Stromfresser entlarven: Siegel für Fernseher kommen
Haben Sie etwa noch einen alten, hässlichen Röhrenfernseher zuhause stehen? In Zeiten von HD- und demnächst auch 3D-Fernsehen haben schon viele Haushalte die platzraubenden Kisten entsorgt, durch schicke Flachmänner ersetzt und zahlen bei den Stromkosten drauf.
Während es früher in den meisten Wohnzimmer dieStandardgröße mit einer Bildschirmdiagonale von 70 Zentimetern tat, ist derWechsel zu Flachbildgeneration meist auch mit einem Größenzuwachs verbunden. 80bis 100 Zentimeter Bildschirmdiagonale sorgen für mehr Kinofeeling. Und weil der Tonvon LCD- und Plasmageräten meist zu wünschen übrig lässt, läuft parallel gleichnoch die Dolby-Surround-Anlage mit. Das alles kostet natürlich Strom – mehr alszu Röhrenzeiten.
Laut Angaben der Europäischen Kommission sind TV-Gerätemittlerweile für rund zehn Prozent der Energiekosten in einemDurchschnittshaushalt verantwortlich. Um diesem Trend entgegen zu wirken,sollen Ende 2011 oder spätestens Anfang 2012 verpflichtend Energiesiegeleingeführt werden. Diese gibt es schon bei vielen Haushaltsgeräten wie Kühlschränken,Gefriergeräten, Spülmaschinen, Waschmaschinen und Wäschetrocknern. Hier signalisierenFarbcodes in Kombination mit Buchstaben von A (energiesparend) bis G(Energieschlucker) den Energieverbrauch.
Viele Energieschlucker
Des Experten der EU-Kommission zufolge würden die heute imHandel erhältlichen Geräte überwiegend in die Kategorie D und C fallen – dieEnergieeffizienz könnte also deutlich besser sein. Ein vergleichbares Gerät derEnergieeffizienzklasse A würde nur etwa halb so viel Strom verbrauchen. Damitwäre eine Kostenersparnis von 30 bis 40 Euro jährlich möglich. Bei einerNutzungsdauer von acht Jahren wären dies immerhin 240 bis 320 Euro.
Grundsätzlich gilt beim Fernsehkauf, je größer das Gerät,desto höher ist der Stromverbrauch. Der Stromverbrauch wird bei den meistenGeräten mit angegeben. Bereits jetzt gibt es von Gerät zu Gerät große Unterschiede.So kann ein 42-Zoll-Gerät auch schon mal über 300 Watt verbrauchen, sich aberauch mit der Hälfte begnügen. Zusätzlich sollte man auf einen geringenStandby-Verbrauch von unter einem Watt achten.
Blendwerte durch Bildeinstellungen
Viele Hersteller sind längst auf den Energietrendaufgesprungen und lassen auf Messen und in Ausstellungsräumen imposant unterden Geräten den aktuellen Stromverbrauch anzeigen. Dieser viel niedrigereVerbrauch lässt sich mit Energiesparmodi erreichen. Oft wird hier aber nur das Bildabgedunkelt und der Kontrast verringert. Allein damit kann man schon viel Energieeinsparen, ohne wirklich ein energiesparendes Gerät zu bauen. In derPräsentation funktioniert dies besonders gut, wenn das Umgebungslicht möglichstgering ist. Zuhause im Wohnzimmer bedeutet dies allerdings, dass man unterTageslichteinfluss kaum ein Bild erkennen kann.
Während man bei den TV-Geräten noch die Einführung derEnergiesiegel in die Wege leitet, ist man bei Haushaltsgeräten schon bei einemganz anderen Problem angekommen. Die meisten Geräte erfüllen den A-Standard undes existieren bereits die Erweiterungen A+ und A++. Hier wird noch die ErweiterungA+++ hinzukommen. Immerhin A+ plant die Kommission 2014 auch für Fernseher zuvergeben.
Quelle: n-tv.de


