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Seit 2009 sind Banken nicht mehr verpflichtet, fehlgeleitetes Geld zurückholen.
Seit 2009 sind Banken nicht mehr verpflichtet, fehlgeleitetes Geld zurückholen.(Foto: picture alliance / dpa)

Teure "Überweisungsunfälle": Rückruf kostet bis zu 45 Euro

Macht ein Bankkunde auf der Überweisung Fehler und geht das Geld daraufhin an den Falschen, kann er bei seiner Bank eine Rückbuchung beantragen. Allerdings kann das teuer werden, wie eine Stichprobe von der Verbraucherzentrale zeigt.

Der Widerruf einer Fehlüberweisung vom Bankkonto kann Verbraucher nach Angaben von Verbraucherschützern bis zu 45 Euro kosten. Ein Großteil der Institute verlangt für einen solchen "Überweisungsrückruf" aber zwischen fünf und zehn Euro, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ-NRW) mitteilte. Zwar sind Banken und Sparkassen seit Ende 2009 nicht mehr verpflichtet, Kundengelder nach fehlerhaften Angaben zurückzuholen, dennoch bieten sie diesen Service an. Die anfälligen Gebühren seien "teils deftig".

Bis zu 35 Euro plus Aufschläge, etwa für Provisionen, verlangten einzelne Institute bei einer Stichprobe der Verbraucherschützer. Die höchsten Gebühren forderte eine Volksbank mit 45 Euro. Die VZ-NRW befragte für die stichprobenartige Untersuchung 14 Geldinstitute in Nordrhein-Westfalen, darunter Sparkassen, Genossenschafts- und Geschäftsbanken, aber auch Direktbanken im Internet.

Verbraucherschützer raten zur Eile

Elf von 14 Instituten verlangten die Gebühren selbst dann, wenn das Geld nicht mehr zurückgeholt werden konnte, teilten die Verbraucherschützer mit. Der Widerruf bei kleineren Beträgen lohne sich daher oft nicht. Überweist der Empfänger fehlgeleitetes Geld in diesen Fällen nicht freiwillig zurück, helfe nur der Rechtsweg mit einer Klage gegen unrechtmäßige Bereicherung.

Um solchen Unannehmlichkeiten vorzubeugen, sollten sich Verbraucher mit einem Überweisungsrückruf beeilen, riet die VZ-NRW. Banken könnten Geld nur ohne Probleme zurückrufen, wenn es noch nicht auf einem Empfängerkonto gelandet sei. Je nach Institut und dessen Arbeitsweise blieben meist nur zwischen drei und 24 Stunden Zeit. Bei Überweisungen zwischen Konten bei der gleichen Bank könne das Zeitfenster noch kürzer sein.

Banken sind seit Ende 2009 durch die EU-Zahlungsrichtlinie nicht mehr verpflichtet, bei Überweisungen Kontonummer und Empfänger abzugleichen und falsch gebuchtes Geld zurückzuholen. Mit dieser Richtlinie sollten Überweisungen beschleunigt werden.

Quelle: n-tv.de

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