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Öko-Test hat 20 Rapsöle untersuchen lassen.
Öko-Test hat 20 Rapsöle untersuchen lassen.(Foto: imago/Rolf Kremming)
Freitag, 27. Oktober 2017

Bio schmiert ab: Öko-Test: Nicht jedes Rapsöl zu empfehlen

Deutschland ist auf den Geschmack gekommen, Gesundheit kann auch lecker sein. Was auch für diverse Öle gilt - wenn sie denn was taugen. Denn was nützt allerhand Gutes, wenn man sich gleichzeitig diverse Alt- und Krankmacher einfährt.

Alle wollen möglichst lange leben, aber keiner möchte alt werden. Dies gilt dieser Tage mehr denn je. Um dieses Paradoxes Herr zu werden, wird zumindest in Teilen der Gesellschaft verstärkt auf gesunde Ernährung geachtet. Stellt diese doch eine Möglichkeit dar, seinen Körper nicht unnötig in Mitleidenschaft zu ziehen. Besonders beliebt sind pflanzliche Fette. Ihnen wird vor allem eine positive Wirkung auf die Herzgesundheit nachgesagt.

Das beliebteste Öl hierzulande ist nicht Olivenöl, sondern das heimische Rapsöl. Gefolgt von der Essenz der Sonnenblume. Erst dann kommt das grüne Gold aus dem Mittelmeerraum. Was auch daran liegen mag, dass Rapsöl preiswert zu haben ist. Vielleicht auch daran, dass die leuchtend gelben Felder so schön aussehen. Auch wenn sie ein wenig streng riechen.

Der Frage, ob das aus der hier kultivierten Rapspflanze gewonnene Öl tatsächlich so gut ist wie sein Ruf und auch noch schmeckt, ist Öko-Test nachgegangen. Dazu hat das Verbrauchermagazin 20 native, raffinierte und gedämpfte Rapsöle untersuchen lassen. Dabei zeigte sich, dass die nativen Produkte im Schnitt schlechter abschneiden als die raffinierten. Das liegt an der vergleichsweise hohen Schadstoffbelastung. Dies ist immerhin bei der Hälfte der getesteten Produkte der Fall.

Das ist schade, denn eigentlich hat Rapsöl ein sehr günstiges Fettsäuremuster mit vielen ungesättigten Fettsäuren. Außerdem enthält es vergleichsweise viel alpha-Linolensäure. Diese Omega-3-Fettsäure kann Entzündungsreaktionen im Körper hemmen. Allerdings nutzen die guten Fettsäuren des Rapsöls gar nichts, wenn das Produkt mit Schadstoffen belastet ist und man sich so beim Verzehr diverse Alt- und Krankmacher einfährt.

Testverlierer Bio-Öle

So enthalten viele Rapsöle gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH/POSH). Diese können sich im Körper anreichern und haben in Tierversuchen zu Organschäden geführt. In einem Bio-Öl (Alnatura) sind zudem noch aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) enthalten, von denen einige Substanzen in geringsten Mengen Krebs erregen können.

Die Laborergebnisse zeigten zudem, dass die nativen Öle tendenziell mehr mit Mineralölrückständen belastet sind als die raffinierten Marken. Möglicherweise liegt das daran, dass kürzerkettige Mineralölkohlenwasserstoffe bei hohen Temperaturen flüchtig sind und im Laufe der Raffination, bei der das Öl bis zu 200 Grad erhitzt wird, abgetrennt werden, erklärt Öko-Test. Die Mineralölrückstände sind jedoch nicht das einzige Problem: Teilweise konnten in den Produkten auch gesundheitsschädliche Fettschadstoffe, Weichmacher und Spritzgifte nachgewiesen werden.

Trotz dieser Problematiken konnten erfreulich viele Produkte im Test mit "sehr gut" abschneiden. So etwa das "Bellasan Reines Pflanzenöl aus Raps" von Aldi Süd für gerade einmal 0,50 Euro pro 500 Milliliter oder das "Ja! Reines Rapsöl" von Rewe und das "Vita D'or Rapsöl" von Lidl zum selben Preis.

Testverlierer waren die nativen und teuren Bio-Öle von Dennree ("mangelhaft), Alnatura und Naturata (beide "ungenügend"). Was zum einem der hohen Schadstoffbelastung geschuldet ist und zum anderen am ranzigen oder modrigen Geschmackserlebnis liegt.  

Quelle: n-tv.de

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