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Unlauterer Handel und  Betrug am Kunden ist weit verbreitet.
Unlauterer Handel und Betrug am Kunden ist weit verbreitet.(Foto: picture-alliance / dpa)

Zum Nachteil des Kunden: Lebensmittel oft falsch gewogen

Darf es ein bisschen mehr sein? Diese harmlos klingende Frage ist dem Verbraucher an der Wurst- oder Käsetheke nur allzu vertraut. Und gerne wird sie bejaht. Traurig nur, dass einige Lebensmittelhändler in schöner Selbstverständlichkeit meinen, die Verpackungen der Lebensmittel gleich mitzuwiegen - und zu berechnen.

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Vor allem in kleinen Lebensmittelläden werden Wurst, Obst oder Feinkostsalate häufig falsch gewogen und die Kunden damit betrogen. Das zeigen Testkäufe der Eichämter von Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Für den Kunden, der beim Abwiegen der Produkte an der Theke oder auf dem Markt die Verpackung mitunter mitbezahle, seien dies zwar nur Centbeträge. Die Händler nähmen durch diese Methode, bekannt als "brutto für netto", allerdings bis zu 500 Euro im Jahr zusätzlich ein.

In Hessen und Baden-Württemberg schnitten die Lebensmittelhändler demnach am schlechtesten ab. In jeweils einem Drittel der Unternehmen wurde nicht richtig gewogen. "In schöner Selbstverständlichkeit wird das Papier, das Schächtelchen oder das Schälchen befüllt und dann erst gewogen", sagte Klaus Pankow von der Hessischen Eichdirektion der Zeitung. Auffällig sei, dass die Quote der Beanstandungen in kleinen Betrieben, in Metzgereien oder Feinkostläden, am höchsten sei. Gerade dort sei aber auch der Gewinn am höchsten, etwa bei Käse mit ohnehin hohem Gewichtspreis.

Den Behörden zufolge handelt es sich um unlauteren Handel und Betrug am Kunden. Laut Handelsgesetzbuch und Eichordnung ist der Verkauf von "brutto für netto" bundesweit verboten. Falsches Abwiegen kann mit einem Bußgeld von mehreren hundert Euro belegt werden.

Bei dem Test schnitten die Händler in Rheinland-Pfalz am besten ab. Nur sechs Prozent der Betriebe wogen demnach falsch ab. Grund ist laut Bericht, dass in dem Bundesland Betriebe ständig kontrolliert werden und nicht nur sporadisch. Vor 14 Jahren wogen demnach in Rheinland-Pfalz noch 90 Prozent der Verkäufer falsch.

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Quelle: n-tv.de

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