Ratgeber
Freitag, 29. April 2016

Negativzinsen für Sparer?: So wechseln Sie das Konto

Von Axel Witte

Das Damoklesschwert Negativzins schwebt über den Köpfen der Sparer. Und auch wenn dieses Szenario von den Geldinstituten so lange wie möglich vermieden werden wird, drehen Banken und Sparkassen an der Gebührenschraube. Ein Wechsel kann lohnen.

Wohin mit dem Geld?
Wohin mit dem Geld?

Banken verdienten lange gut daran, für Kredite mehr Geld zu kassieren als sie ihren Kunden an Zinsen fürs Sparen zahlten. Doch der so erzielte Zinsüberschuss löst sich durch die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) in Luft auf. Zudem müssen Geschäftsbanken Gebühren zahlen, wenn sie ihr Geld auf Konten der EZB parken. Kunden mit kostenlosen Konten werden vor diesem Hintergrund zur Belastung. Und auch wenn die Geldinstitute negative Zinsen für Sparer so lange wie möglich vermeiden werden, steigen die Gebühren für Bankkonten. Zeit also, um über einen Kontowechsel nachzudenken.

Girokonto

Dieses kann von Seiten des Kunden jederzeit formlos schriftlich oder in der Filiale vor Ort kostenlos gekündigt werden. Ein Wechsel zu einer günstigeren Banken ist deshalb jederzeit möglich. Allerdings kann die Bank in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen eine Kündigungsfrist vorsehen. Diese darf aber nicht länger als einen Monat betragen. Das neue und das alte Girokonto sollte aber ohnehin mindestens zwei Monate parallel geführt werden, da so sichergestellt werden kann, dass Daueraufträge und Lastschriften reibungslos funktionieren. Letztere müssen vom Kunden selbst geändert werden.

Wichtig bei einem Kontowechsel ist eine sorgfältige und methodische Vorgehensweise. Andernfalls werden Fehlbuchungen, finanzielle Engpässe oder unnötige Übergangsphasen ohne aktives Konto riskiert. Viele Banken bieten auch einen Umzugsservice an. Hierbei übernimmt das neue Institut alle verfügbaren Daten der alten Bankverbindung. Auch die Kündigung des alten Kontos wird meist übernommen.

Die Kündigung betrifft auch die alten Kredit- und EC-Karte. Diese können dann nicht mehr benutzt werden. Unter Umständen sind die Karten aber noch nicht gesperrt und sollten deshalb sicherheitshalber an die Bank zurückgegeben oder vernichtet werden.

Wer mit einen anderen Bank eine neue Geschäftsbeziehung eingeht, sollte daran denken, eine etwaige Überziehung des alten Kontos auszugleichen. Der so in Anspruch genommenen Dispokredit wird nicht von der neuen Bank übernommen. Ungeachtet dessen können Banken einen eingeräumten Dispokredit jederzeit mit einer Frist von 30 Tagen kündigen.

Girokonten im Vergleich 

Tagesgeld

Das Recht auf eine kostenlose Kündigung gilt auch beim Tagesgeldkonto. Auch diese muss schriftlich oder vor Ort erfolgen. Ist das Konto kostenlos und die besseren Zinsen einer anderen Bank der Grund für den Wechsel, kann das Geld auch nur auf das rentablere Konto überwiesen werden - ohne die alte Verbindung zu kündigen. Ist ein Freistellungsauftrag erteilt worden, sollte dieser so angepasst werden, dass der Freibetrag genau die gezahlten Zinsen auf dem alten Konto abdeckt. Gleichzeitig sollte die Laufzeit für den Auftrag auf das Ende des Jahres des Kontowechsels eingestellt werden. Für das neue Konto sollte ein neuer Freistellungsauftrag erteilt werden.

Tagesgeld im Vergleich

Festgeldkonto

Die Möglichkeit zur Kündigung verhält sich analog zum Giro- und Tagesgeldkonto.  Allerdings enden Festgelder meist automatisch nach der vereinbarten Laufzeit. Bei einigen Festgeldkonten ist auch eine vorzeitige Kündigung möglich. Nicht selten ist diese aber mit Zinsverlust oder Zinsabschlag verbunden. Bedenken sollten Kunden, dass bei einigen Festgeldern nach Beendigung der Laufzeit, diese automatisch für die gleiche Laufzeit angelegt werden. Hier ist also eine Kündigung erforderlich, um über das Geld zu verfügen. Genau wie beim Tagesgeld sollte auch hier an den Freistellungsauftrag gedacht werden.

Festgeld im Vergleich

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen