Ratgeber

Tenhagens Tipps: So findet man die beste Krankenkasse

Versicherte dürfen alle 18 Monate die Kasse wechseln.
Versicherte dürfen alle 18 Monate die Kasse wechseln.(Foto: imago/Ralph Peters)

Die gesetzliche Krankenversicherung wird durch steigende Zusatzbeiträge teurer. Doch nicht alle Kassen erheben die Beiträge gleichermaßen. Wohin sich ein Wechsel lohnt und worauf Versicherte noch achten sollten, verrät Finanztip-Chefredakteur Tenhagen.

n-tv.de: Was macht denn eine gute Krankenkasse aus?

Hermann-Josef Tenhagen: Die macht aus, dass sie natürlich die Basisleistung erbringt und darüber hinaus zu mir passt. Je nachdem, ob man viel Wert auf einen persönlichen Kontakt legt oder eben nicht. Bei Ersterem finden sich in jedem Bundesland günstige Angebote. Wer viel mit seiner Krankenkasse zu tun hat und auch persönliche Beratung braucht, für den ist dann eher die Geschäftsstelle vor Ort wichtig. Also die Beitragshöhe und die Serviceleistungen sind die beiden wichtigsten Kriterien. Darüber hinaus kann beispielsweise bei Vielreisenden ins nichteuropäische Ausland entscheidend sein, ob die Kasse auch dafür empfohlene Impfungen bezahlt, die nicht in der Basisleistung enthalten sind.

Wie groß sind die Unterschiede bei Preis und Leistung?

Die Unterschiede beim Preis sind inzwischen ganz beträchtlich. Zum Beispiel in Baden-Württemberg gibt es die preiswerteste Krankenkasse für 14,6 Prozent (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil). Die DAK hingegen nimmt 16,1 Prozent. Bei 3000 Euro brutto im Monat sind das 45 Euro Unterschied bei der Beitragsbelastung – ausschließlich für den Arbeitnehmer. Die erstgenannte Metzinger Betriebskrankenkasse ist allerdings nur regional eine Option. Die Frage ist immer, ob die jeweilige Kasse im eigenen Bundesland zugelassen ist. Die Auswahl ist aber dennoch groß. Pro Bundesland sind zwischen 45 und 55 Krankenkassen zugelassen.

Als Berliner kann man sich zum Beispiel preisgünstig bei der HKK aus Bremen für 15,19 Prozent versichern. Bei Finanztip haben wir die jeweils günstigsten Krankenkassen je nach Bundesland aufgelistet.

Wie funktioniert der Wechsel?

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.
Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Versicherte dürfen alle 18 Monate die Kasse wechseln. Wenn die Kasse, wie ja jetzt gerade auf breiter Front passiert, den Beitrag erhöht hat, gilt innerhalb des ersten Monats des neuen Beitrags  ein Sonderkündigungsrecht. Dies gilt selbst dann, wenn gerade erst gewechselt wurde. Die alte Kasse verlassen kann man zum Ende des übernächsten Monats. Vom heutigen Datum ausgehend wäre man also zum 1. April in der neuen Kasse.

Wie oft kann man die Kasse wechseln?

Regulär alle 18 Monate - so oft man möchte.

Wo bekommt man einen Überblick – kann man Leistungen vergleichen?

Wir haben uns über 80 Vergleichsrechner angesehen. Leider bieten auch die beiden besten kostenlosen Portale gesetzlichekrankenkassen.de und krankenkasseninfo.de keinen vollständigen Überblick. Letztlich muss ich deshalb dazu raten, bei den oben genannten Portalen zu schauen und die Leistungen dann unbedingt mit den Angaben der Wunsch-Krankenkasse abzugleichen. Oder man schaut bei der Stiftung Warentest nach. Hier gibt es einen guten, allerdings kostenpflichtigen, Überblick über die angebotenen Leistungen.

Mit Hermann-Josef Tenhagen sprach Axel Witte

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen