Ratgeber

Unfallversicherung zahlt nicht: Mobbing ist keine Berufskrankheit

Mitarbeiter setzen negative Gerüchte über eine Kollegin in die Welt. Die muss daraufhin in therapeutische Behandlung. Für ihre gesundheitlichen Probleme verlangt die Frau eine Entschädigung von der gesetzlichen Unfallversicherung.

Mobbingopfer können allenfalls auf ihre private Berufsunfähigkeitspolice zurückgreifen.
Mobbingopfer können allenfalls auf ihre private Berufsunfähigkeitspolice zurückgreifen.(Foto: picture alliance / dpa)

Die gesundheitlichen Folgen von Mobbing am Arbeitsplatz sind kein Fall für die gesetzliche Unfallversicherung. Es handle sich dabei weder um eine Berufskrankheit noch um einen Arbeitsunfall, entschied das Hessische Landessozialgericht.

Geklagt hatte eine Frau aus dem Landkreis Fulda. Über sie waren an ihrem Arbeitsplatz negative Gerüchte verbreitet worden. Seitdem leidet sie an psychischen Gesundheitsstörungen, für die sie von der gesetzlichen Unfallversicherung entschädigt werden will. Doch die Unfallkasse Hessen lehnte den Antrag ab. Mobbing und die hierauf beruhenden Gesundheitsbeeinträchtigungen seien schließlich keine vom Gesetzgeber anerkannte Berufskrankheit.

Das sahen auch die Richter der beiden Instanzen so. Die Erkrankung könne auch nicht "wie" eine Berufskrankheit entschädigt werden. Schließlich lägen keine Erkenntnisse vor, wonach eine bestimmte Berufsgruppe in weitaus höherem Grade als die übrige Bevölkerung Mobbing ausgesetzt sei. Vielmehr komme Mobbing in allen Berufsgruppen sowie im privaten Umfeld vor.

Auch als Arbeitsunfall könne Mobbing nicht gewertet werden, so die Richter. Unfälle sind laut Definition zeitlich begrenzte, von außen auf den Körper einwirkende Ereignisse. Eine Einstufung als Unfall wäre allenfalls dann denkbar, wenn sich das Mobbing auf höchstens eine Arbeitsschicht beschränkt hätte.

Berufsunfähigkeitsversicherungen im Vergleich

Quelle: n-tv.de

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