionen umzusteigen, so die Ergo. Erst wenn keine Einigung erzielt werden kann, erfolgt die Kündigung.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sieht die Versicherung rein formal im Recht. Denn die Versicherungen können Verträge nach einem Schaden oder mit einer dreimonatigen Frist zum Ende des Versicherungsjahres kündigen. Eine einfache Beitragserhöhung kommt indes nicht infrage, denn die entsprechende Klauseln fehlen in den Alt-Verträgen.

Verbraucherschützer raten betroffenen Kunden, die Gelegenheit zu nutzen, um Vergleichsangebote einzuholen und eventuell zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.

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Quelle: n-tv.de

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