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Berlin traurige Spitze : Jeder Zehnte ist überschuldet

Schicksalsschläge, Scheidung, Billiglohn oder einfach zu großzügiger Umgang mit Geld - viele Wege können in die Überschuldung führen. Trotz der halbwegs stabilen Wirtschaftsentwicklung ist das Problem wieder größer geworden.

Eine Überschuldung liegt nach Definition von Bürgel dann vor, wenn eine Person Verbraucherinsolvenz angemeldet beziehungsweise eine eidesstattliche Versicherung abgegeben hat.
Eine Überschuldung liegt nach Definition von Bürgel dann vor, wenn eine Person Verbraucherinsolvenz angemeldet beziehungsweise eine eidesstattliche Versicherung abgegeben hat.(Foto: picture alliance / dpa)

Rund 6,67 Millionen Deutsche sind einer Studie zufolge zum Jahreswechsel überschuldet gewesen. Das seien 2,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte die Wirtschaftsauskunftei Bürgel am Freitag in Hamburg mit.

Bundesweit sei im Durchschnitt etwa jeder zehnte Erwachsene überschuldet gewesen. Die Altersgruppe der 21- bis 30-Jährigen sei dabei am stärksten betroffen. In ihr liege die sogenannte Schuldnerquote bei 17,7 Prozent und habe damit im Vergleich zum Vorjahr um 8,9 Prozent zugenommen.

Unter den 21- bis 30-Jährigen sei das Risiko am größten, in finanzielle Schieflage zu geraten, teilte Bürgel mit. Sie hätten weniger Erfahrung im Umgang mit Geld und verfügten bei finanziellen Engpässen oft nicht über Rücklagen. Zudem erhöhten Familiengründungen und der Kauf ein Immobilie ihre Ausgaben stark.

In der Altersgruppe der 31- bis 40-Jährigen war die Schuldnerquote mit 17,6 Prozent demnach nur minimal niedriger. Unter den 18- bis 20-Jährigen habe sie dagegen bei 10,8 Prozent gelegen und sei im Vergleich zum Vorjahr um 7,7 Prozent gesunken. In den Altesgruppen ab 51 Jahren sei sie zwar unterdurchschnittlich, allerdings zuletzt angestiegen.

Überschuldung ist nach Erkenntnissen der Studie mit dem Titel "Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland" in vielen Fällen auf das Zusammentreffen verschiedener Faktoren zurückzuführen. Dazu gehören etwa Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennung, niedriges Einkommen, Unerfahrenheit im Umgang mit Geld sowie ein nicht zu den persönlichen Einnahmen passendendes Konsumverhalten.

Regional war der Anteil überschuldeter Personen zum Stichtag 31. Dezember 2012 im Bundesland Berlin mit rund 13 Prozent am höchsten. Es folgten Bremen und Sachsen-Anhalt. Unterdurchschnittliche Werte wiesen dagegen Bayern (7,1 Prozent), Baden-Württemberg (7,6 Prozent) und Sachsen (8,9 Prozent) auf.

Eine Überschuldung liegt nach Definition von Bürgel dann vor, wenn eine Person Verbraucherinsolvenz angemeldet beziehungsweise eine eidesstattliche Versicherung abgegeben hat oder per Haftandrohung dazu verpflichtet wurde. Dazu kämen Indikatoren wie laufende Inkasso- oder Inkassoüberwachungsverfahren.

Quelle: n-tv.de

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