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Stadtwerke kappen Netzzugang: Flexstrom hat mal wieder Ärger

Weil zwei Ökostrom-Töchter von Flexstrom bei den Stadtwerken Wuppertal in der Kreide stehen, greifen diese zum letzten Mittel: dem Entzug des Netzzugangs. Die betroffenen Kunden rutschen bis auf Weiteres in die Grundversorgung.

Bei den Stadtwerken Wuppertal wird nun das weitere Vorgehen geprüft.
Bei den Stadtwerken Wuppertal wird nun das weitere Vorgehen geprüft.

Die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) haben zwei Tochterfirmen des Billigstromanbieter Flexstrom den Strom abgedreht. Wie das "Handelsblatt" berichtete, sei der Lieferantenrahmenvertrag mit Löwenzahn Energie und Optimal Grün von den dortigen Stadtwerken fristlos zum 18. Januar gekündigt worden. Die Unternehmen hätten die Netzgebühren nicht oder nur unregelmäßig gezahlt. Das Angebot der Stadtwerke, auf Vorkasse umzustellen, blieb den Angaben zufolge unbeantwortet.

Flexstrom hält die Vorwürfe für haltlos: Die Saldi bei den Stadtwerken seien nicht nur ausgeglichen, sondern wiesen "teilweise sogar ein fünfstelliges Guthaben zu unseren Gunsten aus", teilt Flexstrom-Sprecher Dirk Hempel gegenüber n-tv.de mit. Das werde nun geprüft, heißt es bei den WSW. Insgesamt gebe es aber Ausstände von "erheblichem Ausmaß", so ein Sprecher der Stadtwerke zu n-tv.de. Gründe für die Zahlungsrückstände nannte Flexstrom demnach nicht.

Bundesnetzagentur soll schlichten

Flexstrom sieht sich zu Unrecht belangt: Die Kündigung sei weder sachlich noch formell begründet. Mit der Verweigerung des Netzzugangs verstießen die Stadtwerke willkürlich gegen die Marktliberalisierung. Man werde deshalb ein Missbrauchsverfahren bei der Bundesnetzagentur anstrengen.

Das hat Flexstrom auch schon im letzten Oktober gemacht, als die Stadtwerke Emsdetten dem Versorger den Netzzugang kappten. Damals kam auf Vermittlung der Bundesnetzagentur innerhalb weniger Tage ein Kompromiss zustande. Unter anderem einigte man sich darauf, dass Flexstrom für eine gewisse Zeit im Voraus zahlen sollte, während die von Flexstrom beanstandeten Rechnungen gesondert geprüft werden sollten.  

Solange sich Flexstrom und die WSW nicht einig werden, fallen die Kunden von Löwenzahn Energie und Optimal Grün in der Region in die Grundversorgung. Sie müssen ihren Strom nun also bei den Stadtwerken bezahlen – auch wenn sie ihre Stromrechnung schon per Vorkasse beglichen haben. Insgesamt sollen von der Netzkappung wenige hundert Kunden betroffen sein.

Stromanbieter im Vergleich

Quelle: n-tv.de

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