Ratgeber

Auszahlpläne lohnen sich: So reicht das Geld im Alter

von Isabell Noé

Wie kommt man mit einer bestimmten Geldsumme möglichst lange aus? Vor diesem Problem stehen Menschen, etwa wenn sie sich ihre Lebensversicherung auszahlen lassen oder eine Immobilie versilbern. Wer sein Geld nicht einfach verprassen möchte, für den sind Auszahlpläne eine Lösung.

490 Euro Rente bekommen Frauen in den alten Bundesländern derzeit im Schnitt. Die meisten haben aber auch anderweitig vorgesorgt.
490 Euro Rente bekommen Frauen in den alten Bundesländern derzeit im Schnitt. Die meisten haben aber auch anderweitig vorgesorgt.(Foto: Rainer Sturm, pixelio.de)

Die meisten Menschen sind nicht völlig mittellos, wenn sie aufhören zu arbeiten. Viele haben gespart oder geerbt, einige haben auch noch eine Abfindung bekommen. Geld ist also da. Es soll aber auch eine ganze Weile reichen. In manchen Fällen nur ein paar Jahre bis zum Rentenbeginn, in anderen für den Rest des Lebens. Nun könnte man die Summe einfach auf einem Tagesgeldkonto lagern, auf das man jederzeit Zugriff hat. Das ist flexibel, aber keine Lösung auf Dauer. Die Zinsen schwanken und gute Konditionen gibt es ohnehin meist ohnehin nur kurzzeitig für Neukunden. Doch es gibt Alternativen. Eine ziemlich gute können Auszahlpläne sein, die von Banken und Bausparkassen angeboten werden. "Öko-Test" stellt sie in der Dezemberausgabe vor.

Grundsätzlich gibt es zwei Varianten dieser Bankentnahmepläne. Bei der einen wird die eingezahlte Summe nicht angetastet, der Kunde bekommt nur die Zinserträge ausgezahlt, wahlweise monatlich, quartalsweise oder jährlich. Man spricht von einer "ewigen Rente", denn das Kapital wirft so lange Ertrag ab, bis es irgendwann vererbt oder doch verbraucht wird. Sinnvoll ist das nur, wenn genug Geld vorhanden ist. So bringen etwa 50.000 Euro, die zehn Jahre lang festgelegt werden, bei der Sparda-Bank Hessen und der Alten Leipziger Bauspar eine Monatsrente von gut 147 Euro.

Alternative zur Sofortrente

Das ist natürlich nicht so viel wie bei der anderen Variante, dem Auszahlplan mit Kapitalverzehr. Dabei speist sich die Rente zum einen Teil aus Zinsen und zum anderen aus dem Kapitalstock. Und das, solange der Vertrag läuft und bis das Geld aufgebraucht ist.

Geld ist da, es muss aber eine Weile reichen. Auszahlpläne helfen dabei.
Geld ist da, es muss aber eine Weile reichen. Auszahlpläne helfen dabei.(Foto: Andrea Damm, pixelio.de)

Wer seine Rente bis zum Tod garantiert wissen will, wird mit dieser Methode nicht glücklich. Für den könnte sich eher die Versicherungslösung eignen, die Sofortrente gegen Einmalbeitrag. Steuerlich ist sie oft sogar attraktiver als der Auszahlplan, bei dem 25 Prozent Abgeltungssteuer auf die Zinserträge fällig werden. Bei der Versicherungsrente wird dagegen der persönliche Einkommensteuersatz auf den Ertragsanteil berechnet, was in vielen Fällen günstiger ist.  Allerdings kalkulieren die Versicherer aus Sicherheitsgründen mit sehr hohen Lebenserwartungen. Die Rente fällt deshalb niedriger aus als bei Auszahlplänen mit begrenzter Laufzeit.  "Ein guter Auszahlplan ist auch nach Steuern oft das bessere Geschäft", so Öko-Test.

Zins steigt mit der Laufzeit

159 Offerten von 32 Auszahlplan-Anbietern hat die Redaktion anhand verschiedener Modellfälle untersucht. Wie hoch die Rente ausfällt, hängt von der Anlagesumme und der Anlagedauer ab sowie von den Zinskonditionen. Die sind umso besser, je länger sich der Anleger festlegt und je mehr Geld er mitbringt. Bei Mindesteinlagen von 5000 bis 15.000 Euro und einer Laufzeit von 25 Jahren hat Öko-Test für Kapitalverzehr-Pläne Zinsen zwischen 2,4 und 4,1 Prozent gefunden. Wer 50.000 Euro mitbringt und diese innerhalb von fünf Jahren verbrauchen will, streicht beim Festzinskonto der Aachener Bausparkasse fast 900 Euro im Monat ein. Soll das Geld 30 Jahre lang reichen, bekommt bei der Bausparkasse Mainz knapp 257 Euro monatlich ausgezahlt

Was auch immer herauskommt: Am Anfang hat man weniger davon, weil der Fiskus mehr kassiert. Je mehr Kapital vorhanden ist, desto höher ist der Anteil der Zinsen an der Auszahlung. Wenn der Zinsanteil schrumpft und mehr Kapital verbraucht wird, muss auch weniger Abgeltungssteuer gezahlt werden. Wer nicht noch anderweitig gut verdient, kann sich die Abgeltungssteuer aber ohnehin über die Einkommensteuererklärung zurückholen, zumindest teilweise.

Unterm Strich würden Sparer mit lang laufenden Auszahlplänen ein gutes Geschäft machen, so Öko-Test. Das gilt jedenfalls angesichts des derzeitigen Zinstiefs. In einigen Jahren kann die Sache allerdings schon wieder anders aussehen. In fast allen Auszahlplänen sind feste Zinsen vereinbart, wer sich jetzt lange bindet, darf sich später nicht ärgern, wenn bessere Angebote auf den Markt kommen. Vorzeitig kündigen lassen sich nur die wenigsten Verträge. Eine Alternative wäre es, einen Plan mit Teilkapitalverzehr zu vereinbaren. Dann ist am Ende der Laufzeit noch Geld übrig und man kann sich einen neuen Anbieter suchen.  

Quelle: n-tv.de

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