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Arbeitgeber zeigt sich großzügig: Nur hohe Rabatte zu versteuern

In vielen Firmen erhalten die Mitarbeiter einen Rabatt auf die hergestellten Produkte. In ihrer Steuererklärung müssen sie diesen finanziellen Vorteil aber nicht unbedingt angeben, wie sich aus einem Urteil des Bundesfinanzhofs ergibt.

Urteil zu Firmenrabatten: In dem Fall ging um Angestellte von Autoherstellern, die Neuwagen zu Preisen deutlich unter dem Listenpreis gekauft hatten.
Urteil zu Firmenrabatten: In dem Fall ging um Angestellte von Autoherstellern, die Neuwagen zu Preisen deutlich unter dem Listenpreis gekauft hatten.

Nicht jeder Rabatt, den ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber erhalte, führe zu steuerpflichtigem Arbeitslohn. Das entschieden die Richter des obersten deutschen Steuergerichts, dem Bundesfinanzhof (BFH) in München.

Nur bei sehr hohen Rabatten muss der finanzielle Vorteil versteuert werden. Entscheidend dafür ist aus Sicht der Richter, ob der Rabatt über das hinausgehe, was auch Fremde als Preisabschlag erhielten. Die Finanzämter setzten in den jeweiligen Verfahren einkommensteuerpflichtigen Arbeitslohn an, soweit die vom Arbeitgeber gewährten Rabatte die Hälfte der durchschnittlichen Händlerrabatte überstiegen. Dagegen wandten die Kläger ein, dass Lohn allenfalls insoweit vorliege, als der Arbeitgeberrabatt über das hinausgehe, was auch fremde Dritte als Rabatt erhielten.

Der Bundesfinanzhof  folgte der Auffassung der Kläger. Zum Arbeitslohn gehörten zwar Vorteile, die Arbeitnehmern dadurch zufließen, dass Arbeitgeber ihnen aufgrund des Dienstverhältnisses Waren zu einem besonders günstigen Preis verkaufen. Ob allerdings der Arbeitgeber tatsächlich einen besonders günstigen, durch das Arbeitsverhältnis veranlassten Preis eingeräumt habe, sei jeweils durch Vergleich mit dem üblichen Preis festzustellen. Maßgebend sei danach der um übliche Preisnachlässe geminderte übliche Endpreis am Abgabeort.

Im konkreten Fall ging es um Angestellte von Autoherstellern, die Neuwagen zu Preisen gekauft hatten, die deutlich unter Listenpreis lagen. Das Finanzamt setzte diese als Arbeitslohn an, sofern sie die durchschnittlichen Händlerrabatte deutlich überstiegen. Dagegen klagten die Arbeitnehmer mit dem Argument, dass allenfalls der Teil des Rabatts versteuert werden müsse, der über das hinausgehe, was auch andere Käufer als Rabatt erhielten. Ein üblicher Rabatt, den der Arbeitgeber auch Dritten einräumt, führt beim Arbeitnehmer nicht zu steuerpflichtigem Arbeitslohn. Dieser Auffassung schloss sich der Bundesfinanzhof an .

Quelle: n-tv.de

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