Ratgeber

Verbraucherschützer sind empört: Schufa versteckt Gratis-Auskunft

Das kostenlose Angebot der Wirtschaftsauskunftei Schufa ist im Internet offenbar nur nach langem Suchen auffindbar. Viele Verbraucher zahlen deshalb unnötig fast 20 Euro für Informationen, die ihnen auch gratis erteilt werden könnten, teilt die Verbraucherzentrale Sachsen mit.

Verbraucher sollten die über sie erfassten Daten bei Auskunfteien wie der Schufa regelmäßig kontrollieren. Am besten kostenlos.
Verbraucher sollten die über sie erfassten Daten bei Auskunfteien wie der Schufa regelmäßig kontrollieren. Am besten kostenlos.

Einmal im Jahr ist die Abfrage bei der Schufa über etwaige Verbindlichkeiten kostenlos - eigentlich. Denn die Verbraucherzentrale Sachsen (VZS) erreichen immer wieder Verbraucherbeschwerden darüber, dass bei der Schufa keine kostenfreie Auskunft zu finden sei. Vielmehr sollen Interessierte 18,50 Euro für die Informationen bezahlen. Die kostenfreie Auskunft verbirgt sich hinter der sperrigen Bezeichnung "Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz". Sie sei erst über mehrere Klicks unter dem Button Auskünfte oder Produkte zu finden.

Und die Zahl der Beschwerden nehme zu. "Die Kritik ist berechtigt, denn die Schufa versteckt auf ihrer Internetseite das kostenfreie Angebot sehr gut", erklärte die Finanzexpertin der VZS, Andrea Heyer. Auf der Webseite der Schufa stoßen Verbraucher demnach zunächst nur auf die kostenpflichtigen Angebote "Schufa-Bonitätsauskunft" und "Schufa-Auskunft online" für fast 20 Euro.

"Demgegenüber wird Verbrauchern das kostenpflichtige Angebot 'aufgeschwatzt'. In der aktuellen Diskussion um die Beseitigung von Kostenfallen im Internet, fordert wir die Schufa deshalb auf, ihre Internetpräsenz schnellstmöglich verbraucherfreundlich umzugestalten," so die VZS. Verbraucher, die wegen dieser Intransparenz in die Irre geleitet wurden, sollten sich darüber bei dem SCHUFA-Ombudsmann beschweren.

Die Schufa ist seit dem 1. April 2010 verpflichtet, jedem Bürger ein Mal im Jahr eine kostenfreie Auskunft zu seinen eigenen Daten zu erteilen. Auf diese Weise sollen Verbraucher feststellen können, ob die gespeicherten persönlichen Daten korrekt sind. Laut VZS hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass Fehler in den Daten steckten. Für Verbraucher könne dies erhebliche Konsequenzen haben, beispielsweise beim Bestellen im Versandhandel, beim Abschluss eines Handyvertrages oder bei Kreditvertragsverhandlungen. In einem Fall von fehlerhaften Daten haben die Betroffenen einen Korrekturanspruch, welchen sie umgehend geltend machen sollten.  

Quelle: n-tv.de

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