Ratgeber

Altersvorsorge mit Tücken: Riester-Rente ist pfändbar

Kann eine Privatperson ihre Rechnungen und Schulden nicht mehr begleichen, wird ihr Vermögen gepfändet. Die Altersvorsorge über die Riester-Rente sollte dabei eigentlich außen vor sein. Dies gilt aber nur, wenn Anleger etwas Wichtiges beachten.

Riester-Verträge werden von Banken und Versicherungen gerne als pfändungssicher verkauft.
Riester-Verträge werden von Banken und Versicherungen gerne als pfändungssicher verkauft.

Angespartes Riestervermögen ist nicht ohne Weiteres pfändbar. Allerdings gibt es Ausnahmen: "Das im Riestervertrag angesparte Vermögen ist pfändbar, wenn es auf Beiträgen beruht, die nicht gefördert worden sind", erklärt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler. Das heißt: Hat der Sparer keinen Antrag auf Förderung gestellt oder die Förderungsgrenze überschritten, kann das Geld innerhalb der gesetzlichen Grenzen gepfändet werden.

Eine 43-jährige Berlinerin hatte 2008 bei einem großen Versicherer eine Riester-Rente abgeschlossen. Sie zahlte monatlich mutmaßlich aufgrund ihres niedrigen Einkommens rund 20 Euro in den Altersvorsorgevertrag ein. Als zwei Jahre später ihre Schuldenlast erdrückend wurde, entschied sich die Sparerin mit Hilfe einer Schuldnerberatung für die Privatinsolvenz. Sie glaubte, dass ihr eingespartes Kapital in der Riesterrente vor einer Pfändung geschützt sei. Ein Irrtum.

In dem Streitfall, der vor dem Amtsgericht München ausgetragen wurde, hatte die Klägerin es versäumt, für die gezahlten Beiträge die Zulage zu beantragen. Dadurch verlor sie ihre gesamte Riester-Anwartschaft. Als sie Privatinsolvenz anmeldete, wurde der Rückkaufswert (der bei einer Vertragskündigung ausgezahlte Betrag) der Riester-Rente von ihrer Versicherung in die Insolvenzmasse überwiesen und an die Gläubiger ausgezahlt. Die Richter begründeten dies damit, dass das Riester-Konto nicht pfändungssicher sei, wenn auf die staatliche Förderung bewusst verzichtet oder sie nicht beantragt wurde.

Riestersparer sollten daher die Förderung regelmäßig beantragen. Meist ist dies auch per Dauerzulagenantrag möglich, das heißt, dass der Antrag nur einmal gestellt werden muss. Damit sind diese Beiträge und das daraus resultierende Vermögen geschützt. Dieser Schutz gilt allerdings nur bis zur Höhe des mit staatlicher Förderung angesparten Kapitals. Überzahlte Verträge, also Verträge, bei denen mehr als 2100 Euro inklusive Zulagen pro Jahr eingezahlt werden, haben für das über diese Grenze hinaus ungefördert angesparte Kapital ebenfalls keinen Pfändungsschutz.

Quelle: n-tv.de

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