Ratgeber

Cannabis als Medizin: Gericht erlaubt Selbstanbau

Schon vor über 4000 Jahren wurde Cannabis als Arzneimittel verwendet und auch heute setzt die Medizin auf Cannabinoide, etwa in der Schmerztherapie oder bei Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose. Doch Kranke, die sich Cannabis selbst anbauen möchten, machen sich strafbar. Das könnte jetzt anders werden.

Der Eigenanbau ist nur unter strengen Auflagen möglich.
Der Eigenanbau ist nur unter strengen Auflagen möglich.(Foto: picture alliance / dpa)

Schwerkranke dürfen unter bestimmten Bedingungen Cannabis selbst anbauen, wenn es keine Behandlungsalternative gibt. Das hat das Oberverwaltungsgericht Münster festgestellt (Az.: 13A 414/11).

Patienten, für deren Erkrankungen keine anderen und zumutbaren  Therapien zur Verfügung stehen, können einen Antrag an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn stellen, wie Gerichtssprecher Ulrich Lau sagte. Es sei möglich, im Rahmen einer ärztlich begleiteten und überwachten Selbsttherapie Cannabispflanzen in der eigenen Wohnung anzubauen.

Bislang wurden solche Anträge auf Anweisung des Bundesgesundheitsministeriums grundsätzlich abgelehnt. Diese Praxis sei aber rechtswidrig, erklärte das Gericht. "Das Urteil ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer besseren Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten auf Cannabisbasis", so Franjo Grotenhermen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin.

Cannabisprodukte aus der Apotheke seien für viele Patienten unbezahlbar, sagte Grotenhermen. Durch einen legalisierten Eigenanbau eröffne sich für sie erstmals eine erschwingliche Alternative. Weil die Krankenkassen bisher die Erstattung der Kosten einer Behandlung mit Cannabismedikamenten überwiegend verweigern, seien die Patienten bislang auf illegale Quellen oder Eigenanbau angewiesen.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen