Ratgeber

Kaffeemaschinen im Test: Geschmack muss nicht teuer sein

von Isabell Noé

Für viele ist die Filterkaffeemaschine eins der wichtigsten Geräte in der Küche und im Büro. Einfache Modelle gibt es schon für 20 Euro, wer seine Küche mit einem Designstück veredeln möchte, kann aber auch ein Vielfaches davon ausgeben. Die Funktion bleibt immer die gleiche - Kaffee machen. Die Stiftung Warentest hat geprüft, welche Maschine am besten darin ist.

In der Glaskanne sollte Kaffee nicht länger als 30 Minuten bleiben.
In der Glaskanne sollte Kaffee nicht länger als 30 Minuten bleiben.(Foto: Melitta)

Für viele Menschen beginnt der Tag mit Blubbern, Bullern und Röcheln – und dem Duft von frisch gebrühtem Kaffee. Auch wenn in vielen Küchen inzwischen Pad- oder Kapselmaschinen stehen oder teure Kaffeevollautomaten mit Milchschaumdüse und Mahlwerk, fließt auch noch reichlich Filterkaffee die Kehlen hinab. Rund 3,4 Millionen Maschinen würden Jahr für Jahr in Deutschland verkauft, so die Stiftung Warentest. 15 Modelle hat sie für die Dezember-Ausgabe des "Test"-Hefts einer ausführlichen Prüfung unterzogen. Vom Designobjekt für 170 Euro bis zur 20 Euro-Maschine vom Discounter war alles dabei.

Edelstücke wie der Techivorm Moccamaster oder der T8 Brühautomat von Krups sind zweifelsohne eine Zierde für jede Küche. Aber machen sie auch besseren Kaffee? Acht Tester haben tagelang Kaffeeproben verkostet und auf Aussehen, Geruch, Mundgefühl und natürlich den Geschmack geachtet. Dabei wurden ihnen Brühungen von jeweils sechs und drei Tassen vorgesetzt. Denn wie der Kaffee schmeckt, das hängt nicht allein von der Maschine und dem Pulver ab, sondern meistens auch von der gekochten Menge: Je mehr, desto stärker, so die Grundregel, die sich aber nicht bei allen Geräten bestätigt. Die Melitta Enjoy brüht sehr ausgewogen und wurde deshalb von den Testern zum Geschmackssieger gekürt.

Wer es gerne stärker mag, ist mit dem T8 Brühautomat gut bedient. Auch die Rowenta Milano liefert eher bittere Ergebnisse, vor allem bei voller Füllmenge. Im den meisten Fällen aber, so das Fazit der Tester, treffen die Maschinen den Durchschnittsgeschmack. Etwas schwächer tropft der Kaffee aus den Geräten von AEG, Aldi und Petra sowie aus der Krups ProAroma.

Nur begrenzt genießbar

Kaffee schmeckt eigentlich nur richtig gut, wenn er ausreichend warm ist. Im Filter werden Temperaturen bis zu 100 Grad erreicht. Das fertige Produkt in der Kanne ist mindestens zehn Grad kälter. Besonders lau ist das Ergebnis bei der günstigsten Maschine im Test, der Unold White Line für 18 Euro. Insgesamt schneidet sie aber trotzdem noch gut ab. Länger als eine halbe Stunde sollte Kaffee sowieso nicht in der Glaskanne bleiben, empfehlen die Tester. Mit der Zeit wird die braune Brühe nämlich immer saurer.

In der Isolierkanne bleibt er etwas länger trinkbar, wenn er auch dort nicht vollständig gegen Wärmeverlust geschützt ist. Um bis zu zehn Grad kann die Temperatur innerhalb einer Stunde zurückgehen. Nach sechs Stunden in der Melitta Enjoy Therm hat der Kaffee immerhin noch 59 Grad, bei anderen, teureren Modellen sind es nicht mal mehr 50 Grad. Trinken will das dann wohl niemand mehr. Als reine Stromverschwendung werten die Tester die Warmhalteplatte der Tefal Express, welche die Thermoskanne von außen aufheizt.

Kleine Macken   

Die meisten Kaffeemaschinen sind täglich im Gebrauch. Entsprechend ärgerlich ist es, wenn sie sich schlecht bedienen lassen oder umständlich zu reinigen sind. Schon das Einfüllen des Wassers wird bei manchen Modellen zum Problem. Beim günstigen Severin-Modell ist beispielsweise der enge Wassertank hinderlich, zudem lässt sich die Markierung nur schwer ablesen. Beim Moccamaster von Technivorm gibt es dagegen andere Schwierigkeiten, die kleinteilige Maschine ist ziemlich umständlich zu reinigen.

In der Gesamtwertung kommt der formschöne Luxusautomat immerhin auf die Note 2,4 und liegt damit im Mittelfeld. Immerhin zehn der 15 Automaten schneiden "gut" ab. Am besten gefiel den Testern der Siemens TC86303 – mit einem Durchschnittspreis von 94 Euro allerdings auch nicht gerade ein günstiges Modell. Gut und preiswert ist die schon erwähnte Melitta Enjoy für gerade mal 25 Euro. Hier dauert das Brühen zwar etwas länger als bei manch anderem Modell, aber das Warten scheint sich zu lohnen. Der Kaffee schmeckte den Testern jedenfalls am besten.

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Quelle: n-tv.de

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