Ratgeber

Streichfette im Test: Gibt's was besseres als Butter?

Sie sollen schmecken wie Butter, lassen sich streichen wie Margarine und haben im besten Falle auch noch weniger Fett: Streichfette erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Aus gutem Grund? Die Stiftung Warentest hat geprüft, welche Butter-Alternativen brauchbar sind.

Geschmacklich stehen viele Streichfette der Butter in nichts nach.
Geschmacklich stehen viele Streichfette der Butter in nichts nach.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Butter kommt frisch aus dem Kühlschrank und lässt sich dennoch hauchzart auf dem Brot verstreichen? Wahrscheinlich ist es dann gar keine "richtige" Butter, sondern sogenanntes Streichfett. Das klingt nicht richtig lecker und auch nicht gerade gesund, doch vom Namen sollte man sich nicht täuschen lassen: Einige der modernen Butter-Pflanzenöl-Kombinationen, die sich in den Kühlregalen breit machen, können geschmacklich durchaus mit Butter mithalten, während sie gleichzeitig so streichfähig sind wie Margarine. Das hat die Stiftung Warentest herausgefunden, die für ihr neues "Test"-Heft 24 Produkte ins Labor geschickt hat. Jedes zweite schnitt mit "gut" ab. Dreimal verteilten die Tester allerdings auch ein "Mangelhaft". Nicht wegen des Geschmacks, sondern wegen irreführender Angaben auf der Verpackung.

Die Spannbreite der Butter-Variationen ist weit. Sie reicht von der leichten Halbfettbutter, die überwiegend Milchfett enthält, bis hin zu Mischungen, die aus Butter, Rahm und Joghurt, Rapsöl oder Pflanzenfett kreiert sind. Ihr gemeinsamer Nenner: Fast alle versprechen, nach Butter zu schmecken und gut streichbar zu sein. Für viele trifft dies auch zu.

Aldi liegt vorn

Am besten schneiden die Kombinationen aus Butter und gesunden Rapsölen ab, allen voran milfina Streichfein von Aldi (Süd) für 1,29 Euro pro 250 Gramm – sowohl gesalzen als auch ungesalzen. Milfina hat aber immerhin noch 75 Prozent Fett, genauso viel wie Die Gute (Bio) von Söbbeke, die im Test ebenfalls "gut" war, aber mehr als doppelt so viel kostet. Wer weniger Fett möchte, ist mit Arla Kærgǻrden Balance (mit und ohne Salz) "gut" bedient. Mit rund 520 Kalorien pro 100 Gramm ist sie etwas weniger gehaltvoll als die Konkurrenz auf den vorderen Testplätzen. Dafür liefert das Arla-Streichfett den höchsten Anteil an Rapsöl und damit an gesunden Omega-3-Fettsäuren. Auch die Produkte von Deli Reform, Rama und Ravensberger sind schnitten aufgrund ihres Rapsöl-Gehalts in der ernährungsphysiologischen Beurteilung "gut" ab.

Produkte, die hauptsächliches Milchfett enthalten, können da nicht mithalten. Das gilt etwa für die Halbfettbutter, die ganz ohne Pflanzenöl auskommt. Zwar liefert sie nicht so viele gesunde ungesättigte Fettsäuren, dafür aber auch deutlich weniger Kalorien, nämlich unter 400 pro 100 Gramm. Die drei Produkte im Test haben alle gut abgeschnitten, auch in der sensorischen Beurteilung. Die Halbfettbutter von Kerrygold überzeugt sogar ohne zugesetzte Aromen durch ihren Buttergeschmack.

Einige andere Anbieter helfen hingegen mit künstlichen und natürlichen Aromen nach, um den Geschmack von echter Butter zu imitieren. Nicht immer gelingt das: "Schmeckt nach Pflanzenfett und nur sehr leicht nach Butter", urteilten die Tester etwa über das Leicht-Produkt von HomaGold. "Die Feine" von Deli Reform hingegen schmecke nach Butteraroma.

Und wie sieht es mit der Streichfähigkeit aus? Die meisten Streichfette ließen sich gut auf den Test-Knäckebroten verteilen, am schwersten taten sich die Prüfer mit der Kerrygold-Halbfettbutter und der Leichten von Frau Antje. Bei letzterer wiegt der Makel schwerer, weil auf der Packung mit Streichfähigkeit geworben wird. Auch bei der Thise "Bio Blume" aus Dänemark verspricht der Hersteller mehr, als er hält. Das gilt allerdings nicht für die Streichfähigkeit, sondern für die Inhaltsstoffe. Bei der Deklaration des Rapsölanteils stieß die Stiftung Warentest auf erhebliche Ungereimtheiten. Deshalb gibt es für die Dänen nur ein "Mangelhaft".

Quelle: n-tv.de

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