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Kartoffelchips im Test: Klassisch knabbern ist besser

Silvester naht - und damit die Hochzeit für Kartoffelchips. Stiftung Warentest hat den großen Test gemacht – mit zumeist positivem Ergebnis. Mehr als die Hälfte der 30 getesteten Sorten schneidet gut ab. Aber ausgerechnet Bio-Produkte enttäuschen.

Kartoffeln, Gewürze und Öl. Viel braucht es eigentlich nicht für perfekte Kartoffelchips.
Kartoffeln, Gewürze und Öl. Viel braucht es eigentlich nicht für perfekte Kartoffelchips.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Ein Kilogramm Kartoffelchips verspeist jeder Bundesbürger im Jahr und bevorzugt dabei Paprikachips. Briten und Niederländer knabbern etwa die dreifache Menge.

Eine leichte Knabberei sind Kartoffelchips aber deswegen auch für die Deutschen nicht – Hersteller bieten daher eine Alternative: fettreduzierte Chips. Stiftung Warentest hat den Chips-Test gemacht. Neben herkömmlichen Paprikachips haben die Tester auch fettreduzierte Produkte unter die Lupe genommen.

Viel braucht es eigentlich nicht für perfekte Kartoffelchips: Kartoffeln, Gewürze und Öl. Dennoch enthalten fünf Prozent der getesteten Produkte Geschmacksverstärker, mehr als zwei Drittel Hefeextrakt oder Hefepulver und 80 Prozent wurden Aroma zugesetzt.    

Und trotzdem - mehr als die Hälfte der 30 Chips schneidet gut ab. Klare Verlierer sind Biochips. Für alle drei Produkte im Test heißt es mangelhaft.

Mehr als 30 Prozent Fett

Testsieger bei den herkömmlichen Paprikachips ist ein Markenprodukt: "Chipsfrisch Ungarisch" von Funny-Frisch. Sie konnten mit einem würzigen und leicht salzigen Geschmack überzeugen, gehören aber zu den teuren unter den guten Paprikachips – dieser Knabberspaß kostet 96 Cent pro 100 Gramm. Deutlich günstiger und fast genauso gut lässt es sich mit den Paprikachips von Rewe/ja! oder Kaufland/K-Classic knuspern – jeweils für 38 Cent pro 100 Gramm.

Die Kartoffelchips im Test enthalten durchschnittlich mehr als 30 Prozent Fett. Light-Chips können da punkten: In ihnen steckt bis zu einem Drittel weniger Fett. Auf Geschmack muss aber dennoch niemand verzichten. Auch fettreduzierte Paprikachips sind knusprig und würzig, sie schmecken nur leicht oder gar nicht fettig. Kalorien sparen sie allerdings wenig ein – im Schnitt nur um die zehn Prozent.

Zum Sieger der fettreduzierten Paprikachips wurden "Feurich Easy" von Aldi (Nord) gekürt. Hier gibt es 100 Gramm für 66 Cent. Auch gut schneiden die "Lorenz Crunchips Light" ab, sie sind aber fast doppelt so teuer.

Zum Frittieren verwenden alle Anbieter im Test Sonnenblumenöl, meist ölsäurereiches. Dieses High-Oleic-Öl eignet sich durch seinen hohen Anteil an Ölsäure sehr gut zum Frittieren. Die Chips von Pringles und die Bioprodukte von Alnatura und Original Lantchips enthielten neben Sonnenblumenöl auch geringe Anteile von Palmöl oder Palmfett. Im Zutatenverzeichnis beider Biochips ist aber nur Sonnenblumenöl aufgelistet – darum wurden sie insgesamt mangelhaft bewertet.

Nur wenig Schadstoffe

Die Bio-Lantchips rochen und schmeckten außerdem leicht ranzig. Hier stellten die Tester beginnenden Fettverderb fest. Auf den fettreduzierten Chips von Trafo Bio-Or­ganic fanden sich schwarze pulvrige Partikel. Laut Analyse handelte es sich um verkohlte Kartoffelreste. Für eine sorgfältige Herstellung spricht das nicht. Außerdem schmeckten die Chips alt, bitter und dumpf.

Die Warentester fahndeten auch nach Schadstoffen in den Chips. Der Test zeigt: Alle Produkte lagen deutlich unter dem europäischen Richtwert für Acrylamid – mit einer Ausnahme: Die aus blauen Kartoffeln hergestellten "Terra Blues Chips" enthielten zu viel Acrylamid. Das heißt: Qualitätsurteil mangelhaft. Auch die beliebten Stapelchips der Marke Pringles fielen durch ihren Schadstoffgehalt auf. Wer sich nicht beherrschen kann und eine ganze Packung verputzt, kann die täglich tolerierte Menge von 3-Monochlorpropandiol überschreiten. Darum schneiden die "Pringles Paprika" auch nur ausreichend ab.

Egal, ob herkömmlich oder fettreduziert, Stiftung Warentest empfiehlt für den optimalen Genuss, die Chips vorm Verzehr in der Mikrowelle zu erwärmen.

Quelle: n-tv.de

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