Ratgeber

Stromfresser entlarven: Siegel für Fernseher kommen

Alexander Klement

Haben Sie etwa noch einen alten, hässlichen Röhrenfernseher zuhause stehen? In Zeiten von HD- und demnächst auch 3D-Fernsehen haben schon viele Haushalte die platzraubenden Kisten entsorgt, durch schicke Flachmänner ersetzt und zahlen bei den Stromkosten drauf.

Der Philips Cinema 21:9 soll der erste 3D-Fernseher im Kinoformat sein. Er hat eine Bildschirmdiagonale von 148 Zentimetern
Der Philips Cinema 21:9 soll der erste 3D-Fernseher im Kinoformat sein. Er hat eine Bildschirmdiagonale von 148 Zentimetern(Foto: Philips)

Während es früher in den meisten Wohnzimmer die Standardgröße mit einer Bildschirmdiagonale von 70 Zentimetern tat, ist der Wechsel zu Flachbildgeneration meist auch mit einem Größenzuwachs verbunden. 80 bis 100 Zentimeter Bildschirmdiagonale sorgen für mehr Kinofeeling. Und weil der Ton von LCD- und Plasmageräten meist zu wünschen übrig lässt, läuft parallel gleich noch die Dolby-Surround-Anlage mit. Das alles kostet natürlich Strom – mehr als zu Röhrenzeiten.

Laut Angaben der Europäischen Kommission sind TV-Geräte mittlerweile für rund zehn Prozent der Energiekosten in einem Durchschnittshaushalt verantwortlich. Um diesem Trend entgegen zu wirken, sollen Ende 2011 oder spätestens Anfang 2012 verpflichtend Energiesiegel eingeführt werden. Diese gibt es schon bei vielen Haushaltsgeräten wie Kühlschränken, Gefriergeräten, Spülmaschinen, Waschmaschinen und Wäschetrocknern. Hier signalisieren Farbcodes in Kombination mit Buchstaben von A (energiesparend) bis G (Energieschlucker) den Energieverbrauch.

Viele Energieschlucker

Des Experten der EU-Kommission zufolge würden die heute im Handel erhältlichen Geräte überwiegend in die Kategorie D und C fallen – die Energieeffizienz könnte also deutlich besser sein. Ein vergleichbares Gerät der Energieeffizienzklasse A würde nur etwa halb so viel Strom verbrauchen. Damit wäre eine Kostenersparnis von 30 bis 40 Euro jährlich möglich. Bei einer Nutzungsdauer von acht Jahren wären dies immerhin 240 bis 320 Euro.

Grundsätzlich gilt beim Fernsehkauf, je größer das Gerät, desto höher ist der Stromverbrauch. Der Stromverbrauch wird bei den meisten Geräten mit angegeben. Bereits jetzt gibt es von Gerät zu Gerät große Unterschiede. So kann ein 42-Zoll-Gerät auch schon mal über 300 Watt verbrauchen, sich aber auch mit der Hälfte begnügen. Zusätzlich sollte man auf einen geringen Standby-Verbrauch von unter einem Watt achten.

Blendwerte durch Bildeinstellungen

Viele Hersteller sind längst auf den Energietrend aufgesprungen und lassen auf Messen und in Ausstellungsräumen imposant unter den Geräten den aktuellen Stromverbrauch anzeigen. Dieser viel niedrigere Verbrauch lässt sich mit Energiesparmodi erreichen. Oft wird hier aber nur das Bild abgedunkelt und der Kontrast verringert. Allein damit kann man schon viel Energie einsparen, ohne wirklich ein energiesparendes Gerät zu bauen. In der Präsentation funktioniert dies besonders gut, wenn das Umgebungslicht möglichst gering ist. Zuhause im Wohnzimmer bedeutet dies allerdings, dass man unter Tageslichteinfluss kaum ein Bild erkennen kann.

Während man bei den TV-Geräten noch die Einführung der Energiesiegel in die Wege leitet, ist man bei Haushaltsgeräten schon bei einem ganz anderen Problem angekommen. Die meisten Geräte erfüllen den A-Standard und es existieren bereits die Erweiterungen A+ und A++. Hier wird noch die Erweiterung A+++ hinzukommen. Immerhin A+ plant die Kommission 2014 auch für Fernseher zu vergeben.

Quelle: n-tv.de

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