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Private Krankenversicherer im Test: Hier stimmen Leistung und Service

In der Gesetzlichen Krankenkasse sind die Leistungen zum größten Teil festgelegt. Privatversicherte haben mehr Spielraum: Wer es sich leisten kann, wird Patient erster Klasse, wer sparen will, streicht die Leistungen auf ein Minimum zusammen. Ob teuer oder billig: Welche Versicherer sind ihr Geld wert?

Knapp neun Millionen Menschen in Deutschland sind in einer privaten Krankenversicherung (PKV) vollversichert. Manche, weil sie dort günstiger wegkommen als in der gesetzlichen Krankenkasse. Andere, weil sie sich mehr Leistungen wünschen. Privatpatienten müssen in der Regel nicht so lange auf Arzttermine warten, sie können alternative Heilmethoden vereinbaren oder auch besseren Zahnersatz oder Chefarztbehandlungen im Krankenhaus. Dafür greifen sie dann unter Umständen auch deutlich tiefer in die Tasche als in der Gesetzlichen. Das Deutsche Institut für Servicequalität (DISQ) hat jetzt für n-tv untersucht, welche Versicherer ihr Geld wert sind. Zusammen mit dem Ratinginstitut Franke und Bornberg haben die Marktforscher die wichtigsten 20 Versicherer einer umfassenden Preis-Leistungsanalyse unterzogen.

Das Ergebnis des Leistungstests überrascht kaum: Top-Leistungen sind nicht zum Dumpingpreis zu haben. Zwar konnten die Musterkunden bis zu 60 Prozent Versicherungskosten sparen, wenn sie in den jeweiligen Produktkategorien den günstigsten und nicht den teuersten Anbieter wählten. Allerdings boten die preiswertesten Tarife auch immer nur befriedigende Leistungen. Das bedeutet aber nicht, dass teurere Tarife auch automatisch gut sind. So boten die beiden Schlusslichter BBKK und UKV im Grundschutz nur schwache Leistungen bei relativ hohen Kosten. Interessenten sollten definitiv wissen, welche Leistungen ihnen wichtig und wie viel sie dafür zu zahlen bereit sind. In jedem Fall lohnt sich ein Vergleich der verschiedenen Anbieter.

Die Testsieger

Als "bester privater Krankenversicherer 2013" wurde die Barmenia ausgezeichnet. Die Versicherung überzeugte besonders durch ihre umfassenden Produktleistungen und den besten Topschutz. Auch die Serviceanalyse bot ein durchweg gutes Bild. Ausschlaggebend waren die kompetente telefonische Beratung und der der gute Internetauftritt mit seinen umfangreichen Kontaktmöglichkeiten. Positiv fiel auch die schelle Email-Bearbeitung auf.

Das Gesamtergebnis der Versicherer.
Das Gesamtergebnis der Versicherer.

Rang zwei sicherte sich Münchener Verein mit der besten Servicequalität im Test. Die Mitarbeiter berieten sowohl am Telefon als auch per E-Mail kompetent und individuell. In der Leistungsanalyse belegt die Versicherung den achten Platz. Den dritten Rang in der Gesamtwertung erzielte die SDK – ebenfalls vor allem wegen des guten Services. Im Leistungsvergleich rangiert die SDK insgesamt zwar nur im Mittelfeld. Im Standardschutz bot sie aber sehr gute Leistungen zu niedrigen Kosten, außerdem ist der Topschutz preiswert.

Lahme Reaktion auf E-Mails

Insgesamt blieb die Servicequalität der Versicherer allerdings – ähnlich wie im Vorjahr – auf einem befriedigenden Niveau. Insbesondere bei der Kommunikation per E-Mail zeigten sich viele Anbieter träge. "Mehr als 20 Prozent der Anfragen blieben unbeantwortet", erläutert DISQ-Geschäftsführer Markus Hamer. Außerdem mussten Interessenten lange Bearbeitungszeiten und oft unvollständige Antworten in Kauf nehmen. Die telefonische Beratung wurde positiver bewertet, war aber dennoch verbesserungsfähig. "Die Mitarbeiter berieten zwar freundlich und meist vollständig, ignorierten aber oft die individuelle Situation des Anrufers", so Service-Experte Hamer. Die Internetseiten ließen oft wichtige Informationen wie Hinweise zu Unisex-Tarifen oder Tarifbedingungen vermissen.

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Quelle: n-tv.de

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