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Alternativen genau prüfen: Lebensversicherung kündigen?

Wer seine Lebensversicherung kündigt, macht oft ein schlechtes Geschäft. In einem Urteil hat der Bundesgerichtshof Versicherungsnehmer bessergestellt, die bereits nach wenigen Jahren und vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit kündigen. Ungeachtet dessen sollten Verbraucher Alternativen zur Policen-Kündigung genau prüfen.

Wer eine Lebensversicherung vorzeitig kündigt, macht bislang herbe Verluste. Nach einem BGH-Urteil können Verbraucher zumindest einen Teil des Geldes zurückbekommen.
Wer eine Lebensversicherung vorzeitig kündigt, macht bislang herbe Verluste. Nach einem BGH-Urteil können Verbraucher zumindest einen Teil des Geldes zurückbekommen.

Wer sich die Beiträge für die Lebensversicherung wegen Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit oder Scheidung finanziell nicht mehr leisten kann, muss diese nicht zwingend kündigen. Verbraucher können ihren Vertrag auch beitragsfrei stellen lassen, das heißt, die Beiträge müssen nicht mehr gezahlt werden. Der Vertrag wird auf dem aktuellen Stand eingefroren, an Überschüssen kann der Versicherte aber weiter beteiligt werden. Unter Umständen kann dadurch nach Ende der Laufzeit mehr Geld herausspringen als bei Kündigung oder Verkauf.

Dynamik des Vertrages streichen

Wer verhindern möchte, dass die Beiträge regelmäßig steigen, sollte die Dynamik streichen.

Policen-Darlehen aufnehmen

Wer die Police verkaufen will, um an Geld zu kommen, kann stattdessen auch ein Policen-Darlehen aufnehmen, das einige Versicherer bis zur Höhe des aktuellen Rückkaufswertes gewähren. Das Darlehen muss spätestens bei Ablauf der Versicherung oder im Leistungsfall zurückgezahlt werden. Der Zins für das Darlehen ist deutlich höher als die Verzinsung der Police, weshalb es sich oft nur lohnt, wenn der Vertrag in wenigen Jahren ausläuft. Die Darlehen werden von Versicherern angeboten und von Firmen, die Lebensversicherungen aufkaufen.

Police verkaufen

Wer seine Lebensversicherung verkaufen möchte, sollte zunächst den Versicherer nach dem Rückkaufswert fragen. Gleichzeitig sollten Angebote mehrerer Policen-Händler eingeholt und mit dem Angebot der Versicherung verglichen werden. Oft zahlen Policen-Händler den Rückkaufswert, den der Versicherte vom Versicherer bekommen würde, plus einen Aufschlag. Doch Vorsicht: Laut Stiftung Warentest zahlen inzwischen einige Händler weniger für eine Police als die Versicherung.

Was geschieht mit der verkauften Police?

Ursprünglich führten die Händler die aufgekauften Versicherungen weiter und strichen den Gewinn ein, der nur fällig wird, wenn der Vertrag bis zum Ende läuft. Mit der Aussicht auf den Gewinn zahlten sie den Versicherten den Aufschlag auf den Rückkaufwert. Inzwischen gibt es aber auch Firmen, die die Police nach dem Kauf sofort kündigen und zum Beispiel in Immobilienfonds investieren.

Wer hilft?

Wer sich beim Versicherungsverkauf vor schwarzen Schafen schützen will, sollte prüfen, ob der Anbieter Mitglied im Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt (BVZL) ist. Manche Händler räumen den Kunden das Recht ein, Banken als Treuhänder einzusetzen. Im Streitfall helfen die Verbraucherzentralen weiter.

Quelle: n-tv.de

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