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Energiesparlampen in der Kritik: Giftige Dämpfe beim Leuchten

Dass Energiesparlampen beim Zerbrechen Quecksilber freisetzen, ist bekannt. Neu ist die Erkenntnis, dass sie auch beim Leuchten giftige Substanzen abgeben. So etwa Phenol, das im Verdacht steht, Krebs zu erregen.

Stiftung Warentest rät zu teureren Modellen, weil diese meist langlebiger sind und schneller die volle Leuchtkraft erreichen.
Stiftung Warentest rät zu teureren Modellen, weil diese meist langlebiger sind und schneller die volle Leuchtkraft erreichen.(Foto: picture alliance / dpa)

Energiesparlampen geben beim Leuchten möglicherweise bedenkliche Gase ab. Nach Recherchen des NDR können die Lampen im Betrieb Dämpfe freisetzen, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. In einer Stichprobe wurden Energiesparlampen verschiedener Hersteller labortechnisch untersucht. In allen getesteten Leuchten steckten diverse giftige Stoffe, darunter das als kritisch geltende Phenol. Besonders bedenklich sei, dass alle untersuchten Lampen im Betrieb die gefährlichen Substanzen an die Umgebung abgäben, zitiert der NDR einen Sachverständigen für Innenraumschadstoffe.

Ein Hersteller habe bereits reagiert und angekündigt, "den Einbringungsweg der genannten Stoffe zurückzuverfolgen", so der NDR. Ursache der Dämpfe seien möglicherweise Klebstoffe und Einzelkomponenten der Lampen.

Das Bundesumweltamt  hat die neuerliche Kritik an den Energiesparlampen zurückgewiesen: "Die Konzentrationen von flüchtigen organischen Verbindungen aus Energiesparlampen, die wir in Innenräumen erwarten, sind sehr gering. Sie lassen keine gesundheitlichen Wirkungen befürchten", hieß es in einer Stellungnahme zu dem Fernseh-Bericht.

Das vom NDR beauftragte Labor habe neue Energiesparlampen in einer kleinen Prüfkammer drei Tage brennen lassen. Emissionen seien dabei zu erwarten gewesen. Das Labor habe aber nur die Konzentration in der Prüfkammer angegeben, nicht die Konzentration in einem realen Wohnraum. "Die hier gemessenen niedrigen Konzentrationen sind in einem realen Wohn- oder Arbeitsraum vermutlich vernachlässigbar gering. Von den Konzentrationen gehen also keine gesundheitlichen Gefahren aus", stellte das Umweltbundesamt fest.

Bilderserie

Seit September 2009 werden in den Ladenregalen herkömmliche Glühbirnen schrittweise durch Energiesparlampen ersetzt. Die stehen allerdings nicht zum ersten Mal aufgrund ihrer giftigen Inhaltsstoffe in der Kritik. Im vergangenen Jahr hatten Tests einen erhöhten Quecksilbergehalt festgestellt. Gehen die Leuchten kaputt, tritt das Gift aus.  Energiesparlampen müssen deshalb als Sondermüll entsorgt werden. Bislang gibt es bundesweit etwa 3100 Sammelstellen für Privathaushalte, Informationen dazu gibt es im Internet etwa unter www.lichtzeichen.de.

Quelle: n-tv.de

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