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Rauchen gefährdet die Gesundheit: Ist die Zigarettenpause versichert?

Manch einer geht für eine Kippe meilenweit. Andere huschen nur mal kurz während ihrer Arbeitszeit vor die Tür, um ihre Sucht zu befriedigen. So oder so: Kommt es auf dem Weg zum Rauchen zu einem Unfall, stellt sich die Unfallversicherung gerne quer. Zu Recht?

Durchaus üblich, dennoch voller Gefahren - die Raucherpause.
Durchaus üblich, dennoch voller Gefahren - die Raucherpause.(Foto: imago/blickwinkel)

Für die Unfallversicherung ergibt es einen Unterschied, ob sich Arbeitnehmer während der Arbeitszeit auf dem Weg zur Toilette oder auf dem Weg zu einer Raucherpause befinden. Denn wer außerhalb der üblichen Pausenzeiten seinen Arbeitsplatz verlässt, um eine Zigarette rauchen zu gehen und dann verunglückt, genießt keinen Schutz in der gesetzlichen Unfallversicherung. Dies hat das Sozialgericht (SG) Karlsruhe entschieden (Az.: Az.: S 4 U 1189/15).

In dem verhandelten Fall verließ eine Monteurin 15 Minuten vor ihrer regulären Pause ihren Arbeitsplatz, um rauchen zu gehen. Dabei durchquerte sie den Gang der Montagehalle. Aufgrund ihres plötzlichen Betretens des Gangs hatte ein Gabelstablerfahrer nicht mehr genügend Zeit, um sein Fahrzeug abzubremsen und überrollte den Fuß der Frau. Daraufhin wurde der Berufsgenossenschaft per Unfallsofortmeldung mitgeteilt, dass sich die Verunglückte auf den Weg zu einer Zigarettenpause befunden hatte. Tatsächlich trug die Frau eine Packung Zigaretten bei sich, die bei dem Zusammenstoß auf den Boden fiel.

Die Frau hingegen behauptete, sie habe sich auf dem Weg zur Toilette und nicht auf dem Weg zum Rauchen befunden. Demnach wollte sie sich erst in ihrer regulären Pause eine Zigarette anzünden. Dem widersprachen allerdings der Schichtführer und der Gabelstablerfahrer. Sie bestätigten gegenüber der Berufsgenossenschaft, dass die Mitarbeiterin selbst unmittelbar nach dem Unfall noch von einem Gang zu einer Zigarettenpause gesprochen habe. Ob Toilettengang oder Raucherpause, die Richtung des zurückzulegenden Weges ist in beiden Fällen die gleiche gewesen, da die Toiletten und der Raucherplatz nebeneinander am anderen Hallenende liegen.

Das Sozialgericht hat der Behauptung der Frau nicht geglaubt und entschieden, dass ein Arbeitnehmer außerhalb der üblichen Pausenzeiten keinen Unfallversicherungsschutz genießt, wenn er seinen Arbeitsplatz verlässt, um eine Zigarette zu rauchen. Dies gilt demnach auch dann, wenn der Verunglückte später unbewiesen behauptet, er habe die Toilette aufsuchen wollen.

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Quelle: n-tv.de

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