Dienstag, 06. April 2010
Druckerpatronen wieder auffüllen: Kosten sparen mit Risiko
Die meisten Tintenstrahldrucker sind in der Anschaffung recht günstig. Einen Schreck bekommen viele allerdings, wenn Tintenpatronen nachgekauft werden müssen. Ein Nachfüllversuch ist verlockend, da dieser nur einen Bruchteil des Patronenpreises kostet.
Druckertinte leer - da stellt sich die Frage: auffüllen oder neue Patrone kaufen?
(Foto: dpa)
Geht die Druckertinte zur Neige, stehen Anwender vor der Wahl: Die Patrone nachfüllen oder lieber gleich eine neue kaufen? Grundsätzlich ist das Nachfüllen billiger, da nur der Inhalt und nicht die gesamte Patrone erneuert werden muss.
Darauf weist Florian Heise vom Informationsportal "druckerchannel.de" hin. Durch das eigenhändige Nachfüllen lassen sich bis zu 90 Prozent gegenüber dem Herstellerpreis sparen. Besonders einfach ist das Nachfüllen nicht. Die Patrone festzuhalten und gleichzeitig mit Bohrer und Spritze zu hantieren, sei nicht für jeden eine gangbare Lösung, sagt Uwe Vieths von der Zeitschrift "Computerbild". Denn allzu leicht gehe die Tinte daneben oder die befüllte Patrone läuft aus. Florian Heise zufolge sollten Tüftler deshalb passende Unterlagen, Gummihandschuhe und ältere Kleidung verwenden.
Die Hersteller der Drucker und der Originalpatronen sind vom Refill-Gedanken nicht begeistert: Nachfüllen kann zu irreparablen Schäden am Drucker führen, sagt Ottmar Korbmacher vom Hersteller Epson. Gelangen etwa Staubpartikel in die Patrone, führe das mitunter zum Ausfall des Druckkopfes. Dasselbe gilt für kleinere Luftbläschen in der Tinte. Nicht umsonst werde Originaltinte in aufwendigen Verfahren in staubfreien Reinräumen abgefüllt, so Korbmacher. Die Druckerhersteller übernehmen in solchen Fällen die Garantie für die Geräte nicht.
Füllmenge nicht nachprüfbar
Wer beim Refill sicher gehen will, kann diesen in einer Tintentankstelle erledigen lassen. Diese Serviceleistung muss zwar bezahlt werden - ist aber insgesamt billiger als der Neukauf. Der Gang zur Druckertankstelle ist auch Vertrauenssache - manch schwarzes Schaf unter den Anbietern füllt weniger als die eigentlich vorgesehene Menge an Tinte in die Patrone. "Für den Verbraucher ist das leider nicht erkennbar", sagt Heise.
Zudem erhielten viele Betreiber von Tintentankstellen nur kurze Anweisungen für den Refill und verfügen über wenig Erfahrung. In beiden Fällen sei es deshalb ratsam, einen Testdruck mit der befüllten Patrone machen zu lassen und eine schriftliche Bestätigung über den vollständig aufgefüllten Tintenstand einzuholen. "Ist das nicht möglich, sollte ein anderer Shop aufgesucht werden."
Abweichende Druckergebnisse
Zu bedenken sei Heise zufolge aber, dass der Drucker die neue Tinte ohnehin für Reinigungszyklen verwendet - und so den Verbrauch kräftig ankurbelt. Die Refill-Tinte könne zudem nie besser als das Original sein, da die Rezeptur des Originalherstellers in Tintentankstellen gar nicht verwendet werden darf. "Oft weichen die Druckergebnisse mit Nachfülltinte deshalb sehr stark von denen mit der Originaltinte ab", sagt Heise.
Vorsicht gilt vor allem bei Billigangeboten oder bei Universaltinte: Die in der Werbung versprochene "Premium-Qualität" oder "XXL-Befüllung" sei meistens minderwertig, sagt Heise. Verzichtet werden sollte auch auf Schnäppchen wie "10 Patronen für 3,90 Euro". Vertrauenswürdiger sei dagegen Markenware von Tinten-Herstellern wie Pelikan, Inktec oder Peach. Auf Vorrat sollte laut Vieths aber nicht gekauft werden, da die Tinte eintrocknen und die Patrone somit unbrauchbar werden kann.
dpa
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