Ratgeber
Donnerstag, 25. September 2014

Alles Käse?: Parmesan und Grana Padano im Test

Sie gehören zur italienischen Küche wie Pasta, Basilikum und Olivenöl: Parmesankäse und Grana Padano. Ob die beiden "Hartkäsebrüder" ihrem Weltruhm gerecht werden, untersucht nun die Stiftung Warentest.

Konnten im Test überzeugen - Parmesan und Grana Padano.
Konnten im Test überzeugen - Parmesan und Grana Padano.(Foto: imago/Westend61)

Parmesan und Grana Padano haben mit gewöhnlichen Hartkäsen, wie sie gerieben im Fertig-Tomatensaucen-Nudelset angeboten werden, wenig zu tun. Zumindest wenn man Experten und der Europäischen Union glaubt. Letztere hat auch die Bezeichnung für beide Sorten inzwischen EU-weit geschützt und mit Auflagen verbunden.

Für den orginal "Parmigiano Reggiano" etwa dürfen nur Käsereien in und um die italienischen Städte Parma und Reggio nell'Emilia unter strengen Auflagen den Original-Parmakäse produzieren. Die Kühe, deren Milch für die Herstellung verwendet wird, müssen aus der Region stammen und dürfen keine Silage (ein durch Milchsäuregärung konserviertes Futtermittel für Nutztiere) fressen. Zudem muss der Käse mindestens 12 Monate reifen. Die Verwendung von Zusatzstoffen ist verboten. Die Anforderungen an den "Hartkäsebruder" Grana Padano sind nicht ganz so hoch und der Preis auch etwas geringer. Stiftung Warentest hat unter anderem überprüft, ob er deshalb schlechter ist. Insgesamt 20 Produkte beider Sorten wurden getestet – im Stück und fertig gerieben. Schlechter als "befriedigend" schnitt dabei kein Käse ab.

Unbedenklicher Genuss

Eines vorneweg: Ein guter italienischer Hartkäse duftet aromatisch, schmeckt würzig und die Salzkristalle zerknuspern im Mund. Doch dies hat nicht nur der Parmesan zu bieten. Auch der Grana Padano kann mit diesen Eigenschaften punkten und wies bei der Verkostung im Gegensatz zum Parmesan oft sogar vielfältigere Aromen auf. Besonders im ganzen Stück. Diese schnitten im Test, bei beiden Sorten, frisch gerieben besser ab als fertig geriebene Produkte.

Mit zwei Ausnahmen: Der Parmigiano Reggiano von Castelli ("gut"/1,9/2,84 Euro pro 100 Gramm)und der Grana Padano Mamma Gina von Netto ("gut"/1,9/1,13 Euro pro 100 Gramm) konnten mit der Stückware mithalten. Beim Stück-Parmesan hat vor allem der Zanetti Parmigiano Reggiano ("gut"/1,9/2 Euro pro 100 Gramm) und der Lovilio Parmigiano Reggiano ("gut"/2,0/1,70 Euro pro 100 Gramm) von Lidl überzeugt. Beim Stück-Grana Padano lagen der Giovanni Ferrari Riserva ("gut"/1,6/2,27 Euro pro 100 Gramm)und der Valbontà ("gut"/1,8/1,70 Euro pro 100 Gramm) im Test vorne.

Schadstoffe wie Schimmelgifte, Weichmacher, verbotene Farb- und Konservierungsstoffe konnte die Stiftung Warentest bei allen untersuchten Käsen nicht feststellen.

Obwohl sowohl Parmesan als auch Grana Padano aus Rohmilchkäse hergestellt werden, können auch Schwangere beherzt zugreifen, da die Milch bei der Herstellung der Käse auf etwa 55 Grad Celsius erhitzt wird. Dies und die lange Reifezeit sorgen dafür, dass unerwünschte Mikroorganismen in der Regel nicht anzutreffen sind. Und auch für Menschen mit einer Milchunverträglichkeit sind beide Sorten nicht tabu, da sie nahezu laktosefrei sind.

Quelle: n-tv.de

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