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In Zukunft soll nur noch das im Warenkorb landen, was der Kunde auch wirklich bestellt hat.
In Zukunft soll nur noch das im Warenkorb landen, was der Kunde auch wirklich bestellt hat.(Foto: dpa)

Verbessertes Verbraucherrecht: Online-Shopping wird kundenfreundlicher

Von Benjamin Geese

Keine Abzocke mehr im Netz! Die Europäische Union schafft versteckte Kosten beim digitalen Einkaufen ab und baut die Rechte der Kunden aus. Mit einer Ausnahme.

Im Internet einzukaufen ist bequem und meist billiger als im Laden. Die böse Überraschung kommt oft an der virtuellen Kasse, wenn Online-Shops Gebühren für die Bezahlmethode erheben, vor allem beim Zahlen mit Kreditkarten. Ab 13. Juni ist das in Deutschland verboten, denn dann wird die neue EU-Richtlinie zum Verbraucherrecht umgesetzt. Der Händler muss den Kunden künftig darauf hinweisen, welche Zahlungsmittel er kostenfrei anbietet. Eine gängige Zahlungsart muss auf jeden Fall kostenlos sein. Auch teure Hotlines gehören der Vergangenheit an, Service-Gespräche per Telefon dürfen nur noch zum Grundtarif angeboten werden.

In Zukunft können Verbraucher nicht nur in Deutschland, sondern europaweit von einem 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch machen. Bislang war die Frist unterschiedlich geregelt. Einfach kommentarlos zurückschicken funktioniert allerdings nicht mehr. Der Kunde muss jetzt erklären, dass er seinen Kauf widerrufen möchte. Begründen muss er das aber nach wie vor nicht. Innerhalb der 14-Tage-Frist muss er die Ware zumindest auf den Weg zum Händler bringen, wenn er sein Geld zurückhaben will.

Der Verkäufer muss den Widerruf unverzüglich bestätigen und den Kauf innerhalb von 14 Tagen rückabwickeln. Versäumt er es, vor dem Versand auf das Widerrufsrecht hinzuweisen, verlängert es sich um ein Jahr. Um seiner Aufklärungspflicht nachzukommen, reicht dem Verkäufer allerdings ein Vermerk in den AGB.

Kunden müssen Versandkosten tragen

Bei Retouren stärkt die EU aber auch die Verkäufer. Denn die müssen künftig nur noch für die Rücksendung mangelhafter Ware zahlen, ansonsten zahlt der Käufer. Bisher mussten Händler den Versand ab einem Warenwert von 40 Euro bezahlen. Die großen Online-Shops wie Amazon und Zalando wollen von den neuen Regelungen aber nichts wissen und kündigten an, auch weiterhin freiwillig die Versandkosten zu übernehmen.

Online-Shopper sollen in Europa jederzeit wissen, was sie kaufen und was sie dafür bezahlen müssen. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Denn bisher landeten oft zusätzliche Waren und Dienstleistungen im Warenkorb, die der Kunde gar nicht haben wollte. In Zukunft ist eine Bestellung in Europa nur noch gültig, wenn der Kunde eindeutig auf den endgültigen Preis hingewiesen wurde. In Deutschland ist der Kunde aber bereits durch die Button-Lösung von 2012 weitgehend vor versteckten Kosten geschützt.

Quelle: n-tv.de

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