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Wider den Nepp: Kein Zwang bei Kaffeefahrten

So mancher Verbraucher ist schon darauf reingefallen: Statt eines schönen Ausflugs findet man sich auf einer Kaffeefahrt wieder. Die Warenpräsentation kann man dann sausen lassen und spazieren gehen - denn eine Anwesenheitspflicht besteht nicht.

Teilnehmer einer Kaffeefahrt haben Anspruch auf alle gebuchten und bezahlten Leistungen.
Teilnehmer einer Kaffeefahrt haben Anspruch auf alle gebuchten und bezahlten Leistungen.(Foto: picture alliance / dpa)

Geldgewinne, Geschenke, Verpflegung und weitere Attraktionen vor Ort – mit den immer gleichen Versprechen werden meist ältere Menschen zur Teilnahme an einer Tagestour gelockt. Doch hinter der preiswerten Fahrt ins Grüne verbirgt sich oft eine als Kaffeefahrt getarnte Verkaufstour, bei der den Teilnehmern meist minderwertige Waren zu überteuerten Preisen angedreht werden.

"Auf keinen Fall sollten Teilnehmer einer solchen Fahrt sich bei einer solchen Veranstaltung im Hinterzimmer dazu verleiten lassen, etwas zu unterschreiben oder gleich dazu bezahlen, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Sinnvoller ist es, Kaufvertrag und Werbematerial mitzunehmen, um den Vertrag in Ruhe zu prüfen sowie Preis und Qualität mit anderen Waren zu vergleichen. Höchste Vorsicht ist geboten bei Anbietern, die in ihren Unterlagen lediglich eine Postfachadresse oder einen Firmensitz im Ausland angeben. In solchen Fällen ist eine rechtliche Verfolgung meistens aussichtslos.

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Darüber hinaus sind Teilnehmer einer Kaffeefahrt nicht dazu verpflichtet, bei der Warenpräsentation anwesend zu sein. Auch wenn sie den Verkaufsraum währenddessen verlassen, haben sie Anspruch auf alle gebuchten und bezahlten Leistungen, zum Beispiel die Rückfahrt mit dem Bus, so die Verbraucherzentrale und die Polizei Nordrhein-Westfalen. Alle Leistungen, die im Vorfeld bezahlt wurden, seien auch dann gültig, wenn der Gast während der Kaufveranstaltung nicht anwesend war.

Wird der Teilnehmer am Verlassen des Raumes gehindert oder gar bedroht, sollte er die Notrufnummer 110 wählen, raten die Experten. Er könne eine Anzeige wegen Nötigung erstatten. Vorsorglich sollte er den Namen des Busunternehmers, des Fahrers sowie das Kennzeichen des Fahrzeugs notieren.

Sollte doch etwas gekauft worden sein und wird dies im Nachhinein bereut, weil der Preis zu hoch erscheint oder Zweifel aufkommen, kann ein Käufer innerhalb von 14 Tagen nach Aushändigung der Widerrufsbelehrung ohne Begründung vom Kaufvertrag Abstand nehmen.

Käufer sollten bei der Aushändigung eines Vertrages stets auf das Datum achten. Unseriöse Anbieter versuchen oft, das 14-tägige Widerrufsrecht durch Zurückdatierung auszuhebeln. Wichtig ist auch, dass der Name der Firma, einer verantwortlichen Person und die Anschrift – nicht nur ein Postfach – im Kaufvertrag angegeben sind.

Quelle: n-tv.de

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