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Fahrtkosten bei doppelter Haushaltsführung: Steuervorteil gilt auch, wenn Arbeitgeber zahlt

Wer aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung unterhält, kann die Kosten für die Familienheimfahrt von der Steuer absetzen. Das geht auch dann, wenn der Arbeitgeber die Fahrten bezahlt hat, entscheidet der Bundesfinanzhof.

Egal ob per Bahn oder mit dem Auto: Für Familienheimfahrten gilt die Entfernungspauschale von 30 Cent pro Kilometer.
Egal ob per Bahn oder mit dem Auto: Für Familienheimfahrten gilt die Entfernungspauschale von 30 Cent pro Kilometer.

Unterhalten Beschäftigte an ihrem Arbeitsort einen zweiten Haushalt und fahren ein Mal pro Woche zur Familie nach Hause, können sie die Entfernungspauschale auch dann bei der Steuer geltend machen, wenn sie keine eigenen Fahrkosten haben. Zahlt der Arbeitgeber Zuschüsse zu den Reisekosten, werden diese jedoch auf die Entfernungspauschale angerechnet. Das hat jetzt der Bundesfinanzhof klargestellt.

Laut Gesetz können bei doppelter Haushaltsführung für die Wege zwischen Arbeits- und Heimatort jeweils einmal  wöchentlich Werbungskosten abgezogen werden. Dabei gilt die  Entfernungspauschale von 0,30 Euro für jeden Kilometer zwischen den beiden Hausständen. Im aktuellen Fall hatte ein bei der Bahn beschäftigter Kläger rund 5200 Euro für 48 Heimfahrten geltend gemacht. Das Finanzamt wollte allerdings nur die elf Fahrten berücksichtigen, für die der Mann sein Auto genutzt hatte. Alle anderen Fahrten habe schließlich die Bahn bezahlt.

Begünstigung ist beabsichtigt

Der Bundesfinanzhof ließ das nicht so stehen: Die Entfernungspauschale könne unabhängig vom Verkehrsmittel in Anspruch genommen werden und auch dann, wenn dem Steuerzahler keine eigenen Kosten entstanden seien. Dies sei vom Gesetzgeber gewollt und durch "umwelt- und verkehrspolitische Lenkungszwecke" gerechtfertigt.

Die komplette Entfernungspauschale kann der Kläger aber nicht geltend machen. Steuerfrei geleistete Reisekostenvergütungen oder Freifahrten müssten auf die Pauschalen angerechnet werden, entschied der Bundesfinanzhof. Nun muss die Vorinstanz prüfen, welchen Wert diese Leistungen des Arbeitgebers hatten und inwieweit sie mindernd auf die Entfernungspauschale angerechnet werden müssen.

Quelle: n-tv.de

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