Ratgeber
Donnerstag, 29. März 2012

Nie wieder selber staubsaugen?: Saugroboter im Test

Auf dem Sofa sitzen und dem Staubsauger bei der Arbeit zusehen, das klingt verlockend. Mit Roomba und Navibot ist das möglich. Die tellergroßen Saugroboter surren leise durch die Zimmer, bis die Arbeit getan ist oder der Akku nachlässt. Ob sie dabei auch gründlich arbeiten, hat die Stiftung Warentest jetzt in einem Schnelltest überprüft.

Staubsaugen kann man sich auch in Zukunft nicht komplett sparen.
Staubsaugen kann man sich auch in Zukunft nicht komplett sparen.

Wer Kinder vor 30 Jahren fragte, wie die Welt im Jahr 2000 aussieht, hörte fantastische Geschichten von fliegenden Autos, vom Leben auf fremden Planeten und von Robotern, die den Menschen die Arbeit abnehmen. Inzwischen ist es 2012, Menschen stehen immer noch im Stau und weiter als bis zum Mond bislang keiner gekommen. Nur in Sachen Roboter hat es inzwischen Fortschritte gegeben – wenn auch weitaus langsamer, als man es sich damals erwartete. Der batteriebetriebene Butler, der Fenster putzt, den Hund ausführt und das Bier aus dem Keller holt, bleibt ein Traum. Aber immerhin gibt es schon seit einigen Jahren Staubsauger, die ihre Arbeit von selbst verrichten. Den "Roomba 581" von iRobot beispielsweise oder Samsungs "NaviBot SR8895". Beide hat die Stiftung Warentest nun zu einem Schnelltest antreten lassen.   

Die erste Aufgabe war ein elf Quadratmeter großer Raum ohne Mobiliar. Mit einem konventionellen Staubsauger dürfte das nicht länger als fünf Minuten dauern. Mit Software und  Sensoren braucht es deutlich länger: Der Roomba war im normalen Reinigungsmodus nach 41 Minuten fertig, der Navibot war 65 Minuten im Maximalmodus unterwegs. Immerhin: An die Ladestation mussten die beiden in der Zwischenzeit nicht zurück.

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Die zweite Herausforderung war schwieriger: Der  Testparcours hielt Tücken wie Tisch- und Stuhlbeine bereit, außerdem unterschiedliche Bodenbeläge, Schwellen, Teppichkanten und Elektrokabel. Kein großes Problem für die intelligenten Sauger, auch unter Regalen verirrten sie sich nicht. Teppichfransen könnten allerdings beim Saugen Schaden nehmen, warnen die Warentester. Dass die Roboter Treppen herunterfallen, wird durch entsprechende Sensoren verhindert - normalerweise. Beim Navibot droht der Absturz, wenn die Sensoren verschmutzt sind.  Außerdem scheiterte der Samsung-Roboter am Sockel einer Stehlampe, der Roomba fuhr sich an Rohrgestell eines Stuhles fest.

Vorsicht, Feinstaub

Will man die Roboter lieber gleich von bestimmten Zonen fernhalten, kann man mit Infrarot-Strahlung unsichtbare Grenzen ziehen. Zur Bestimmung der Arbeitszeiten lassen sich die Staubsauger entweder direkt programmieren, oder per Fernbedienung. Ist zwischendurch ein Auftanken nötig, finden sie von selbst zurück zur Ladestation. Wer mag, kann sie aber auch per Fernsteuerung durch die Wohnung schicken.

Das alles ist schön für Menschen mit Spieltrieb – aber auch für Ordnungsliebende? Wer eine gründlich saubere Wohnung haben will, muss wohl weiter selbst nachhelfen, so das Urteil der Stiftung Warentest. Zwar bewältigten die Roboter groben Schmutz auf Hartböden gut. Teppichböden wurden allerdings bestenfalls von Oberflächenschmutz befreit.   Am standardisierten Prüfstaub nahm der Navibot lediglich 20 Prozent auf, beim Roomba waren es gerade mal 10 Prozent. Ein klassischer Staubsauger schafft über 80 Prozent, wenn er gut ist. Zudem verteilten beide Saugroboter einen Großteil des eingesaugten Feinstaubs wieder in der Wohnung, die eingebauten Filter boten hier keinen guten Schutz.

Die Roboter sollen Arbeit abnehmen, sie machen aber auch welche: Die Staubbox muss geleert werden, außerdem brauchen Filter und Bürsten gelegentlich eine Reinigung. Das fanden die Tester nicht besonders aufwendig, aber unhygienisch. Fazit: Als Ergänzung zum richtigen Staubsauger eignen sich Roomba und Navibot gut, als Ersatz allerdings nicht. Und für den Preis von 420 bzw. 445 Euro könnte man auch schon ein paar Monate lang eine Putzfrau beschäftigen.   

Quelle: n-tv.de

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